BLUTIGES BLEI

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Samstag, 25. April 2026 21:00
                                           Einzelticket: 6 Euro                           

BLUTIGES BLEI

IL PREZZO DEL POTERE

ITA|ESP 1969 – DF – 95 Min. – 35mm – CS – TC

Regie Tonino Valerii

Buch Massimo Patrizi

Kamera Stelvio Massi

Musik Luis Bacalov

Mit Giuliano Gemma, Warren Vanders, Maria Cuadra, Benito Stefanelli, Fernando Rey

Mit Ende des Sezessionskriegs wurden Eroberung und Zivilisierung fortgesetzt. Der Eisenbahnbau schritt voran und aus den Erdböden sprossen neue Städte und Industrien. Das mag superb klingen, reflektiert jedoch nur die halbe Wahrheit! Denn die alten Feindschaften sind längst nicht erloschen und es brennt mitunter gar lichterloh. 

So auch in Dallas, wo eine Gruppe Verschwörer die Sprengung einer Eisenbahnbrücke sowie die einhergehende Eliminierung des amtierenden Präsidenten James A. Garfield plant, um auf diesem Wege einen neuen Bürgerkrieg zu entfachen. Doch ihre Pläne misslingen, da ausgerechnet der steckbrieflich gesuchte Bill Willer Anschlag wie Attentat vereiteln kann. Doch wer nun glaubt, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden…

»Blutiges Blei« spielt in den USA des Jahres 1881. Ein Jahr in dem so einiges los war: Jesse und Frank überfielen den Rock Island Train und steigerten ihren Marktwert auf jeweils 5.000 $. Billy the Kid zog in die ewigen Jagdgründe ein. In Tombstone fand der legendäre Gunfight am  O. K. Corral statt. Und in Elberton fiel der 20. US-Präsident James A. Garfield einem Attentat respektive einer katastrophalen medizinischen Versorgung zum Opfer.

»Blutiges Blei« ist der einzige Western, der sich mit dem Garfield-Attentat auseinandersetzt, die Thematik jedoch nach eigenem Gutdünken umsetzt. So verlegte man das Geschehen von Elberton (New Jersey) nach Dallas (Texas), um Gemeinsamkeiten mit der Kennedy-Ermordung aufzuzeigen.

Die Täterermittlung überlässt das Drehbuch (Allan) Pinkerton. Jener 1850 gegründeten Agency, die aufgrund ihrer Rigorosität und Methodik hinter vorgehaltener Hand als Vorläufer des F.B.I. eingestuft wird.

Im realen Westen (zumindest bis zur vollständigen Besiedlung Amerikas) galten die Pinkerton-Leute als Sonderpolizei des Kapitals. Sie wurden ähnlich verachtet, wie die Eisenbahngesellschaften, für die sie ja auch tätig waren.

In den US-amerikanischen Westernlichtspielen lassen sich Pinkerton und seine Leute nicht pauschal als Gut oder Böse einordnen. Wer seine Prognosen dennoch präzisieren mag, sollte folgende Faustformel beherzigen: Sofern der jeweilige Western einem „Outlaw“, einem (Anti-)helden, gutgesinnt ist, erscheinen die Pinkertons vornehmlich in den Schurkenrollen.  

»Blutiges Blei«, Valeriis dritte Western-Regiearbeit, ist ein gelungener Mix aus Wide Open Town Western und Polit-Thriller, gespickt mit manch kritischer Note. So weicht die in den US-Western bevorzugt als crusading press gefeierte Zeitungspresse einer tendenziösen Medienberichterstattung. Und Südstaaten-Rassismus sowie eine nach dem Sezessionskrieg emsig weiter regierende Zerrissenheit von Nord und Süd sind dito präsent wie Ihre Vorfreude auf diesen ruppigen wie spannenden 1969er IW.

Frank Faltin

 
 

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  • Samstag, 25. April 2026 21:00