White Pop Jesus

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Dienstag, 29. November 2022 21:15

TERZA VISIONE ON TOUR

White Pop Jesus

I 1980, 75 Minuten, Originalfassung mit englischen Untertiteln, 35 mm, R.: Luigi Petrini, D.: Awana Gana, Stella Carnacina, Gisela Hahn, Tony Schneider, Gianni Magni

Alle, denen Norman Jewisons „Jesus Christ Superstar“ (1973) nicht fetzig genug war, kommen hier auf ihre Kosten: Diese späte Kreuz(ig)ung aus Musicarello und Musical vermählt das Neue Testament nicht nur mit dem Disco-Genre, sondern auch mit Slapstick-Elementen und einem Mafia-Subplot. Man ahnt es: „White Pop Jesus“ ist kein gewöhnlicher Film. In einer Zeit, die saturiert war von dem Genre (und das nur etwas über zwei Jahre nach dem Welterfolg von John Badhams „Saturday Night Fever“), hat man die Komponisten Vince Tempera und Franco Bixio ein Disco-Inferno entfesseln lassen, das seinesgleichen sucht. Jesus (Radiomoderator Awana Gana in seiner einzigen Filmrolle) kommt oder flieht, man weiß es nicht genau, aus einer psychiatrischen Anstalt und führt sich auf wie der sprichwörtliche Messias. Dabei sagt er unter anderem der Mafia, Terrorismus und Drogen den Kampf an.

Luigi Petrini, der schon mit illustren Regisseuren wie Mario Bianchi und Angelo Pannacciò zusammengearbeitet hatte, zeigt mit seinem letzten Werk, dass ein Film manchmal entgleisen muss, um zu sich zu kommen. Was davon ist Parodie? Was davon Hommage? Was Blasphemie? Wir wissen nur: Es ist ein Fest!

Eine lange gesuchte Rarität! Wir zeigen die vermutlich letzte erhaltene 35mm-Kopie - sie befindet sich sogar in gutem Zustand - in einer einmaligen Vorstellung. Die Fassung ist gekürzt, was aber weitgehend nur eine Nebenhandlung betrifft (keine Zensurschnitte) und dem Vergnügen keinen Abbruch tut.

 

 
 

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