Im Sündenpfuhl des Syndikats

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Datum: Samstag, 9. Juni 2018 21:15

Eintritt:
6 Euro

Im Sündenpfuhl des Syndikats

OT: Luca il Contrabbandiere, 91 Min., 35 mm, dF, R: Lucio Fulci D: Fabio Testi, Ivana Monti, Guido Alberti, Enrico Maisto

Neapel: Luca Di Angelo, dem erweiterten Kreis der Mafia zugehörig, verdient sich seine Brötchen mit dem Schmuggeln, meist von Zigaretten – ein Beruf, der ihm und seiner Familie einigen Wohlstand beschert hat, aber vor allem aus der Armut der neapolitanischen Bevölkerung heraus geboren ist. Als Lucas Bruder Micky erschossen wird, vermutet er zunächst den Lokalrivalen Scherino hinter der Tat, doch bald stellt sich heraus, dass die Bedrohung von außerhalb kommt: Der Mann aus Marseille will Neapel an sich reißen, um die Stadt mit seinen Drogen zu überfluten, und dabei sind ihm die konservativen Kräfte der Stadt im Weg ...

IM SÜNDENPFUHL DES SYNDIKATS hat einen etwas unscheinbaren Look, der Film ist trüb und farbarm, psychedelische Effektsequenzen wie in Lucio Fulcis Horrorfilmen darf man natürlich auch nicht erwarten, trotzdem ist er eine Augenweide. Die Kamera schwebt immer wieder sanft um die Figuren herum, oft blendet Gegenlicht und belegt das Geschehen kurz mit einem unwirklichen Schleier.

Dann ist da natürlich die Gewalt. Die Bunsenbrenner-Szene brennt sich wahrlich ins Gedächtnis, Dutzende explodierender Köpfe, Brustkörbe und Bäuche lassen einem die Kinnlade herunterklappen. Richtig harter Tobak ist aber die ausgedehnte Vergewaltigungssequenz, die im Kinosessel zur wahren Zerreißprobe wird. Die sich zur Kakophonie steigernden Schreie des Opfers und Lucas hilfloser Blick am anderen Ende des Telefons: Das vergisst man nie wieder.

Lassen sich viele der in den Siebzigerjahren in Italien entstandene Gangster- und Polizeifilme als chauvinistischer Unfug mit Partycharakter titulieren, wirft IM SÜNDENPFUHL DES SYNDIKATS einen besonders desillusionierten Blick auf das finstere Treiben der Mafia. Einer von Fulcis besten Filmen. (Oliver Nöding)

 

 

 

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  • Samstag, 9. Juni 2018 21:15