Zeigen was man liebt: Klaus Lemke

Filmfestivals
Datum: Freitag, 5. Mai 2017 21:15

Eintritt:
6 Euro

SPECIAL ZU "ZEIGEN WAS MAN LIEBT":

Die Kapitulation (Kurzfilm)

BRD 1967, 10 Min., s/w, 35mm, R: Martin Müller, D: Klaus Lemke, Katja Borsche und Marran Gosov

Lemke sagte einmal voller Attitüde: „Im Leben geht es eigentlich nur darum, wie lässig man am Abgrund steht, in den man unweigerlich stürzen wird.“ - Martin Müller inszeniert Lemke. Hier die Heirat als Abgrund; die Schlacht, welche ein Mann wohl nie gewinnen kann. In verzweifelt heroischer Pose unterschreibt er mit Verve sein Urteil ...
„Einer meiner absoluten Schwabinger Lieblingsfilme!“ – Bernhard Marsch

Henker Tom (Kurzfilm)

D 1966, 10 Min., dt. OV, 35mm, R.: Klaus Lemke, D.: Werner Enke

Ach, wär' das Leben doch so unbeschwert wie in einem Werbefilm. Morgens mit einem Lächeln im Gesicht aufwachen, dynamisch durch den Tag spurten und am Abend glücklich ins traute Familiennest zurückkehren. In Klaus Lemkes „Henker Tom“ versucht ein junger Mann genau das: Er will das Glücklichsein eines Werbefilms leben, streift mit seinem Mädchen durch das München der 60er-Jahre, geht raus ins Grüne, vertreibt sich die Zeit mit rasanten Autofahrten. Am Ende steht freilich die Erkenntnis, dass die Wirklichkeit schlicht nicht zum Werbefilm taugt.
„Henker Tom“ ist Klaus Lemkes zweiter Kurzfilm. Der Regisseur drehte meist mit Laiendarstellern, gerne auch im bayerischen Dialekt. Sein Credo: kein Geld vom Staat, keine Schauspieler, kein Drehbuch.

48 Stunden bis Acapulco

D 1967, 81 Min., dt. OV, 35mm, R.: Klaus Lemke, D.: Dieter Geissler, Christiane Krüger, Monika Zinnenberg

Frank Murnau träumt von einem unbeschwerten Leben, das ihm die Heirat mit der reichen Fabrikantentochter Laura Gruner ermöglichen könnte. Doch Frank will mehr. Mit seiner Geliebten Monika schmiedet er einen Plan und setzt sich nach Acapulco ab, um sein Wissen über die dunklen Geschäfte seines designierten Schwiegervaters Gruner zu Geld zu machen.
In Mexiko angekommen, stößt der mehrgleisig fahrende junge Mann allerdings schnell an seine Grenzen, da er sich im Vorfeld nicht ausmalen konnte, mit welchen Leuten er sich anlegt. Innerhalb von 48 Stunden wird sich sein Schicksal, und das einiger Anderer, entscheiden ...

Klaus Lemke lieferte mit seinem subtilen Thriller „48 Stunden bis Acapulco“ ein bemerkenswertes Spielfilmdebüt ab. Der Verlauf wird dabei in auffälliger Weise von eingängiger Musik, exzellenten Bildern und außergewöhnlichen Typen getragen. Die Geschichte orientiert sich offensichtlich an amerikanischen Vorbildern, ohne sich jedoch dabei als lose Kopie abzuqualifizieren. (…)

Klaus Lemke ebnet einen Weg bei dem es von vorne herein eigentlich außer Frage steht, dass groß angelegte Überraschungen auftauchen könnten. Die Geradlinigkeit der Geschichte offenbart eine Effizienz, bei der es den Anschein hat, dass sie von vorne herein en détail geplant gewesen sein wird. Somit ist ein sehr schönes und noch viel mehr aussagekräftiges Exemplar des Jungen Deutschen Films entstanden, das viele Stärken ohne halsbrecherische Kapriolen zu bieten hat und mit einer beinahe genialen Einfachheit auftrumpfen möchte. Die These, dass man Ideen auch ohne ein Mammut-Budget in eine besondere Gestalt bringen kann, wird von Klaus Lemke mit „48 Stunden bis Acapulco“ in eindrucksvoller Manier belegt.
Ein edles Sehvergnügen! (Prisma/Dirty-Pictures.de)

 

 

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  • Freitag, 5. Mai 2017 21:15