Open Season - Jagdzeit

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Datum: Mittwoch, 18. Dezember 2019 21:15

Eintritt:
6 Euro

Open Season - Jagdzeit

Originaltitel: Open Season, USA 1974, 99 Min., deutsche Fassung, 35mm, Regie: Peter Collinson, Darsteller: Peter Fonda, Richard Lynch, John Phillip Law

Zum bedauerlichen Tod von Peter Fonda („Easy Rider“) im August dieses Jahres zeigen wir ihn in einer seiner besten Rollen. Der packend-provokante 70er-Reißer „Open Season“ hat unter Fans einen gewissen Kultstatus, ist aber beim breiten Publikum weitgehend in Vergessenheit geraten. Digital ist der auf dem umstrittenen Bestseller-Roman von David D. Osborn basierende Film in Deutschland nur in miserabler Qualität erhältlich.

„Jeden Sommer zur Jagdzeit (Open Season) das gleiche Spiel: Drei junge wohlhabende Amerikaner, ehemalige Vietnamsoldaten, betreiben zum Spaß eine zynische Hetzjagd auf wehrlose Menschen, meistens Pärchen, die sie auf dem Weg zur Jagd in ihre Gewalt bringen und in die extrem abgelegene Wildnis zu einer komfortabel ausgestatteten Jagdhütte verschleppen. Und das alles sehr höflich, ohne brutale Gewaltanwendung. Während der Mann zur Hausarbeit gezwungen wird, vergnügen sich die drei mit der Frau. Nach Psychoterror, sexueller Nötigung der Frau, groben und derben Späßen sowie unzähligen Demütigungen, werden die Verschleppten mit einem kleinen zeitlichen Vorsprung in die Wildnis entlassen - mit dem Ziel sie zu jagen und zu töten wie Tiere. Doch diesmal kommt alles etwas anders ...“ (www.ofdb.de)

„Peter Fonda, John Phillip Law und Richard Lynch geben ein soziopathisches Trio Infernale und verstehen es meisterhaft die Atmosphäre Szene um Szene bösartiger und unberechenbarer werden zu lassen. Und die Jagd, die sich lediglich über das letzte Filmdrittel zieht, mag relativ kurz sein, aber dafür ist sie packend, intensiv und unerbittlich. Umsonst hat die „Open Season“ sicherlich nicht das zeitweise Verbot in zwei skandinavischen Ländern ereilt - wobei der ausschlaggebende Grund nicht der Goreexzess, sondern die psychologische Härte gewesen sein dürfte. Fürs Auge bietet der Film auch etwas; in Gestalt der prächtig-perfiden Bilder von Kameraprofessional Fernando Arribas, der zuvor nicht nur edle Ercoli-Gialli, sondern auch ein paar Eurohorrorperlen wie „The Blood Splattered Bride“ und Jorge Graus exzellente Bathory-Verfilmung „Ceremonia Sangrienta“ fotografiert hat. Der Score von Ruggero Cini spielt neben genreüblichen Bluegrass und psychedelischen Sounds auch die eine oder andere gutgelaunte Camperhymne, was dann den zynischen Unterton des Ganzen ins Bulleye trifft.

FAZIT: „Run, Rabbit, Run!“ - Zynische Menschenjagd zwischen „Beim Sterben ist jeder der Erste“, „Last House on the Left“ und „Hitch-Hike“ mit dem Zeug zum Genreklassiker.“ (Christian Ade, www.filmtipps.at)

 

 

 

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