Teufelskreis Y
Originaltitel: Twisted Nerve, Großbritannien 1968, 112 Minuten, 35mm, deutsche Fassung, Regie: Roy Boulting, Darsteller: Hayley Mills, Hywel Bennett, Billie Whitelaw
Martin Durnley ist psychopathisch veranlagt und schmiedet Rachepläne gegen seinen Stiefvater. Hierzu ändert er seinen Namen, erschleicht sich das Vertrauen einer Studentin und ihrer Mutter, um in deren Pension aufgenommen zu werden. Martin, der geistige Behinderungen vortäuschen kann, aber tatsächlich unter dem Down-Syndrom leidet, nutzt diese Deckung, um schließlich seine Mordpläne in die Tat umzusetzen.
Der Film nutzt typisch für die Sechzigerjahre und für Filme, die italienischen Gialli und Hitchcocks Filmen wie „Psycho“ und „Marnie“ nachfolgen, küchenpsychologische Erklärungen, um Mordtaten und kriminelles Verhalten mit psychischen Krankheiten oder geistigen Behinderungen zu erklären. Auch Andeutungen, Martin sei homosexuell, fehlen nicht. Stilistisch ahmt der Film Hitchcock nach, dies macht die Filmmusik von Bernard Herrmann, der häufig für Hitchcock komponierte, ebenfalls deutlich. Sein Leitmotiv für diesen Film, eine gepfiffene Melodie, die unter dem Namen des Originaltitels des Films bekannt ist, erlangte Berühmtheit, nachdem Tarantino sie prominent für „Kill Bill“ einsetzte.
Ein kleiner Thriller, der besser als jede Dokumentation deutlich macht, wie man in den Sechzigern tickte.