Superman IV - Die Welt am Abgrund
Originaltitel: Superman IV – The Quest for Peace, US/GB 1987, 86 Min., 35mm, deutsche Kinofassung
Regie: Sidney J. Furie
Darsteller: Christopher Reeve, Gene Hackman, Margot Kidder, Mark Pillow
Willkommen im vielleicht umstrittensten Kapitel der Superman-Saga – einem Film, der so beherzt am Abgrund entlang taumelt, dass man ihm einfach applaudieren muss. In Superman IV – Die Welt am Abgrund nimmt sich der Mann aus Stahl nichts Geringeres vor, als die atomare Bedrohung der Menschheit persönlich zu beenden. Die klischeehafte Mission ist schnell umrissen: Superman sammelt weltweit Nuklearwaffen ein, schleudert sie in die Sonne – und ruft damit seinen künstlich sonnengebräunten Erzfeind Nuclear Man auf den Plan. Lex Luthor darf natürlich auch nicht fehlen, inklusive haarsträubender Pläne und diabolischem Grinsen. Was folgt, ist ein Feuerwerk aus fliegenden Faustkämpfen, sichtbaren Spezialeffekten und einer Ernsthaftigkeit, die sich ungewollt in pure Camp-Ästhetik verwandelt. Genau darin liegt der Charme dieses Films: Er meint es gut. Sehr gut sogar.
Die Entstehungsgeschichte liest sich wie ein Hollywood-Märchen mit Sollbruchstellen. Produziert von der berüchtigten Cannon Group, wurde der Film von massiven Budgetkürzungen, hektischen Nachdrehs und gestrichenen Effekten geprägt. Christopher Reeve, der auch die Story-Idee beisteuerte, wollte ein politisches Statement zur nuklearen Abrüstung setzen – heraus kam ein Film, der an den Kinokassen scheiterte, aber als heimliches Vergnügen überlebte.
In der Filmbüchse der Pandora feiern wir diesen liebevollen Fehlschlag als das, was er ist: ein wackeliger, überambitionierter, aber zutiefst sympathischer Superheldenfilm – mit Umhang, Herz und ordentlich Trash im Gepäck.