The Furious
Originaltitel: The Furious, Hong Kong 2025, 113 Minuten, englisch/mandarin/OmdU (17.09.), deutsche Fassung (15.09./19.09.), digital, Regie: Kenji Tanigaki, Darsteller: Xie Miao, Joe Taslim, Yang Enyou, Jeeja Yanin, Brian Le
Als „The Raid“ 2011 die Actionwelt erschütterte, begann für das moderne Martial-Arts-Kino eine neue Ära. Neben Regisseur Gareth Evans wurden auch Iko Uwais, Joe Taslim und Yayan Ruhian über Nacht zu internationalen Genregrößen. Mit „The Furious“ versammelt Stunt-Legende Kenji Tanigaki – selbst seit Jahrzehnten prägende Kraft des Hongkong-Actionkinos (vor allem durch Produktionen mit Donnie Yen) – gleich mehrere dieser Veteranen zu einem kompromisslosen Rachethriller. Im Mittelpunkt steht der stumme Handwerker Wang Wei, dessen Tochter einem Ring skrupelloser Kinderhändler in die Hände fällt. Gemeinsam mit einem verdeckt ermittelnden Polizisten nimmt er die Verfolgung auf und gerät in einen immer brutaler eskalierenden Feldzug gegen eine bestens organisierte Unterwelt.
Story und Figuren bleiben dabei bewusst archetypisch, denn Tanigaki interessiert sich weniger für erzählerische Umwege als für die körperliche Wucht seiner Inszenierung. Präzise choreografierte Kämpfe, lange Einstellungen und ein beeindruckendes Gespür für räumliche Übersicht verleihen jeder Auseinandersetzung Gewicht und Dynamik. Unterstützt von Action-Director Kensuke Sonomura entstehen so einige der eindrucksvollsten Martial-Arts-Sequenzen der letzten Jahre – kompromisslos, hart und handgemacht. „The Furious“ etabliert sich dabei mühelos als eines der stärksten modernen Genrewerke und beweist eindrucksvoll, dass das Hongkong- und chinesisch geprägte Martial-Arts-Kino nach Jahren im Schatten der indonesischen Konkurrenz wieder selbstbewusst an der Spitze des Genres mitkämpft.