Gothic

gothic
Kategorie
Filme
Date
Mittwoch, 21. Januar 2026 21:15

Gothic

Originaltitel: Gothic, UK, 1986, 87 Minuten, deutsche Fassung, 35mm, Regie: Ken Russell, Darsteller: Gabriel Byrne, Julian Sands, Natasha Richardson

„Im Sommer 1816 verbringt Mary Godwin, spätere geehelichte Shelley, mit Freunden eine Nacht in der Villa Lord Byrons am Genfer See. Durch den übermäßigen Genuß von Alkohol und Drogen gibt man sich ekstatischen Exzessen hin, die letztendlich in unheimlichen Visionen gipfeln. Tags darauf beginnt Mary, ihren Roman „Frankenstein“ zu schreiben.“ (Frank Trebbin, Die Angst sitzt neben dir)

„Ein wunderbarer Trip voller kleiner Schocks, Dialogen in gelungener Sprache, erinnerungswürdigen Momenten und Provokationen (…) "GOTHIC" ist sowohl erotisch wie auch psychedelisch, voller großartiger, extravagenter und skurriler Ideen, auch nach so vielen Jahren funktioniert dieses Werk noch voll und ganz und hat nichts von seiner Faszination verloren. Pflichtprogramm!“ (Haikos Filmlexikon)

Retrospektive Henry Kenneth Alfred „Ken“ Russell (1927-2011)

Das KommKino widmet dem britischen Regisseur Ken Russell eine Retrospektive. Russell zählt bis heute zu den eigenwilligsten Filmemachern des internationalen Kinos. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen klassischer Musik, literarischen und religiösen Stoffen und einer Bildsprache, die bewusst überzeichnet, dabei körperlich und oft grotesk ist.

Zu seinen bekanntesten Filmen zählen „Die Teufel“, „Die Hure“, „Gothic“, „Tommy“, „Salomes letzter Tanz“ und „Der Biss der Schlangenfrau“. Russell griff darin auf historische, musikalische und mythologische Vorlagen zurück, um sie filmisch zuzuspitzen und gegen den Strich zu lesen. Religion, Sexualität, Macht und Kunst stehen dabei gleichberechtigt nebeneinander, ohne auf eindeutige Deutungen hinauszulaufen.

Russells Filme sind fordernd und nicht auf unmittelbare Gefälligkeit angelegt. Sie irritieren, provozieren und eröffnen neue Perspektiven auf das, was Kino leisten kann. Der Regisseur, der seine Laufbahn im britischen Fernsehen begann, schuf später Arbeiten, die immer wieder auf Widerstand, Zensur und Skandalisierung stießen. Gerade aus dieser Spannung zwischen künstlerischem Anspruch und bewusster Übersteigerung beziehen seine Filme ihre Wirkung. Viele seiner Bilder haben bis heute nichts von ihrer Kraft verloren.

Eine Ken-Russell-Retrospektive im KommKino ist daher mehr als eine bloße Wiederaufführung. Sie bietet die Gelegenheit, ein Werk neu zu betrachten, das sich einfachen Einordnungen entzieht und bis heute singulär im Kino steht.

 

 
 

Alle Daten

  • Mittwoch, 21. Januar 2026 21:15
  • Dienstag, 20. Januar 2026 21:15