Open Hearts - Für immer und ewig

Filme
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Datum: Freitag, 21. Februar 2020 21:15

Eintritt:
6 Euro

Open Hearts - Für immer und ewig

Originaltitel: Elsker dig for Evigt, Dänemark 2002, 113 Min., deutsche Fassung, 35mm, Regie: Susanne Bier, Darsteller: Sonja Richter, Mads Mikkelsen, Paprika Steen

Susanne Biers „Open Hearts“ war einer der besten Dogma-Filme. Vollkommen unprätentiös erzählt sie kunstvoll von der Zerbrechlichkeit und dem Zerbrechen der Liebe und des Lebens. Cecile und Joachim wollen heiraten. Kurz vor ihrer Hochzeit erleidet Joachim einen schweren Verkehrsunfall und ist fortan halsabwärts gelähmt. In ihrer Verzweiflung und aus Furcht vor Joachims aufkeimender Bösartigkeit wirft sie sich dem Krankenhaus-Arzt Niels an den Hals.

„Das, wogegen Susanne Biers Bildersprache am entschiedensten opponiert, ist gerade jene Allerwelts-Ästhetik des Prime-Time-Fernsehfilms, die seit längerem auch in unserem Kino vorherrschend ist. Das Dogma-Manifest hat deren Standards mit einem Federstrich beiseite gewischt, aber es sind Filme wie „Open Hearts“ (...), die den kühnen Anspruch künstlerisch einlösen“, schrieb die FAZ. Und auch der bekannte Filmkritiker Rüdiger Suchsland zeigte sich überzeugt: „Weil er Substanz hat, ist „Open Hearts“ ein Kunstwerk geworden, in dem sich viele wiederfinden können. Was ließe sich über einen Film Besseres sagen?“

25 Jahre Dogma 95 – Die kleine dänische Film-Revolte

Vor einem Vierteljahrhundert, am 20. März 1995, wurde mit großem Tamtam und medialer Aufmerksamkeit im Pariser Odeon-Theater das Dogma-95-Manifest vorgestellt.

Für die Erstunterzeichner, die beiden dänischen Regisseure Lars von Trier und Thomas Vinterberg, war Dogma 95 eine Kampfansage an das „Illusionskino“ und die „zunehmende Wirklichkeitsentfremdung des Kinos“.

Mit zehn eisernen Regeln, „Vow of Chastity“ („Keuschheitsgelübde“) genannt, verbannte man vor allem Effekte und technische Spielereien und zwang die Filmemacherinnen und –macher gewissermaßen „back to the roots“.

Auf den Filmfestspielen in Cannes 1999 präsentierten Vinterberg mit „Das Fest“ und von Trier mit „Idioten“ die ersten Filme im Dogma-Stil. Die mediale Aufmerksamkeit war enorm. Die Kritiker waren gespalten, wobei es allerdings durchaus euphorische Stimmen und Auszeichnungen (z. B. Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes für „Das Fest“) gab.

Und wenn es sich, aus heutiger Sicht und im schlimmsten Fall, auch um einen Marketing-Gag gehandelt haben sollte: Dogma 95 war ein Ereignis, das so manch Alt-Feuilletonisten aus dem Dämmerschlaf riss, für fruchtbare Debatten innerhalb der Filmkritik sorgte und auch Einzug in die film- und medienwissenschaftlichen Seminare fand.

Grund genug also, vier der besten Dogma-Filme noch einmal zu spielen.

 

 

 

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