Auf der Suche nach Mr. Goodbar

Filme
goodbar
Datum: Dienstag, 17. Mai 2022 21:15

Eintritt:
6 Euro

Auf der Suche nach Mr. Goodbar

OT: Looking for Mr. Goodbar, USA 1977, 136 Min., engl. OV, 16mm, R.: Richard Brooks, D.: Diane Keaton, Tuesday Weld, William Atherton, Richard Gere, Tom Berenger

Theresa Dunn war als Kind der strengen irisch-katholischen Erziehung ihres Vaters ausgesetzt. Nun ist sie tagsüber eine erfolgreiche Lehrerin für gehörlose Kinder, aber nach einer kurzen, unglücklichen Affäre mit ihrem selbstsüchtigen Universitätsprofessor, der „die Gesellschaft einer Frau nicht ausstehen kann, nachdem er sie gefickt hat“, beginnt sie, ihre Nächte in Bars zu verbringen. Ihr Verlangen nach Sex, später aber auch nach Drogen, führt zu immer erniedrigenderen und gefährlicheren Situationen, die im Widerspruch zu ihrer täglichen Verpflichtung gegenüber ihren Kindern stehen.

Basierend auf wahren Begebenheiten und dem gleichnamigen Bestseller von Judith Rossner aus dem Jahr 1975 ist Richard Brooks’ „Looking for Mr. Goodbar“ trotz seines kontroversen Themas und mehrerer Oscar-Nominierungen ein fast vergessener Film. Wunderschön konstruiert von Brooks und geschnitten von George Grenville, springt der Film zwischen Theresas Tagen im Klassenzimmer und Nächten an der Bar mit einer Geschmeidigkeit hin und her, die den Zuschauer manchmal durch plötzliche Ausbrüche von kindlichen Tagträumen und unterschwelligen Bildern herausfordert.

"Diane Keaton liefert eine beängstigend authentische Darstellung als intelligente, liebenswerte Frau zwischen psychischer Fragilität und verzweifelter Selbstbestimmungsambition, die am Ende dann doch naiver ist, als es ihr lieb sein kann. Theresas nächtliche „Drifter“-Gewohnheiten und ihre zunehmende Adaption an das trist-emotionsentleerte, urbane Kieztreiben nehmen gewissermaßen wesentliche Elemente von Friedkins „Cruising“ vorweg. Nicht allein aufgrunddessen muss er als eines der progressivsten Werke seines Entstehungsjahres gelten, das ja auch „Star Wars“ ausspuckte, das Epitaph New Hollywoods." (In meinem Herzen haben viele Filme Platz)

"Eine filmisch weitgehend faszinierende, am Ende schockierende, jedoch von Spekulationen nicht freie Studie über Scheinemanzipation und die Verhaltensweisen von der Gesellschaft enttäuschter Menschen." (Filmdienst)

Trailer:

https://www.youtube.com/watch?v=5Fqc6m9vfxE

 

 

Alle Daten


  • Dienstag, 17. Mai 2022 21:15