Mifune

Filme
mifune
Datum: Dienstag, 18. Februar 2020 21:15

Eintritt:
6 Euro

Mifune

Originaltitel: Mifune sidste sang, Dänemark 1999, 101 Min., deutsche Fassung, 35mm, Regie: Søren Kragh-Jacobsen, Darsteller: Anders W. Berthelsen, Jesper Asholt, Iben Hjejle

Silberner Bär auf der Berlinale 1999! „Mifune“ ist der dritte Film, der nach den Dogma 95-Richtlinien gedreht wurde. Nach den sperrigen, eher schwer verdaulichen „Das Fest“ und „Idioten“ überraschte das älteste Mitglied der Dogma-Quadriga mit dieser Komödie um zwei ungleiche Brüder. Beide bewundern den japanischen Schauspieler-Samurai Toshirō Mifune, aber das war es schon mit den Gemeinsamkeiten. Tatsächlich hat der eine, ein junger Karrierist, wenig Lust, sein Erbe, einen verfallenden Bauernhof, anzutreten. Aber auch sein geistig behinderter Bruder braucht seine Hilfe.

Der Filmspiegel nennt „Mifune“ eine „einfühlsame, humorvolle Charakterstudie mit bemerkenswerten Darstellern“. Filmkritiker Ralf Schenk sieht an „Mifune“ „ungetrübtes cineastisches Vergnügen“. An Stelle abgrundtiefer Verstörung bei „Das Fest“ und „Idioten“ stehe hier die Lust am Komischen, an Stelle der spröden Verunsicherung das unterhaltsame Plädoyer für Glück durch Harmonie. Unverkennbar sei aber auch die Nähe zu Ingmar Bergman.

 

25 Jahre Dogma 95 – Die kleine dänische Film-Revolte

Vor einem Vierteljahrhundert, am 20. März 1995, wurde mit großem Tamtam und medialer Aufmerksamkeit im Pariser Odeon-Theater das Dogma-95-Manifest vorgestellt.

Für die Erstunterzeichner, die beiden dänischen Regisseure Lars von Trier und Thomas Vinterberg, war Dogma 95 eine Kampfansage an das „Illusionskino“ und die „zunehmende Wirklichkeitsentfremdung des Kinos“.

Mit zehn eisernen Regeln, „Vow of Chastity“ („Keuschheitsgelübde“) genannt, verbannte man vor allem Effekte und technische Spielereien und zwang die Filmemacherinnen und –macher gewissermaßen „back to the roots“.

Auf den Filmfestspielen in Cannes 1999 präsentierten Vinterberg mit „Das Fest“ und von Trier mit „Idioten“ die ersten Filme im Dogma-Stil. Die mediale Aufmerksamkeit war enorm. Die Kritiker waren gespalten, wobei es allerdings durchaus euphorische Stimmen und Auszeichnungen (z. B. Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes für „Das Fest“) gab.

Und wenn es sich, aus heutiger Sicht und im schlimmsten Fall, auch um einen Marketing-Gag gehandelt haben sollte: Dogma 95 war ein Ereignis, das so manch Alt-Feuilletonisten aus dem Dämmerschlaf riss, für fruchtbare Debatten innerhalb der Filmkritik sorgte und auch Einzug in die film- und medienwissenschaftlichen Seminare fand.

Grund genug also, vier der besten Dogma-Filme noch einmal zu spielen.

 

 

 

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