Mond in der Gosse

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Kategorie
Filme
Datum
Freitag, 3. Juni 2022 21:15

Der Mond in der Gosse

OT: La Lune dans le caniveau, Frankreich 1983, 137 Minuten, deutsche Fassung, 35 mm, Regie: Jean-Jacques Beineix, Darsteller: Nastassja Kinski, Gérard Depardieu, Victoria Abril

„Ein junger Mann aus ärmlichen Verhältnissen verliert seine Schwester. Sie durchschnitt sich die Pulsadern nach den traumatischen Folgen einer Vergewaltigung. Er wird sich auf die Suche nach dem Täter machen und beginnt aus Verzweiflung, jeden zu verdächtigen. Eines Tages trifft er Loretta, die aus der Oberschicht stammt und sich auf der Suche nach neuen Erfahrungen („another World“) in schäbigen Vierteln herumtreibt. Es entwickelt sich eine kuriose Liebesbeziehung …

Beineix kreiert einen Traum, der aus flackernden Lichtern und „hyperrealen“ Orten besteht. Die Menschen befinden sich in rein künstlichen Umgebungen und können sich sicher sein, dass unter der gelackten Oberfläche fast alles verschwindet.“ (ofdb.de)
Kultfilm! Vor allem aber ein Film der Schauwerte. „Der Mond in der Gosse“ war das zweite Werk von Regisseur Beineix nach „Diva“. Er dem „Cinéma du look“ zuzuordnen: Die Kamera scheint durch die Sets förmlich zu schweben, überall dringt Rauch durch das Neonlicht.

"Beineix schafft (...) mehr als nur einen weiteren Neo-Noir – er schafft einen Neon-Noir, einen in einer surrealen, im Neonlicht flimmernden, Parallelwelt angesiedelten Kriminalfilm, dessen buchstäbliches „Whodunit?“ am Ende fast untergeht und zweitrangig gegenüber dem Stil der Inszenierung wird. Allerdings liefert der Film dann tatsächlich doch noch gegen Ende eine (mögliche) Auflösung, welche dem Zuschauer einen weiteren Schlag in die Magengrube versetzt, bevor eine weitere allerletzte überraschende Wendung diesen Film dann auch inhaltlich unvergesslich macht.

Zum rundum positiven Endeindruck tragen natürlich auch die überragenden Darsteller bei. (...)

Die tollen Sets - gefilmt wurde in den heiligen Hallen Cinecittàs und dem Hafen von Marseille - fotografiert von Oscarpreisträger Philippe Rousselot, die zahlreichen, grandiosen Regieeinfälle und der famose Score des ebenfalls später mit einem Oscar geadelten Beineix-Dauerkollaborateurs Gabriel Yared machen den Film zu einem leider vollkommen übergangenen Meisterwerk des europäischen Films, welches endlich eine Wiederentdeckung verdient hätte."

(Sascha Nolte, www.italo-cinema.de)

 

 
 

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  • Freitag, 3. Juni 2022 21:15

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