Der Biss der Schlangenfrau

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Mittwoch, 14. Januar 2026 21:15
                                           Eintritt: 6 Euro                           

Der Biss der Schlangenfrau

Originaltitel: The Lair of the White Worm, GB 1988, 93 Minuten, deutsche Fassung, 35mm, Regie: Ken Russell, Darsteller: Sammi Davis, Amanda Donohoe, Hugh Grant

„Mercy Farm birgt ein Jahrhundert lang verborgenes Geheimnis. Seine Entdeckung bringt unbeschreiblichen Horror über das kleine, verschlafene Dorf. Der Archäologe Angus Flint entdeckt bei Grabungen auf dem Anwesen seiner beiden hübschen Gastgeberinnen einen mächtigen Schädel. Mary und Eve Trents Eltern sind auf mysteriöse Weise verschwunden. Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Schädel, der Legende vom entsetzlichen weißen Drachen und dem Verschwinden der Eltern? Als die schlangenhafte Lady Sylvia den Schädel sieht, beginnt der Terror: wilde Rituale, satanische Halluzinationen und schleichendes Grauen. Inmitten dieses wilden Strudels die beiden jungfräulichen Schwestern – Opfer der Schlangenfrau…

Ken Russells Feuerwerk schwarzen Humors, bizarrer Erotik und surrealer Skurrilität – lose inszeniert nach einer literarischen Vorlage Bram Stokers – genießt unter Kennern den Ruf eines kleinen Klassikers und gehört zweifelsohne zu den originellsten und eigenwilligsten Werken des Horrorfilms!“ (cmv-Laservision) „In die Gegenwart transponierte Verfilmung einer Bram-Stoker-Gruselgeschichte, die durch den für Ken Russell typischen Karussell-Inszenierungsstil den Zuschauer immer wieder fesselt.“ (Filmdienst)

"Eine echte Wundertüte und eben auch deshalb so toll, weil dahinter ein solch eigenwilliger Kopf steckte, der damit seine sehr eigenständige Version eines Genrefilms realisierte – und den zahlreichen minderbemittelten hacks und Proleten, die sich während der Achtzigerjahre an der Horrorkomödie versuchten, zeigte, dass eine solche durchaus visuell gewagt und anspruchsvoll sein kann, ohne dabei an Zugänglichkeit oder Witz einzubüßen." (Oliver Nöding, Remember It For Later)

Retrospektive Henry Kenneth Alfred „Ken“ Russell (1927-2011)

Das KommKino widmet dem britischen Regisseur Ken Russell eine Retrospektive. Russell zählt bis heute zu den eigenwilligsten Filmemachern des internationalen Kinos. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen klassischer Musik, literarischen und religiösen Stoffen und einer Bildsprache, die bewusst überzeichnet, dabei körperlich und oft grotesk ist.

Zu seinen bekanntesten Filmen zählen „Die Teufel“, „Die Hure“, „Gothic“, „Tommy“, „Salomes letzter Tanz“ und „Der Biss der Schlangenfrau“. Russell griff darin auf historische, musikalische und mythologische Vorlagen zurück, um sie filmisch zuzuspitzen und gegen den Strich zu lesen. Religion, Sexualität, Macht und Kunst stehen dabei gleichberechtigt nebeneinander, ohne auf eindeutige Deutungen hinauszulaufen.

Russells Filme sind fordernd und nicht auf unmittelbare Gefälligkeit angelegt. Sie irritieren, provozieren und eröffnen neue Perspektiven auf das, was Kino leisten kann. Der Regisseur, der seine Laufbahn im britischen Fernsehen begann, schuf später Arbeiten, die immer wieder auf Widerstand, Zensur und Skandalisierung stießen. Gerade aus dieser Spannung zwischen künstlerischem Anspruch und bewusster Übersteigerung beziehen seine Filme ihre Wirkung. Viele seiner Bilder haben bis heute nichts von ihrer Kraft verloren.

Eine Ken-Russell-Retrospektive im KommKino ist daher mehr als eine bloße Wiederaufführung. Sie bietet die Gelegenheit, ein Werk neu zu betrachten, das sich einfachen Einordnungen entzieht und bis heute singulär im Kino steht.

 

 
 

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