Filme

Kamu onna

Love Bites Back, Japan 1988, 102 Min., OmeU, 35 mm, R.: Tatsumi Kumashiro, D.: Kaori Momoi, Toshiyuki Nagashima, Mitsuru Hirata

Als der Erfolg der Roman Poruno-Produktionen (Romantic Pornography) nachließ, startete Nikkatsu mit diesem Film eine neue erotische Serie unter dem Titel Ropponica, die sich an ein breiteres Publikum richtete.

Yûichi ist Produzent für Erwachsenenfilme und glänzt bei der Familie meist durch Abwesenheit. Am liebsten vergnügt er sich mit anderen Partnerinnen als seiner eigenen, was ihm schließlich zum Verhängnis wird. Er endet als Spielball resoluter Frauen, die im doppelten Sinne zubeißen, sowohl in physischer als auch emotionaler Hinsicht.

Filme

TUESDAY TRASH NIGHT

The Room

USA 2003, 99 Min., OmdU, HD, R.: Tommy Wiseau, D.: Tommy Wiseau, Juliette Danielle, Greg Sestero

Johnny, erfolgreicher Banker und herzensguter Mensch, wähnt sich mit seiner Flamme Lisa glücklich verlobt. Doch er ahnt nicht, dass er eine manipulative Natter an seinem Busen nährt, die gerade erfolgreich dabei ist, seinen besten Freund Mike in ihr Bett zu manövrieren. Dabei hat Johnny schon genug damit zu tun, seinem Kumpel Denny aus Drogenproblemen herauszuhelfen.

Am 1.2. startet „The Disaster Artist“ in den deutschen Kinos. Die Hollywood-Produktion zeigt die Entstehungsgeschichte von „The Room“. Aus diesem Anlass zeigen wir den Kultfilm aus der US-Midnight-Movie-Szene endlich wieder auf der großen Leinwand.. Das wahnwitzige Ego-Projekt von und mit Tommy Wiseau ist für manche die „Rocky Horror Picture“ Show des 21. Jahrhunderts und auf jeden Fall ein völlig einzigartiges, vor unfreiwilliger Komik schier berstendes Filmerlebnis! Bring your own spoon!

 

Überleben in Neukölln

D 2017, 82 Min., dF, digital, R.: Rosa von Praunheim, D.: Juwelia, José Promis, Kandis Williams, Rixdorfer Perlen, Wilfriede Richter

Rosa von Praunheim ist zurück! Mit seinem neuen Dokumentarfilm entführt uns der 75-jährige Regisseur ins Herz Berlins zu einer schrägen Tour durch Neukölln. Dort residiert Stefan Stricker, der unter dem Künstlernamen Juwelia eine Galerie auf dem Kiez betreibt. Jedes Wochenende begrüßt er dort Gäste, denen er schamlos aus seinem Leben erzählt und für die er poetische Lieder singt, die er mit seinem Freund aus Hollywood geschrieben hat. Auch andere Bewohner des Berliner Stadtteils geizen nicht mit Extravaganz. Dazu zählt etwa der kubanische Sänger und Tänzer Joaquin la Habana. Oder der potente Performance-Künstler Mischa Badasyan, der in seinem neuen Projekt ein Jahr lang jeden Tag mit einem anderen Menschen vögeln will. Aber auch die syrische Sängerin Enana, die nach ihrer Flucht nach Deutschland hofft, ein freieres Leben als Frau und Lesbe führen zu können, lässt Rosa von Praunheim zu Wort kommen.

„Überleben in Neukölln“ ist eine schillernde Tour durch ein Viertel, das wie kaum ein anderes für die rasanten Veränderungen Berlins steht – vom Assi-Kiez zum Hipster-Hotspot. Mit dieser einfachen Formel gibt Rosa von Praunheim sich jedoch nicht zufrieden. Er beschäftigt sich eingehend mit den einzigartigen Bewohnern Neuköllns, ihren Schicksalen und Träumen. So entsteht eine höchst unterhaltsame Dokumentation, die die politischen und gesellschaftlichen Aspekte der Gentrifizierung bewusst weitestgehend ausblendet.

 

Nikui an-chikushô

I Hate But Love, J 1962, 104 Min., OmeU, 35 mm, R.: Koreyoshi Kurahara, D.: Yûjirô Ishihara, Ruriko Asaoka, Hiroyuki Nagato

Eine Mischung aus romantischer Komödie, Melodram und Roadmovie mit dem damaligen Traumpaar des japanischen Kinos in den Hauptrollen, Ishihara Yûjirô und Asaoka Ruriko.

Der gefeierte Radio- und Fernsehstar Kita Daisuke ist sowohl privat als auch beruflich unzufrieden. Auf eine Zeitungsanzeige hin entschließt er sich impulsiv, für eine junge Frau einen Jeep von Tôkyô nach Kyûshû in Südjapan zu bringen. Seine Freundin Noriko, die zugleich seine Managerin ist, versucht ihn davon abzuhalten, doch ohne Erfolg. In ihrem Sportwagen nimmt sie Verfolgung auf und ein Kopf-an-Kopf-Rennen beginnt.

Garten der Sterne

Deutschland 2016, 61 Min, dF, digital, R.: Pasquale Plastino & Stéphane Riethauser

„Es war einmal ein alter Berliner Friedhof, wo die Brüder Grimm ihre ewige Ruhe gefunden haben. In diesem verzauberten Garten betreibt Ichgola Androgyn Deutschlands erstes Friedhofscafé. Ichgola (alias Bernd Boßmann, Mann/Frau Kabarettist, langjähriger Schwulen- und HIV/AIDS-Aktivist) organisiert auch die Bestattungen jenseits von religiösen Zugehörigkeiten, mit Schwerpunkt totgeborene Babys. Denn auf diesem Friedhof gibt es eine besondere Gedenkstätte: den „Garten der Sternenkinder“.

Ein wunderschönes Feld, wo Eltern einen Platz für ihr verlorenes Kind finden. Daneben ruhen die vielen Männer, die an AIDS gestorben sind und ein Stück Geschichte der Berliner schwulen Bewegung geschrieben haben. Im buntesten Friedhof Deutschlands wird das Leben mit seinen Rätseln und seinen Schönheiten wie nirgendwo anders zelebriert. Zwischen den Jahreszeiten erzählt uns die legendäre Zazie de Paris mit ihrer einzigartigen Stimme das Märchen der Brüder Grimm “Der Gevatter Tod”.“ (www.arthouse-cinema.de)

„Viele schwierige Themen werden von Plastino und Riethauser mit einer wunderbaren Leichtigkeit zu einem kleinen, filmischen Gedicht montiert, das ebenso berührend wie entspannt und atmosphärisch dicht daherkommt. Die erzählerischen Freiräume des Films, der unsentimentale, aber bewegende Sprachduktus von Bernd Bossmann und die große humanistische Liebe, die den Film dank seiner Hauptfigur durchtränkt, machen Garten der Sterne zu einem wunderbaren, und im dokumentarischen Einerlei auch sehr besonderen Film.“ (Toby Ashraf, Indiekino.de)

Es braucht ein bisschen, aber dann rührt die wie nebenbei erzählte Geschichte um eine Berliner Ruhestätte totgeborener Babys („Garten der Sternenkinder“) und an Aids gestorbener Schwuler einen mächtig an.“ (cinema)

als Vorfilm:

Last Address

USA 2010, 8 min., digital, R: Ira Sachs

 

Highschool Girls

dF, 35 mm

Die schärfere Fassung von Jürgen Enz’ Film “Verbotene Spiele auf der Schulbank” (weitere Informationen siehe dort). Er drehte von vielen seiner Werke Soft- und Hardcore-Fassungen. Wobei er selbst die Softversionen bevorzugt und angab, die harten Fassungen nur aus kommerziellen Gründen erstellt zu haben. Dennoch sicher sehr interessant, mal vergleichen zu können.

Im Rahmen unseres Jürgen-Enz-Specials!

Der 1941 geborene Jürgen Enz, über den selbst im allwissenden Internet nur wenige Infos zu finden sind, ist einer der eigenwilligsten deutschen Sex- und Porno-Regisseure.

Enz seziert kleinbürgerliche Sexfantasien mit einer Präzision, die fasziniert und bisweilen auch durchaus schmerzt. Ob beabsichtigt oder unfreiwillig, sei dahingestellt, auch wenn einiges für letzteres spricht. Dennoch: Wäre Rainer-Werner Fassbinder jemals gezwungen gewesen, mit etwas „Humor“ garnierte Schulbank-Pornos zu drehen, das Ergebnis hätte wohl ähnlich ausgesehen.

Filme

Wild Women

OT: La isla de las virgenes ardientes, Spanien 1977, 82 Min., dF, 35mm, R.: Miguel Iglesias, D.: Sita Sadafi, Rosi „Roxanna“ Dupre, Inca Maria, Luis Induni, Alejandro Molino Rojo

„Lustig ist das Soldatenleben“, denkt sich der alte Haudegen in „Wild Women“, der schon lange nicht mehr in die Schlacht gezogen ist. Gegen wen auch? Schließlich ist er auf einer paradiesischen Insel gestrandet, auf der Feindkontakt nicht zu erwarten ist. „Nahkampf“ hingegen sehr wohl, zumal er die Gesellschaft dreier knapp bekleideter Amazonen genießt. Der Abwechslung wegen handelt es sich dabei um eine Asiatin, eine Orientalin und eine Afrikanerin – Multikulti von seiner schönsten Seite. Eines Tages allerdings wird das unbeschwerte Lotterleben von einer Horde abenteuerlustiger Schatzsucher gestört, die auf der Insel dem schnöden Mammon hinterherjagen. Doch sie haben nicht mit dem vereinten Widerstand der drei rassigen Liebesgöttinnen gerechnet …

Regisseur Miguel Iglesias schuf mit „Wild Women“ einen in jeglicher Hinsicht abenteuerlichen Männertraum. Die Robinson-Geschichte bietet harte Faustkämpfe, nackte Frauen und obendrauf noch eine Schatzsuche! Wen es da nicht aus dem Kinosessel hebt, der sollte dringend seine Blutwerte checken lassen.

Filme

Lover Girls

USA 1985, 84 Min., dF, 35mm, R.: Mark Carriere, D.: Bunny Bleu, Beverly Bliss, Lana Burner, Ron Jeremy

Hereinspaziert in eine längst vergangene Pornowelt, in der die primären Geschlechtsmerkmale noch behaart, die Frisuren dauergewellt und die Lustschreie synchronisiert sind. Wir schreiben das Jahr 1985 und in „Lover Girls“ gerät eine lustige Hausfete so richtig außer Rand und Band. Schnell verliert die illustre Schar der Feiernden jegliche Hemmungen und gibt sich in diversen Zimmern der Lust hin. Mit von der Partie sind Bunny Bleu, Beverly Bliss und … Lana Burner – um diesem Wahnsinn aus Namens-Alliterationen auch mal ein Ende zu setzen. Die wirkliche Hauptattraktion in Mark Carrieres Erwachsenenfilmchen ist allerdings Ron Jeremy, Hohepriester der Videopenetration und menschgewordener Orgasmusbeschleuniger ...

Verbotene Spiele auf der Schulbank

BRD 1981, 80 Min., dF, 35mm, R: Jürgen Enz, D: Soraya Athigi, Monika Wolf, Mario Pollak, Horst Sieger, Elke Iro

„Die Zeit steht still. Es ist wie ein Besuch in den Mittagsschlaf- und Mitschlafphantasien der Nachbarn von vor vierzig Jahren. „Auch in meine Klasse kommt heute eine neue Schülerin“, klagt der junge Lehrer – Typ Michael Schanze, dunkles Krolleköpfchen und Brusthaardekolleté, hüftlange Zopfstrickjacke im Schafswollchic – gegenüber seinen älteren Kollegen, die wie ARD-Nachrichtensprecher aussehen, „das bedeutet eine zusätzliche Belastung!“ Solch spröde Dialoge und gewisse lange, mit nur leichtem Transportgut belastete Einstellungen (so wenn jemand die Straße entlang geht oder ein Eis löffelt) bringen einen Hauch von Joe D'Amato ins Spiel. Nora heißt die neue Schülerin. Die Klasse spielt ihr den alten Streich mit dem Wassereimer oben auf der Tür, ihr sonnengelbes Trägerkleid wird nass, peinigend transparent; sie soll sich abtrocknen, im Lehrerzimmer. Das Lehrerzimmer! Ausdrucksvolle Ornamenttapete, nougatbrauner Kunstledersessel. Der Lehrer reicht Nora ein orangenes Tuch aus hochwertigem Samtrelieffrottee. Mit aufrichtig zärtlicher Wehmut sieht er sie an. Warm wie ein Heizlüfter pluckert die Musik; die Heimorgel imitiert ein Mandolinenorchester - Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen.

Der „Katholische Filmdienst“ verachtet diesen zauberhaften, kleinen Schatz als „dümmlich inszenierten Spekulationsfilm“ und schürt damit nur noch mehr unsere Solidarität und Neugier.“ (Silvia Szymanski)

Im Rahmen unseres Jürgen-Enz-Specials!

Der 1941 geborene Jürgen Enz, über den selbst im allwissenden Internet nur wenige Infos zu finden sind, ist einer der eigenwilligsten deutschen Sex- und Porno-Regisseure.

Enz seziert kleinbürgerliche Sexfantasien mit einer Präzision, die fasziniert und bisweilen auch durchaus schmerzt. Ob beabsichtigt oder unfreiwillig, sei dahingestellt, auch wenn einiges für letzteres spricht. Dennoch: Wäre Rainer-Werner Fassbinder jemals gezwungen gewesen, mit etwas „Humor“ garnierte Schulbank-Pornos zu drehen, das Ergebnis hätte wohl ähnlich ausgesehen.

Zweimal Underground-Horror aus dem deutschsprachigen Raum

Antithese

Österreich 2017, 29 Min, dF, digital, R.: Thomas Binder, Jonas Sommer, D.: Günther Brandl, Miriam Fontaine, Nicole Lauer, Melody Bayer

Findet man in einem alten Buch eine mysteriöse Inschrift, so sollte man sie lieber nicht laut vorlesen. Besonders dann nicht, wenn man die Hauptfigur in einem Horrorfilm ist. Diese Erfahrung muss auch Schriftsteller Stephen machen, der mit seiner Freundin Mia der Großstadt entflieht um in Ruhe an seinem neuen Horrorroman zu arbeiten. Die ersten Seiten sind schnell gefüllt, doch als ein weiterer Autor die Bühne betritt, nimmt die Geschichte eine wahrhaft dämonische Wendung …

Unholy Ground

D 2016, 106 Min., dF, digital, R.: Günther Brandl, D.: Jürgen Lill, Nadja Holz, Monika Brandl, Mia Moore, Günther Brandl, Katharina Buchberger, Stefan Mühlbauer, Thomas Pill, Matthias Sigl, Julia Pink

Ein schwedisches Dorf im 18. Jahrhundert: Das scheinbare Idyll wird gestört durch eine Gruppe Soldaten, die plötzlich auftauchen, um ihren schwer verletzten Kameraden vor dem Tod zu bewahren. Trotz anfänglicher Gastfreundschaft bemerken die Ankömmlinge schnell, dass die Dorfbewohner nicht nur stark religiös sind, sondern auch ein dunkles Geheimnis zu verbergen scheinen. Als sich die seltsamen Ereignisse häufen, bleibt der Verdacht unausweichlich: Manch Dorfbewohner scheint an einen ganz anderen Gott zu glauben ...

 

Der kalte Finger

D 1996, 90 Min., dt. OV, 35 mm, R.: Ralf Huettner, D.: Gruschenka Stevens, Dominic Raacke, Flatz

„Conny jobbt im Krankenhaus. Doch das wahre Geld verdient sie gemeinsam mit ihrer Freundin Bibi in einer Telefon-Sex -Agentur. Mit einem ihrer Kunden verbindet sie ein besonderes Verhältnis: Der kalte Finger verlangt mehr als Sex. Er beutet ihre erotischen Phantasie für seine erotischen Inszenierungen aus. Noch ahnt Conny nicht, dass der exzentrische Künstler die Sexmärchen in tödliche Realität umsetzt. Die Obsessionen steigern sich von Anruf zu Anruf. Conny glaubt, den Kunden im Griff zu haben. Doch dann werden zwei Frauen tot aufgefunden. Der kalte Finger lockt Conny und Bibi in eine Falle. Jetzt weiß Conny: Der kalte Finger will mehr, er will sie besitzen, ganz für sich allein . . .“ (ofdb.de)

Ein fürs Kino produzierter deutscher Thriller, das war für die 90er mehr als ungewöhnlich. Das Ergebnis ist zumindest interessant und weist einige starke Szenen auf. Mit Ralf Huettner („Babylon – Im Bett mit dem Teufel“, „Vincent will Meer“) ist auch ein sehr kompetenter Regisseur an Bord. Für den Electro-Soundtrack zeichnet der legendäre Sven Väth verantwortlich. Und den Psychopathen spielt kein geringerer als der provokante Aktionskünstler Flatz.