Secret of the Lost Empire

Filme
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Datum: Freitag, 1. Juli 2022 23:45

Eintritt:
6 Euro

Secret of the Lost Empire

Originaltitel: Ninja Operation 7 – Royal Warriors, Hongkong 1988, 90 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: Godfrey Ho, Darsteller: Richard Harrison, Mike Abbott, Stefan Bredhart

Als der böse Gangster Baron (Cohen?) und seine treue Gruppe Ninjas ihre Hände an eine Schatzkarte bekommt, geht es auf Goldsuche im burmesischen Hinterland. „Secret of the Lost Empire“ (aka Ninja Operation 7 – Royal Warriors aka Hands of Death aka wie in diesem Genre üblich viele weitere Titel) verbindet viele schöne Motive miteinander – Ninja-Action (stilecht mit pinken Kostümen und Ninja-Stirnbändern, soll ja unauffällig sein), Martial-Arts Kloppereien, Vietnam-Dschungel-Fallenstellen-Action, einen weiblichen Tarzan, Kannibalen ... – also alles, was das Herz begehrt.

Die Story ist in diesen Filmen natürlich Nebensache, Hauptsache Ninja. Nur seltsam, dass der Film in Deutschland gar nicht als Ninja-Film vermarktet wurde, weder im deutschen Titel noch im Aushangsmaterial, zudem fehlte in der deutschen Videofassung der Ninja-Endkampf komplett. Meinte der Verleih, wir würden den 5717845ten Ninja-Schwurbel kaufen, aber den 5717846ten nicht mehr?

„Secret of the Lost Empire“ zeigt zwei der spannendsten Darsteller aus dem Genre: Mike Abbott und Richard Harrison. Obwohl die gefühlt in 95% aller Ninja-Filme mitgespielt haben, ist „Secret of the Lost Empire“ tatsächlich einer von nur zwei Filmen, die die beiden miteinander gedreht haben (der andere ist „Hitman – The Cobra“). Für Mike Abbott ging die Karriere hier erst los, Richard Harrison stieg aus dem Genre aus.
Der typische Film aus der Schmiede von IFD (und Filmark, die später das Erfolgskonzept kopierte und mit „Frauenlager der Ninja“ einen der kuriosesten Vertreter des Cut&Paste-Genres vorlegte) ist aus zwei Filmen zusammengeschnitten. Regisseur Godfrey Ho, der seine Karriere bei den Shaw Brothers als Regieassistent von Chang Cheh begann, kaufte dafür unfertige Filmbaustellen auf und schnitt Ninja-Krams rein, in diesem Fall hat es „The Great Escape in Jungle“ erwischt. Das konnte oft genug schon deshalb nicht funktionieren, weil neues und altes Material aus verschiedenen Dekaden stammt und mit vollkommen anderen Darstellern auskommt. Besonders spannend sind dabei die Szenen, wo so getan werden soll, als hätten beide Filme was miteinander zu tun, oft über Telefon, im Fall von Richard Harrison bevorzugt ein Garfield-Telefon (!), aber auch unter der täuschend echten Illusion, Darsteller aus Film A würde in einer Kulisse mit Darsteller aus Film B interagieren.

Richard Harrison begann seine Karriere vielversprechend in Italien mit Schwert und Sandalen, Eurospy und Spaghetti-Western, der Legende nach soll er eine Rolle für „A Fistful of Dollars“ zugunsten von Clint Eastwood abgelehnt haben. In den 80ern traf er auf Godfrey Ho. Mit dem sofort gedrehten „Der Ninja“ („Ninja Thunderbolt“) löste man einen unerwarteten Ninja-Boom aus. Und jetzt wird’s konfus. Richard Harrison tauchte in einer ganzen Reihe Ninja-Filmen auf – „Ninja Terminator“, „Golden Ninja Warrior“, „Diamond Ninja Force“ – heute große Klassiker des Trash-Kinos. Richard Harrison behauptet bis heute, Godfrey Ho und dessen Kollege Joseph Lai hatten das gedrehte Material für viel mehr Filme verwurstet, als von Harrison gedacht und gebilligt war. Als Harrison nun für Tomas Tang (Chef von Filmark) Filme drehen wollte, passte Joseph Lai das nicht, und er soll Harrison angeblich unter Druck gesetzt haben, in weiteren Filmen mitzuspielen, was Harrison tat. Harrison hat seine Zeit mit IFD schlechter in Erinnerung als Mike Abbott.

Mike Abbott reiste in jungen Jahren viel in der Welt rum, bis es ihn 1986 nach Hong Kong verschlug, und er eine Statistenrolle in „Future Hunters“ abgriff. Er wurde von IFD entdeckt, legte eine steile Karriere hin – auch „Bionic Ninja“, „War City Platoon“ oder „High Sky Mission“, schließlich durfte er sogar in „City Hunter“ (Jackie Chan!) mitspielen. Ende der 80er gründete er außerdem seine Firma „Abbott Leisure“, die Kinderunterhaltung durch Clowns und Show-Einlagen machte. Also auch nix anderes als IFD.

 

 

 

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