Die Einsteiger
Deutschland 1985, 102 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: Sigi Rothemund (aka Siggi Götz), Darsteller: Thomas Gottschalk, Mike Krüger, Anja Kruse, Ankie Beilke, Kurt Weinzierl
„Mike erfindet den Video-Integrator, ein Gerät, mit dem man in Videofilme „einsteigen“ kann. Er und Mitbewohner Tommy, ein erfolgloser Schriftsteller und Tankwart, erleben auf diese Weise zahlreiche Abenteuer, bis sowohl ein deutscher als auch ein japanischer Elektronikkonzern auf die Erfindung aufmerksam werden. Es folgt eine verrückte Katz-und-Maus-Jagd zwischen Realität und virtuellen Videowelten. So landen die beiden unter anderem in einem Western, einem Abenteuerfilm à la Indiana Jones, einem Vampirfilm (in Anspielung auf „Tanz der Vampire“), einem Rocky-ähnlichen Boxer- und einem Gangsterfilm (mit Anspielungen auf „Der Clou“ und „Casablanca“). Weitere Segmente behandeln einen Abstecher in die Südsee und zu guter Letzt das alte Rom zur Zeit Neros. Beide Freunde finden außerdem jeweils ihre große Liebe.“ (Wikipedia)
Der vierte Film des von der Kritik gehassten und vom deutschen 80er-Kinopublikum geliebten Blödel-Duos Thomas Gottschalk und Mike Krüger. Diesmal hatte man mit Siggi Götz alias Sigi Rothemund, dem auch das noch heute erscheinende lesenswerte Magazin für obskures deutsches Kino „Sigi Götz Entertainment“ gewidmet ist, einen handwerklich kompetenten Regisseur an Bord. Und man hatte eine recht originelle Grundidee, wollte offenbar mehr als lediglich die übliche Aneinanderreihung von Flachwitzen bieten. Das Resultat ist dennoch Klamauk für Hartgesottene. Anhänger feingeistigen Humors dürften sich mit dem „Genuss“ dieses Films in akute Gefahr begeben, einen Herzinfarkt zu erleiden.
Sehenswert ist freilich der standesgemäße Auftritt von Udo Kier (als Vampirgraf), ebenso der von Jochen Busse. „Das Ende ist gar eine handfeste Überraschung: Siggi Götz empfiehlt sich auf einmal als deutscher Giallo-Regisseur, wartet zu den atmosphärischen Klängen des goblinesken Soundtracks mit einer Bildfolge spannungssteigernder Detailaufnahmen auf und liefert eine Paraphrase zu Bavas „Reazione a catena“, die man in jedem Film erwartet hätte, aber gewiss nicht hier.“ (Oliver Nöding, Remember It For Later). Den gewohnt vernichtenden Kritiken zum Trotz wollten knapp 1,3 Millionen Zuschauer „die deutsche Antwort auf „Videodrome““ (Thomas Groh) sehen.