Zwei Teufelskerle auf dem Weg zur grünen Hölle

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Datum: Montag, 30. April 2018 21:15

Eintritt:
6 Euro

Zwei Teufelskerle auf dem Weg zur grünen Hölle

Dschungelmädchen für zwei Halunken, D/I/ESP/Kolumbien 1974, 91 Min., dF, 35 mm, R.: Ernst Hofbauer, Fernando Orozco, D.: Alberto Dell'Acqua, Raquel Ércole, Wolf Goldan, Rinaldo Talamonti

„Bogota, Kolumbien. Die notorisch klammen Abenteurer Jeff und Jim verbünden sich mit dem unnützen, aber schwerreichen Millionärssohn Giovanni Telli, um dessen finanzierte Schatzsuche im Dschungel des brasilianischen Amazonas durchzuführen. Dabei werden sie sowohl vom Senior des Geldes, Bernardo Telli, und seiner Assistentin Miss Marisa als auch vom umtriebigen Konkurrenten Raphael Cupido gestört und verfolgt. Im Urwald angelangt, erwartet sie trotzdem noch eine ganz andere Überraschung, lebt dort doch unter der Herrschaft von Königin Liliana und ihrer Schwester Fabiola ein bisher unentdeckter Amazonenstamm, der ganz wild auf die Männer und die körperliche Liebe ist.

Hierbei noch co-inszeniert mit Fernando Orozco, in grundsätzlich kurzen Befehlsgesten und ansonsten wie improvisiert, verlegt Hofbauer seine Abart der nicht mehr gänzlich so familienfreundlichen Südamerika-Klamotte vor allem die der zweiten Hälfte der Szenerie direkt in das gewohnte Lustspiel und seine verbalen und visuellen Affären hinein. Barbusige Damen zuhauf schmücken ab dort die Umgebung, wobei die „Three Superguys“ (OT) nach einigen Animositäten zur Beglückung der ansonsten allein lebenden Frauen, der Liebeshexen vom Rio Negro, auch höchst willkommen und entsprechend gewürdigt sind. Die Geschichte drumherum bleibt dabei weiterhin Nebensache, narrativ ungelenk, ist auch zuvor schon das Geplänkel um die Landkarte und den vermeintlichen Goldschatz und die auch nur halbherzig versuchte Ausschaltung des Suchtrupps so gut wie egal; sowieso wirkt der Film trotz oder gerade wegen einiger weniger prägnanter Szenen komplett aus der Hüfte geschossen und so vom oberflächlichen Effekt her berechnet, was zumindest den Sympathie- und Servicewert der Obskurität obgleich schmuddeligen Ansinnens und unvollendeten Handwerks durchaus oben hält.

So hat man zwar auch hier nur vier Fäuste (sowie Judogriffe und 'Kung Fu Tritte'), erwäscht sich mit dem Zusatz von Begehrzwerg Talamonti, den Erkundungen der Vorzüge der lokalen Damenschaft und durchweg derberen Mamma-Mia-Wortwitz aber eine Ausgeblichen- und Abgegriffenheit kolonialer Darstellungen, in der die Emanzipation nicht gerade neu erfunden und auch sonst kein zivilisierter Umgang miteinander gepflegt wird. Entsprechend auch gehalten im grün-gelber Verschwitztheit, in der die zerschlissene Kleidung der Kanaillien, Maulhelden und Völkerbundsverwalter gleichsam schon speckig, das Hemd schon vorsorglich offen, bereit für das nächste Ablegen störenden Stoffes und den Grenzen des guten Geschmackes ist.“ (Con Trai/OFDb.de)

 

 

 

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  • Montag, 30. April 2018 21:15