The Eyes of my Mother

USA 2016, 76 Min., OmdU, digital, R.: Nicolas Pesce, D.: Kika Magalhaes, Diana Agostini, Will Brill, Olivia Bond, Joey Curtis-Green

Die kleine Francesca lebt mit ihrer Mutter und ihrem Vater auf einer Farm irgendwo im Nirgendwo, als eines Nachmittags – der Vater ist gerade unterwegs – plötzlich ein Fremder vor dem Haus steht. Was an diesem Nachmittag passiert, ist unfassbar grausam. Aber mit diesem Nachmittag fängt alles erst an.

Stilvolles Horrorkino in Schwarz-Weiß hat in den letzten Jahren Hochkonjunktur: Der Indie-Hit „A Girl Walks Home Alone at Night“ (2014) der iranischen Regisseurin Ana Lily Amirpour oder Randy Moores verstörender Disneyland-Schocker „Escape from Tomorrow“ (2013) sorgten mit ihrer ungewöhnlichen, artifiziellen Optik für Begeisterung unter anspruchsvollen Genre-Liebhabern. Jungregisseur Nicoals Pesce hat mit seinem Debütfilm eine amerikanische Schauergeschichte abgeliefert, deren düstere Schwarz-Weiß-Bilder vor morbider Schönheit fast überlaufen. Zusammen mit seinem großartigen Kameramannn Zach Kuperstein, einem kongenialen Sounddesign und seinen beeindruckenden Darstellern hat er ein dunkel funkelndes Filmjuwel geschaffen, das die alptraumhaften Bilder von Laughtons „Die Nacht des Jägers“ mit der morbiden Poesie von Edgar Allan Poe oder William Faulkner vereint. „The Eyes of My Mother“  ist unbequem und erschreckend intensiv – ein Film, der sich nachhaltig ins Gedächtnis brennt.

 

Filme

Megane

J 2007, 106 Min., OmU, 16mm, R.: Naoko Ogigami, D.: Satomi Kobayashi, Masako Motai, Mikako Ichikawa, Ryô Kase, Ken Mitsuishi

Megane bedeutet in diesen Zusammenhang so viel wie Brillen. Diese werden sowohl von Taeko (Satomi Kobayashi) als auch von Sakura (Masako Motai) getragen. Und dies scheint auch die einzige Gemeinsamkeit der beiden Frauen zu sein, welche die Hauptfiguren dieses Films sind.

Beide sind Gäste auf einer Insel. Und auf dieser Insel gibt es im Grunde  nichts. Nicht mal Handy-Empfang. Das ist zumindest der Grund für Taeko, dort „Urlaub“ zu machen. Und nach anfänglicher innerer urbaner Unruhe freundet sie sich mit der ruhigen Atmosphäre auch an. Und Sakura? Nun ja, die betreibt in ihrer Inselzeit einen Eisladen. Da macht sie schon alle die Jahre so ...

„Megane“ ist ein allgemein sehr unaufdringlicher Film. Nicht nur dass kaum geredet wird. Es wird noch weniger erklärt. Gut, es gibt eigentlich auch nur wenig zu sagen. Das, was die Charaktere sagen wollen, sagen sie. Und für den Rest interessieren sich die gechillten (oder „dämmernden“, wie es der holprige Untertitel nennt) Inselbewohner auch nicht.

Es sollte noch angemerkt werden, dass Sakura auf japanisch die Kirschblüte bezeichnet. Und diese kommt jedes Frühjahr für wenige Tage, was mit der Tradition „hanami“, also das Blüten beobachten, gefeiert wird. Hierbei trifft man sich in Parks und die wunderschönen Kirschblüten zu betrachten. Und so schnell sie auch kommen, so plötzlich sind sie schon wieder weg. Doch sie kommen jedes Jahr wieder. Genau so wie unsere Sakura hier im Film, auch immer im Frühjahr.

„Megane“ zeigen wir in Zusammenarbeit mit dem Japanischen Kulturinstitut (The Japan Foundation).

Der Eintritt ist frei!

 

Filme

IN ANWESENHEIT DES REGISSEURS LUDWIG WÜST:

Heimatfilm

A 2016, 84 Min., dt. OV, digital, R.: Ludwig Wüst, D.: Maja Savic, Klemens Koscher, Klemensia Kames, Andrew Brown, Mohammed Kosa

„Ich kann lesen.“ Ein Satz wird Schrift, wird (in fremdem Akzent gebrochene) Sprache, wird Kino. Ein Familienfotoalbum (samt hervorragendem Winnetou-Kostüm-Kinderbild) öffnet sich: dasjenige von Filmemacher Ludwig Wüst, der hier privat wie filmisch Rückschau hält – „Heimatfilm“, das sind 18 Jahre Guerilla-Filme“ – und in ein faszinierendes, in den unerwartetsten Tonlagen schillerndes Mosaik der Assoziationen entführt, in kühnen Sprüngen um die Idee von Heimat kreisend. Macht und Gewalt der Erinnerung, ein Leitthema Wüsts, brechen sich autobiografische Bahn, zwischen Dokument und Fiktion, einschließlich nicht verwendeter Materialien aus früheren Filmen und Projekten. Deren Schauplätze und Figuren fügen sich – Film als Heimat – nahtlos in ein Universum ein, das von intimen, subjektiven Sequenzen bis zu kalten Überwachungsbildern reicht. Und das um eine große Frage kreist: woher man kommt, wohin man geht. Ein Resümee, ein Aufbruch. Bernd Brehmer: „Accattone in Austria.“ (C.H. - heimat-film.net)

 

Werkschau des Regisseurs LUDWIG WÜST

Der 1965 in der Oberpfalz geborene Regisseur Ludwig Wüst zog 1987 nach Wien, um eine Schauspiel- und Gesangsausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst zu absolvieren. Seit 1990 arbeitet er als Regisseur, Autor und Schauspieler und wurde mit Inszenierungen wie Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ im Hotel Orient oder „Zu jener Zeit“ bekannt und vielfach gelobt. 1999 wandte er sich dem Filmemachen zu und realisierte mit „Koma“ 2009 sein Langfilmdebüt. Neben ca. 40 Produktionen für Theater und Oper in Wien, Leipzig, Berlin und Frankfurt umfasst sein filmisches Oeuvre mittlerweile sechs Langfilme und fünf kurz- bis mittellange Filme als Regisseur, Produzent und Autor, für die er international mehrfach ausgezeichnet wurde. Ludwig Wüsts filmische Sprache wird aufgrund ihres Realismus und ihrer Kompromisslosigkeit von Kritiker Stefan Grissemann mit Michael Haneke, Ulrich Seidl oder den Dardenne-Brüdern verglichen. Seit 2014 arbeiten Ludwig Wüst und Maja Savić an der Entwicklung neuer künstlerischer Projekte in den Bereichen Film und Theater.

Sein neuestes Werk „Heimatfilm“, ein Episodenfilm, der – gedreht in allen verfügbaren digitalen Medien – ein Mosaik von unterschiedlichen Lebensentwürfen, Generationen und der Suche nach Identität zeichnet, stellt Ludwig Wüst am Sa., 01.04., persönlich im KommKino vor und dazu ergänzend am So., 02.04., „Das Haus meines Vaters“, das von den Themen und Fragen der Einsamkeit, Herkunft, Verdrängung und Neubeginn erzählt, sowie „Koma“, das rund um Sexualität, Provokation, Gewalt und Tabus den Alltag seiner Figuren in ihrer Einsamkeit, Sprachlosigkeit und Isolation zeigt.

IN ANWESENHEIT DES REGISSEURS LUDWIG WÜST:

Das Haus meines Vaters

A 2013, 65 Min., dt. OV, digital, R.: Ludwig Wüst, D.: Nenad Smigoc, Martina Spitzer

Andi hat die Nacht am Straßenrand in seinem Auto verbracht. Dort wird er von einer Frau mit einer Tasse Kaffee geweckt. Doch weshalb ist Andi mit seinem Mercedes hier gestrandet? In langsamen Bildern erfahren wir, dass er aus Frankfurt in den Ort seiner Kindheit zurückgekehrt ist. Im Haus seines verstorbenen Vaters möchte er mit der Vergangenheit und allem, was sich darin abgespielt hat, abschließen. Begleitet wird er von einer alten Schulfreundin, die nach all den Jahren noch Gefühle für Andi hegt ...

Welch unwiderstehlichen Sog Filme entfalten können, die ohne oder mit wenigen Schnitten auskommen, hat Sebastian Schippers „Victoria“ vor zwei Jahren eindrucksvoll gezeigt. Auch der Österreicher Ludwig Wüst hält nicht viel von hektischen Schnittorgien. So ist „Das Haus meines Vaters“ in Realzeit gefilmt - die 65 Filmminuten entsprechen exakt dem Zeitraum, den sie darstellen, Schnitte gibt es nur eine Handvoll. Mit seiner konzentrierten Arbeitsweise erinnert Wüst daran, dass emotional packendes Kino weder teure Effekte noch nerviges Overacting benötigt.

 

Werkschau des Regisseurs LUDWIG WÜST

Der 1965 in der Oberpfalz geborene Regisseur Ludwig Wüst zog 1987 nach Wien, um eine Schauspiel- und Gesangsausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst zu absolvieren. Seit 1990 arbeitet er als Regisseur, Autor und Schauspieler und wurde mit Inszenierungen wie Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ im Hotel Orient oder „Zu jener Zeit“ bekannt und vielfach gelobt. 1999 wandte er sich dem Filmemachen zu und realisierte mit „Koma“ 2009 sein Langfilmdebüt. Neben ca. 40 Produktionen für Theater und Oper in Wien, Leipzig, Berlin und Frankfurt umfasst sein filmisches Oeuvre mittlerweile sechs Langfilme und fünf kurz- bis mittellange Filme als Regisseur, Produzent und Autor, für die er international mehrfach ausgezeichnet wurde. Ludwig Wüsts filmische Sprache wird aufgrund ihres Realismus und ihrer Kompromisslosigkeit von Kritiker Stefan Grissemann mit Michael Haneke, Ulrich Seidl oder den Dardenne-Brüdern verglichen. Seit 2014 arbeiten Ludwig Wüst und Maja Savić an der Entwicklung neuer künstlerischer Projekte in den Bereichen Film und Theater.

Sein neuestes Werk „Heimatfilm“, ein Episodenfilm, der – gedreht in allen verfügbaren digitalen Medien – ein Mosaik von unterschiedlichen Lebensentwürfen, Generationen und der Suche nach Identität zeichnet, stellt Ludwig Wüst am Sa., 01.04., persönlich im KommKino vor und dazu ergänzend am So., 02.04., „Das Haus meines Vaters“, das von den Themen und Fragen der Einsamkeit, Herkunft, Verdrängung und Neubeginn erzählt, sowie „Koma“, das rund um Sexualität, Provokation, Gewalt und Tabus den Alltag seiner Figuren in ihrer Einsamkeit, Sprachlosigkeit und Isolation zeigt.

Filme

IN ANWESENHEIT DES REGISSEURS LUDWIG WÜST:

Koma

A 2009, 82 Min., dt. OV, digital, R.: Ludwig Wüst, D.: Nenad Smigoc, Claudia Martini, Roswitha Soukup, Anke Armandi, Stefan Mansberger

Hans lebt in einer Kleinstadt in der Nähe von Wien. Beruf: Taxifahrer. Verheiratet. Ein Sohn. Hans hat ein Geheimnis. Es wird seine Familie zerstören. Es gibt nur eine Person, zu der er zurückkehren kann: eine Frau aus seiner Vergangenheit.
„Koma“ zeigt zunächst ein kleinbürgerliches Leben: Familienstress bei den Vorbereitungen zu einem runden Geburtstag, geladene Gäste kommen zu früh, die Feier beginnt. Nur der Jubilar, der heute fünfzig wird, taucht nicht auf. Er hat sein Auto stehen lassen und durchstreift die Wälder. Als er schließlich doch nach Hause kommt, gibt es nichts mehr zu sagen, also fährt er los. Zu retten, was noch übrig ist.

“Koma“ deutet den Zustand der Hauptfigur an: Hans ist Taxifahrer, aber man sieht ihn niemals einen Gast chauffieren, er hat Geburtstag, nimmt aber nicht an der Feier teil. Er möchte sich umbringen, was auch nicht gelingt. Er muss aus seinem Koma erwachen und durch verschiedene Höllen gehen, um dorthin zu gelangen, wo er eigentlich hingehört.” (koma-film.net)

 

Werkschau des Regisseurs LUDWIG WÜST

Der 1965 in der Oberpfalz geborene Regisseur Ludwig Wüst zog 1987 nach Wien, um eine Schauspiel- und Gesangsausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst zu absolvieren. Seit 1990 arbeitet er als Regisseur, Autor und Schauspieler und wurde mit Inszenierungen wie Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ im Hotel Orient oder „Zu jener Zeit“ bekannt und vielfach gelobt. 1999 wandte er sich dem Filmemachen zu und realisierte mit „Koma“ 2009 sein Langfilmdebüt. Neben ca. 40 Produktionen für Theater und Oper in Wien, Leipzig, Berlin und Frankfurt umfasst sein filmisches Oeuvre mittlerweile sechs Langfilme und fünf kurz- bis mittellange Filme als Regisseur, Produzent und Autor, für die er international mehrfach ausgezeichnet wurde. Ludwig Wüsts filmische Sprache wird aufgrund ihres Realismus und ihrer Kompromisslosigkeit von Kritiker Stefan Grissemann mit Michael Haneke, Ulrich Seidl oder den Dardenne-Brüdern verglichen. Seit 2014 arbeiten Ludwig Wüst und Maja Savić an der Entwicklung neuer künstlerischer Projekte in den Bereichen Film und Theater.

Sein neuestes Werk „Heimatfilm“, ein Episodenfilm, der – gedreht in allen verfügbaren digitalen Medien – ein Mosaik von unterschiedlichen Lebensentwürfen, Generationen und der Suche nach Identität zeichnet, stellt Ludwig Wüst am Sa., 01.04., persönlich im KommKino vor und dazu ergänzend am So., 02.04., „Das Haus meines Vaters“, das von den Themen und Fragen der Einsamkeit, Herkunft, Verdrängung und Neubeginn erzählt, sowie „Koma“, das rund um Sexualität, Provokation, Gewalt und Tabus den Alltag seiner Figuren in ihrer Einsamkeit, Sprachlosigkeit und Isolation zeigt.

In Memoriam BUD SPENCER

Auch die Engel essen Bohnen

Frankreich/Italien/Spanien 1973, 125 Min., dF, 35mm, R.: Enzo Barboni, D.: Bud Spencer, Giuliano Gemma, Robert Middleton

„Der Dicke“ verdient seinen Unterhalt mit Catchen – allerdings ist er darin zu erfolgreich. Seine zahlreichen Siege ziehen die Aufmerksamkeit der Mafia auf sich - die gerne selber bestimmt, wer gewinnt und wer verliert. Sie fordern ihn auf, bei dem nächsten Kampf zu Boden zu gehen. Im Falle eines Sieges könnte es sein, dass er einen schlimmen Unfall hat. Buddy lässt sich darauf nicht ein und muss nach dem nächsten Kampf ganz fix die Arena verlassen. Dabei ist ihm sein zukünftiger Freund, der Schmale, behilflich. Gemeinsam überlegen sie, wie man den Drahtziehern aus dem Hintergrund die geeignete Antwort verpassen könnte ...

„Auch die Engel essen Bohnen“ ist trotz eindeutig fehlendem Terence Hill (da das Drehbuch dieses auch genauso vorsah) ein guter Film geworden, der eine spaßige Haudrauf-Komödie im Gewand eines Gangster-Filmes der 20er Jahre präsentiert. Hier wird geschlagen, gewitzelt und geschossen, wie man es von den 70er Jahren her gewohnt ist. (…) Ein kurzweiliger, kräftiger, humorvoller wie schnörkelloser 20er-Jahre-Gangster-Spaß, der besonders einen Bud offenbart, den man so nicht alle Tage sieht. Gerade für Fans also ein absolutes Muss.(…) Die Fortsetzung „Auch die Engel mögen's heiß“ (hier dann auch ohne Bud) dagegen, kann sich der geneigte Fan sparen. (Moviebreak)

 

Filme

Clerks

Clerks, USA 1994, 90 Min., OmdU, digital, R.: Kevin Smith, D.: Brian O’Halloran, Jeff Anderson, Marilyn Ghigliotti, Jason Mewes, Kevin Smith

Nix war’s mit dem freien Tag! So gerne wäre Dante im kuscheligen Bettchen geblieben, doch leider muss er mal wieder im verranzten Quick-Stop einspringen. Ein Traumjob sieht anders aus. Nur gut, dass Kumpel Randal vom Videoverleih nebenan mindestens genauso wenig Bock auf seinen Broterwerb hat und am liebsten mit Dante über essenzielle Themen wie Leben, Tod, Sex und „Star Wars“ philosophiert. Auch einem kurzen Hockeymatch auf dem Hausdach sind die beiden Jungs nicht abgeneigt. Wären da nur nicht diese lästigen Kunden, die nacheinander in den Laden stolpern. Darunter militante Nichtraucher, dealende Kleinkriminelle (Jay und Silent Bob) und Dantes Freundin Veronica, die gesteht, mit 37 Männern Oralsex gehabt zu haben …
Nur wenige Filme verkörpern das alternative Lebensgefühl der Grunge-Ära so treffend wie „Clerks“. Schlappe 27.000 Dollar investierte Kevin Smith („Dogma“, „Zack and Miri Make a Porno“) in sein Leinwand-Debüt, wobei den Großteil des Budgets die Musikrechte für den Soundtrack fraßen (Alice in Chains, The Jesus Lizard, Bad Religion …). Nicht zuletzt aufgrund seiner gelungenen akustischen Untermalung genießt „Clerks“ bis heute Kultstatus und gilt als herrlich schräges Dokument einer Zeit, als kiffende, über Filme quatschende Slacker noch Mädchenherzen eroberten … statt als biedere Musterschüler von einer sicheren Anstellung im öffentlichen Dienst samt Reihenhaus und Familien-Van zu träumen.

 

In Memoriam BUD SPENCER

Die fünf Gefürchteten

Italien 1969, 105 Min., 35mm, dF, R.: Italo Zingarelli, Don Taylor, D.: Bud Spencer, Peter Graves, James Daly

Einst waren sie Armee-Kumpels, jetzt fristen sie mit kläglichen Jobs ein mieses Leben: Das Kraftpaket Mesito hat sich als Knecht verdingt, der Dynamitexperte Augustus ist als professioneller Glücksspieler gescheitert und zieht nun armen Bergleuten ihren kärglichen Lohn aus der Nase, und „Samurai“, der Mann mit der flinken Klinge, traktiert als Attraktion einer Jahrmarktsshow eine Partnerin mit Messern. Da lassen sich die Versager nicht lange bitten, als sie ihr alter Boss „Dutchman“ für 1.000 Dollar pro Nase nach Mexiko bittet. Im Auftrag des Revolutionsführers Manuel Esteban soll das Quartett, verstärkt um den Zirkusartisten Luis, einen Eisenbahnzug voller Gold rippen. Nachteil: Der Zug ist schwer bewacht, bewaffnet und gepanzert - ein Himmelfahrtskommando. Nachdem die Fünf der Mex-Armee erst mal gezeigt haben, wo der Hammer hängt und gleich einen kompletten Stützpunkt zerstören, machen sie sich an das eigentlich hoffnungslose Unterfangen. Doch während seine vier Kumpels nicht ansatzweise daran denken, nach Gelingen des Plans die Knatter ihrem Auftraggeber auszuliefern, hat „Dutchman“ durchaus Sympathien für das Anliegen der Revolución.

Mit einem ordentlichen Produktionsbudget aufwendig in Szene gesetzter „Heist“-Film, der dem bis heute geltenden Handlungsschema treu bleibt: Obermacker versammelt eine kleine, erlesene Truppe von Spezialisten, um ein eigentlich unmöglich erscheinendes Bubenstück durchzuziehen. Der Amerikaner Don Taylor verlegt die Handlung ins revolutionsgeschüttelte Mexiko und erzählt die Geschichte als Italowestern. Da gibt's abgesehen von der fehlenden Originalität nicht viel zu meckern: stimmige Atmo, gute Kameraführung, ordentliches Gunplay und viel Action, die im spannend inszenierten Zugraub gipfelt. Der Morricone-Score wirkt mit seinen harten Gitarren, den Flöten, Streichern und Chören so, als zitiert sich der Meister selbst aus seinen bekannteren früheren Westernmusiken. Macht nix: Da bleibt er auf der sicheren Seite, und es passt schließlich zum Film. (Film Maniax)

 

Viva la muerte – Es lebe der Tod!

F/ES 1971, 92 Min., dF, 35 mm, R.: Fernando Arrabal, D.: Anouk Ferjac, Núria Espert, Mahdi Chaouch, Ivan Henriques, Jazia Klibi

Spanien in den Dreißigerjahren: Francos Faschisten haben die Republikaner im Bürgerkrieg besiegt; „Viva la Muerte“ (Lang lebe der Tod) ist ihr Schlachtruf, Tausende der besiegten Linken wurden in einem regelrechten Blutrausch ermordet. Der Junge Fando findet zu seinem Entsetzen einen Brief, aus dem hervorgeht, dass der Vater von seiner Frau an die Faschisten verraten wurde. Lebt er noch? Wurde er ermordet? Fando will die Wahrheit herausfinden und macht sich auf die Suche nach seinem Vater …

„Viva la muerte“ ist der autobiografisch gefärbte Debutfilm des spanischen Filmemachers und Dramatikers Fernando Arrabal und gilt bis heute als eines der radikalsten Filmkunstwerke aller Zeiten. Der Film muss wohl auch als Selbsttherapie-Versuch eines Künstlers gesehen werden, der das mysteriöse Verschwinden seines Vaters, der nach seinem Todesurteil geflohen war, verarbeitet.

Was dem Zuseher hier vorgesetzt wird, ist definitiv harter Stoff: Eine lineare Storyline existiert praktisch nicht; der Film kippt immer wieder in minutenlange, einfarbig gehaltene surrealistische Traumbilder. Diese sind mitunter extrem gewalttätig und reflektieren das emotionale Chaos, in dem Fando (bzw. Arrabal) aufwächst: die zerrissene Kleinfamilie, die bittere Armut, der Krieg, die kranke Religiosität seiner Mutter und nicht zuletzt seine erwachende Sexualität. (filmtipps.at)

 

Menandros und Thaïs

Tschechien/Österreich 2016, 129 Min., OmdU, digital, R.: Antonín Šilar, Ondřej Cikán, D.: Jakub Gottwald, Jessyca R. Hauser, Ondřej Bauer, Violetta Zupančič, Petr Růžička, Elisabeth Vitouch

Ein experimenteller, abendfüllender Abenteuerfilm nach der Romanvorlage von Ondrej Cikán, in tschechisch-österreichischer Koproduktion.

Eine entführte Braut. Ein verzweifelter Held. Irrfahrten durch eine surreale Welt. Thaïs wird während ihrer Hochzeit mit Menandros von Piraten geraubt. Auf der Suche nach ihr verwandelt sich der Bräutigam in ein blutrünstiges Monster, seinem Pferd wachsen Flügel, eine Hexe verspricht ihn einer anderen Frau. König Xerxes lässt ihn entmannen, aber am Ende geht trotzdem alles glücklich aus. Oder doch nicht?

Freuen Sie sich auf einen wahnsinnigen, abendfüllenden Kostümliebesabenteuerschinken!

 

Kaltes Fieber

BRD 1984, 90 Min, dF, 35mm, R.: Josef Rusnak, D.: Klaus Rohrmoser, Katahrina Böhm, Hans-Michael Rehberg, Lisa Kreuzer

Ist man des Lebens müde, so kann Dr. Schumann Abhilfe schaffen. Zumindest formell. Denn den praktischen Part übernimmt letztendlich sein Kollege Pierre, ein Auftragskiller. Als aber zwei Patienten, ein Autor, der das Leben wiederentdeckt, und eine verzweifelte Frau, Silvie, in die sich Pierre verliebt, seine Routine durchbrechen, steigen Zweifel in ihm auf.
Josef Rusnak erhielt 1984 für seinen Debütfilm den Deutschen Filmpreis für die beste Regie; der Filmdienst schrieb dazu: „Ein außergewöhnliches Regietalent, das zu großen Hoffnungen berechtigt.“ Mit „The Way We Are“ (1997) und „The 13th Floor“ (1999) erlangte er schließlich internationale Bekanntheit.

 

Dark Star – HR Gigers Welt

Schweiz 2014, 95 Min, digital, R.: Belinda Sallin

„Was wir fliehen, ist sein zu Hause, was wir fürchten, ist sein Lebensraum, was wir verdrängen, bringt er an die Oberfläche. Zeit seines Lebens hat sich HR Giger im Unheimlichen eingerichtet, in einer dunklen Welt voller Abgründe.“ (darkstar-movie.com)
Diese sensible Dokumentation gibt einen tiefen Einblick in die Welt des berühmten 2014 verstorbenen Schweizer Künstlers. Mit seinen düsteren Bildern und Skulpturen erregte er zunächst in der Kunstszene der 70er Jahre großes Aufsehen. Seine schaurigen Kreationen für den Horrorklassiker „Alien“, für die er mit dem Oscar prämiert wurde, machten ihn schließlich auch beim breiten Publikum bekannt. Heute ist Giger längst ein nicht mehr wegzudenkender Teil der Popkultur.

„Dark Star - HR Gigers Welt unternimmt den Versuch zu verstehen, wie ausgerechnet ein Apothekersohn in der wohlgeordneten Schweiz zum Erschaffer morbider Monstrositäten in Form von erotisch-lethalen Bio-Mechanik-Organismen mutieren konnte.“ (Gregor Torinus, www.spielfilm.de)

„Wenn man sich auch nur annähernd für die Werke HR Gigers interessiert, sollte man diese Dokumentation über einen der größten Künstler unserer Zeit gesehen haben. Denn sie ist tiefgründig, bewegend, rührend, lustig und aufschlussreich zugleich. (…) Mit „Dark Star“ ist Belinda Sallin ein feinfühliges, tiefgründiges und optisch ansprechendes Portrait gelungen, dessen Fertigstellung HR Giger selbst leider nicht mehr erlebte, ihm aber ein würdiges Denkmal setzt. Ich empfehle nach Möglichkeit diese Biographie im Kino anzusehen.“ (Mauritia Mayer,schattenlichter-blogspot.de)

 

Zelluloid Sneak

„Sky is the limit“, heißt es bei unserem regelmäßigen Sneak Preview „Zelluloid Sneak“. Zu sehen bekommt Ihr einen Überraschungsfilm: Echte Gefühle. Echtes Kino. 35mm. 16mm. Ein Abend, an dem alles passieren kann – im Guten wie im Bösen. Selbst der Filmvorführer lässt sich überraschen!
Was hier gezeigt wird, läuft vielleicht nie wieder in einem Lichtspielhaus dieser Welt, ist quasi unwiederbringlich verloren.

Für Filmrisse und Essiggeruch kommen Sie vorbei oder schlagen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Illusion in Moll

BRD 1952, 101 Min., dF, 35mm, R.: Rudolf Jugert, D.: Hildegard Knef, Sybille Schmitz, Hardy Krüger, Maurice Teynac

Die wohlhabende, allein stehende Maria Alsbacher verliebt sich in einen charmanten Bandleader, ohne zu realisieren, dass er lediglich hinter ihrem Geld her ist. Als sie beschließt, den Mann zu heiraten, setzen ihr Sohn und dessen todkranke Frau alles daran, Maria von der Eheschließung abzuhalten ...

Rudolf Jugert (1907–1979) lernte während des zweiten Weltkriegs bei Starregisseuren wie Alessandro Blasetti und Helmut Käutner, bevor er 1948 mit „Film ohne Titel“ (von Käutner produziert und co-geschrieben) erfolgreich als Regisseur debütierte und anschließend zu einem der virtuosesten Melodramatiker des deutschen Nachkriegskinos avancierte. „Illusion in Moll“ ist eines seiner zahlreichen in Vergessenheit geratenen Meisterstücke, ein dunkler Reigen unmöglicher Lebensträume und unversöhnlicher Generationenkonflikte in einer desolaten, von den Konsequenzen des Dritten Reichs schwer zerrütteten Bundesrepublik. In den Hauptrollen: UFA-Star Sybille Schmitz in ihrem vorletzten Filmauftritt sowie Hildegard Knef und Hardy Krüger, damals noch neue Gesichter und Jungstars des deutschen Films.
„Gelobt wird die atmosphärische Gepflegtheit und Sicherheit (...) Faszinierend ist die erregend arbeitende und die Gesichter abtastende intensive und malende Kamera.“ (Berliner Stimme, 02/1953)

Attack the Gas Station!

Südkorea 1999, 113 Min, OmdU, digital, R.: Kim Sang-jin, D.: Lee Seong-jae, Yoo Oh-seong, Kang Seong-jin

„Vier Jugendliche überfallen eine Tankstelle und randalieren dort, bis kein Stein mehr auf dem anderen steht. Nur wenige Tage später, beschließen sie aus Langeweile die selbe Tankstelle noch einmal zu überfallen. Diesmal finden sie jedoch eine ziemlich leere Kasse vor. Kurzerhand sperren sie die Angestellten ein und übernehmen den Laden. Das Geld, das sie von den Kunden für das Tanken bekommen, behalten sie einfach.
Die Nacht ist lang und da die vier Jungs, was ihre Geduld angeht, relativ kurz angebunden sind, werden aus einigen Kunden ebenfalls Gefangene. Außerdem tauchen immer wieder Gangs auf, die ihre Abreibung wollen und für ein noch volleres Gefängniszimmer sorgen. (…) Bis die Nacht in einem großen Showdown ihr Ende findet.“ (Manfred Selzer, www.asianmovieweb.de)

„Ein voller Erfolg! Das koreanische Publikum war begeistert und hat diese anarchische Actionkomödie längst zum Kultfilm erklärt. Dem kann ich nicht widersprechen! Kultiges Asiakino!“ (www.filmtips.at)

 

Filmfestivals

Wie jedes Jahr zeigt das KommKino in der österlichen Zeit ein spezielles Easter-Weekend. Hier wird die Auferstehung der Knochenbrecher-Streifen aus Hongkong gefeiert, die in den wilden 70ern noch fester Bestandteil (nicht nur) der Bahnhofskinos waren. Alleine in Nürnberg existierten zu dieser Zeit drei Kinos, die sich auf Eastern spezialisiert hatten. Dieses heiß geliebte Genre brachte nicht nur große Darsteller wie Bruce Lee, Wang Yu, Jet Lee und Jackie Chan hervor, sondern hat auch nicht erst mit John Woo längst den Einzug ins Mainstreamkino gefunden. An diesem Wochenende soll wieder einmal die große Bandbreite des Eastern demonstrieren werden.

 

Die Filme im Überblick:

 

Karato - Fünf tödliche Finger (Fr., 21. April, 21:15 Uhr)

Buddha-Killer – Die Panther im Tempel der Shaolin (Fr., 21. April, 23:15 Uhr)

Bruce Lee – Das war mein Leben (Sa., 22. April, 21:15 Uhr)

Die Silberfaust der Shaolin (Sa., 22. April, 23:15 Uhr)

Die Rückkehr im Schatten des Adlers (So., 23. April, 15 Uhr)

Wong Lee – Der Mann mit der Todesfaust (So., 23. April, 17:00 Uhr)

 

Karato - Fünf tödliche Finger

OT: Xiao Quan Wang, HK 1972, 88 Min., dF, 35 mm, R.: Kung Min, D.: Meng Fei, Nard Poowanai, Kurata Yasuaki, Wong Ching, Lau Kong, Maggie Li Lin-Lin

Nach Rückkehr von seinem Thailand-Urlaub muss Chiao Chi-Ping, den man auch den „König der Boxer“ nennt, erfahren, dass der japanische Karatemeister Karato ihn zum Kampf herausgefordert hat. Es kommt zu einem erbitterten Zweikampf, den Chiao für sich entscheidet. Aber Karato kann die erlittene Schmach nicht verwinden. Chiao wird in eine Falle gelockt und durch eine heimtückische List gewaltsam umgebracht. Chiaos Schwester wird in der Folgezeit von Karato bedrängt, ihn zu heiraten. Zusammen mit Tai Shan, einem Freund und Schülers Chiaos, beschließt sie, den Tod ihres Bruders zu rächen.

Regisseur Kung Min drehte 1972 für ein kleines Label in Hongkong diesen harten Kung-Fu-Film, lose an den Bruce Lee-Klassiker „Todesgrüße aus Shanghai“ angelehnt und mit Meng Fei in seiner ersten Hauptrolle. Die titelgebende 5-Finger-Technik, die darin besteht, dass man die fünf Finger seiner Hand gewaltsam in den Rumpf des Gegners rammt, sodass dieser augenblicklich stirbt, zeigt, dass es in diesem Film nicht gerade unblutig zur Sache geht. Zur psychedelischen Rockmusik von Iron Butterfly werden die Kämpfe in Zeitlupe stilisiert, wohingegen die malerischen Schauplätze in Thailand dem Film zusätzlich die nötige Exotik verleihen.

 

Buddha-Killer – Die Panther im Tempel der Shaolin

OT: Fo Zhang huang di, HK 1980, 93 Min., dF, 35 mm, R.: Chin Hu Tung, D.: Jang Lee Hwang, Yuet Sang Chin, Hoi Mang, Fei Lung, Sung Chao Yu

Im alten China gab es zwei ebenbürtige Kampfstile: die Buddah-Technik und die Lon-Hon-Technik, die auch gleichzeitig die zwei politischen Einstellungen widerspiegeln. Die entmachteten Patrioten der Ming-Dynastie kämpfen im Buddah-Stil, die Adligen der herrschenden Ching-Dynastie schwören auf Lon-Hon. Der herausragendste Vertreter der Lon-Hon Technik ist Lord Wo, ein Mann, der gleichzeitig als Unterdrücker der Ming-Patrioten gilt. Als dieser eines Tages im Tempel von Mings Leuten angegriffen wird und in große Bedrängnis gerät, hilft ihm unerwartet Hsiao. Tief beeindruckt von dessen trickreicher Kampftechnik möchte Lord Wo den Fighter für sich gewinnen, doch nach und nach durchschaut Hsiao die Intrigen des Lords …

Für diesen Film leisteten die beiden Kung-Fu-Experten Yuet Sang Chin und Corey Yuen Kwai bei der Kampfchoreografie ganze Arbeit. Zahlreiche rasante Duelle werden geboten, die ganz auf das Können Jang Lee Hwangs und der Agilität Hoi Mangs zugeschnitten sind. Die klassische Handlung wird mit einigem Witz aufgelockert, sodass keinerlei Langeweile aufkommt.

 

Bruce Lee – Das war mein Leben

OT: Li Xiao Long Yu Wo, HK 1976, 85 Min., dF, 35 mm, R.: Mar Lo, D.: Danny Lee, Betty Ting Pei, Yuen Cheung-Yan, Lu Chin-Ku, Danny Chow Yun-Gin

Bruce Lee, der König des Kung Fu, ist tot! Die ganze Welt rätselt über sein mysteriöses, frühes Ende. Betty Ting Pei, die Gefährtin seiner letzten Abenteuer, bricht endlich ihr Schweigen. Sie schrieb das Drehbuch und spielt ihr Leben in diesem Film selbst. Eine Geschichte, mitreißend und aufwühlend, wie sie nur das Leben selbst schreiben kann. Dieser Film zeigt die ungeschminkte Wahrheit über sein Leben, Lieben und Sterben.

Das behaupten zumindest die kreativen Köpfe hinter dem Film, die Wahrheit sah natürlich anders aus. Nichtsdestotrotz wird mit diesem Bruceploitation-Film ein unterhaltsam reißerisches Bild von dem Idol gezeichnet, das gekonnt nichts auslässt: Drogenexzesse, Affären, Hollywood als Moloch und mit Nunchakus bewaffneten Fanboys. Bruce Lee, der entgegen seiner moralischen Prinzipien gegenüber Schwächeren ausfällig und gewalttätig wird, und die sexgierige Betty Ting Pei, die ihn angeblich ausgelaugt und in den Tod getrieben hat – das muss man gesehen haben!

 

Die Silberfaust der Shaolin

OT: Sa-dae-tong-iue-moon, HK 1980, 82 Min., dF, 35 mm, R.: Kim Jeong-Yong, D.: Richard Kong, Li Ying-Ying, Bruce Chueng, Nam Chi-I, Steve Chan

China zur Zeit der Ming-Dynastie: Tien Hu, der Führer eines mächtigen Geheimbundes, beherrscht mit Terror und Mord eine ganze Provinz. Kang, der Sohn seines größten Widersachers und Kao, die Tochter eines früheren Gefolgsmannes, kämpfen unabhängig voneinander gegen den Geheimbund und seine Schergen, wobei sie sich oft begegnen und helfen. Nach vielen mörderischen Kämpfen, bei denen sie einen Killer nach dem anderen eliminieren, gelangen sie endlich zur Festung. Dort hat Tien Hu sein Hauptquartier und sich mit seinen besten Meistern verschanzt …

Die Produzenten Josef Lai und Thomas Tang drehten diesen Eastern in Südkorea. Was ihnen aber an Budget und bekannten Darstellern fehlte, machten sie mit kreativen Einfallsreichtum mehr als wett. Nach Realismus darf hier nicht gefragt werden, wenn die Kontrahenten in bunten Ninja-Kostümen meterweit durch die Luft wirbeln und fliegende Kreissägen und Banderolen ihrem Gegner entgegen schleudern - und das gerne auch in Richtung der Zuschauer. An Schauplätzen im Wald, in unterirdischen Gängen oder in einem Palast mit ausgefeiltem Fallensystem schlägt jedes Easternherz höher.

Die Rückkehr im Schatten des Adlers

OT: She Xing Diao Shou Dou Tang Lang, HK 1979, 83 Min., dF, 35 mm, R.: Cheung San-Yee, D.: Wang Tao, Hsia Ling-Ling, Carter Wong, Chen Sing, Lung Fei

Ah Fu, ein Meister der Snake Fist, quittiert seinen Dienst bei der Northern Security Company und beginnt mit dem trotteligen Li Chi der Kung-Fu-Schule „Four Seasons“ zu dienen, die von Liu Chung Chun und seiner schönen selbstbewussten Schwester Liu Yu Lan geleitet wird. Als die Schule angegriffen wird und es Ah Fu gelingt, siegreich aus diesem Kampf hervorzugehen, wird er selbst zu einem Kampf-Lehrer an dieser Schule und heiratet Liu Yu Lan. Das Glück wäre perfekt, wenn nicht Nan Kung Ping, ein Meister der Mantis Fist, den Tod seines Bruders rächen will, der einst von Ah Fu zu Zeiten der Northern Security Company getötet wurde.

Im Jahre 1978 drehte Regisseur Cheung San-Yee für das einst unermüdliche Studio von Goldig Films in Hongkong diese Komödie mit allen Zutaten für einen Streifen dieses Genres. Vermarktet als Sequel zum erfolgreichen Jackie Chan Klassiker „Die Schlange im Schatten des Adlers“ hat dieser Film inhaltlich aber nichts damit zu tun. Mit prominentem Cast sind die Kung-Fu-Duelle bis zum herausragenden Finale rasant und dynamisch in Szene gesetzt. Neben den Knochenpolka-Kämpfen sorgt ein Humor à la haarsträubende Perücken für gelungene Abwechslung.

 

Wong Lee – Der Mann mit der Todesfaust

OT: Suen Wo, HK 1978, 75 Min., dF, 35 mm, R.: Patrick Yuen, D.: Wong Yuen-San, Angie Chiu, Michael Chan Wai-Man, Lau Dan, Cheung Ying

Die beiden Freunde Tien Yu und Lu Chan landen in Hongkong, um dort ihren Urlaub zu verbringen und Mädels abzuschleppen. Ihr erster Weg führt sie an einen der zahlreichen Strände, wo sie unfreiwillig Zeugen eines Verbrechens werden. Als Lu Chan von der Bande geschnappt und auf bestialische Weise ermordet wird, kennt Tien keinen anderen Gedanken als Rache …

Aus Spaß wird Ernst – zumindest für die beiden Helden. Als Zuschauer wird man bestens unterhalten, nicht nur wenn Tien und Lu zu Beginn auf Flirtkurs unterwegs sind, sondern auch wenn die Action- und Gewaltschraube angezogen wird. In diesem Film geht es nicht gerade zimperlich zu, was der Grimmigkeit des Geschehens sehr förderlich ist. Gekonnte Stunts wie Kämpfe auf einem fahrenden Zug und Autoverfolgungsjagden lassen den Eastern zu einem beeindruckenden Spektakel werden: „Ein Knochenbrecherfilm im buchstäblichen Sinn.“ (Lexikon des Internationalen Films)

Filmfestivals

Schmier-Double-Feature

Zwei erotische Delikatessen im originalen 35-mm-Kinoformat erwarten das geneigte Publikum an diesem Abend. Der erste Streifen kam zu einer Zeit in die deutschen Kinos, als Hardcore-Pornografie hierzulande noch streng verboten war. Dementsprechend geht es relativ züchtig, aber ungemein charmant und witzig zu.

Anschließend wird es explizit. Der zweite Film zeigt Sex in allen heißen Details.

Liebesmarkt in Dänemark + ein Überraschungsfilm

Dänemark 1970, 78 Min., R: Günter Vaessen, Benno Bellenbaum, D: Sybil Danning, Siegfried Zügel

TUESDAY TRASH NIGHT

Angriff der Lederhosenzombies

Österreich 2016, 77 Min., dt. OV, digital, R: Dominik Hartl, D: Gabriela Marcinková, Laurie Calvert, Margarete Tiesel

Das Zombie-Genre scheint noch immer eine Goldgrube zu sein, somit verwundert es kaum, dass es mit Lederhosenzombies nun einen deutschsprachigen Genrevertreter gibt, der das Setting in die Alpen verlagert. Wie üblich ist zu Beginn alles in Ordnung, die Jugend feiert und Alkohol fließt in Strömen. Bis eine Zombie-Epidemie über das feierwütige Völklein hereinbricht. Nun steht die Gruppe von Überlebenden vor der Herausforderung die Dorftrunkenbolde von den Zombies zu unterscheiden, was sich als nicht immer leicht erweist. Was nun folgt, sind viel Action und humorige Splatter-Einlagen.

„Lederhosenzombies“ erfindet das Genre nicht neu, schafft es aber doch durch seine Kurzweiligkeit zu unterhalten. Also Hirn aus und Blut an bei der exklusiven Kinopremiere im Rahmen der TTN.

 

Filme

22. Mai

BE 2010, 93 Min, dF, digital, R.: Koen Mortier, D.: Norman Baert, Titus DeVoogdt, Sam Louwyck

Sam ist Sicherheitsagent in einer Shoppingmall und wird an einem ganz gewöhnlichen Tag Opfer und Zeuge eines terroristischen Bombenanschlags. Er versucht, Menschen und Verletzte zu retten, bevor ein erneuter Anschlag geschieht. In zunächst menschenleeren Räumen begegnen Sam nun die Opfer des Anschlags. Sie erzählen ihm ihre Geschichte erzählen und erklären, warum sie in dem Kaufhaus waren. Und schließlich gelangt Sam nach der Begegnung mit dem Täter zu der Erkenntnis, wie sehr sich Schuld und Unschuld ähneln.

„Koen Mortiers „22nd Of May“ ist in vielerlei Hinsicht das Gegenteil zu seinem brillanten „Ex-Drummer“: Wo „Ex-Drummer“ laut, krude, brutal, wild und schnell war, ist „22nd Of May“ introspektiv, zeitlupenhaft, nachdenklich. Was gleich bleibt: die emotionale Wucht und die wunderbaren Bilder, die Mortier auf die Leinwand bringt.“ (Christian Ihle, taz.de)

 

Filme

Killing Zoe

F 1993, 96 Min., OmdU, 35mm, R.: Roger Avary, D.: Eric Stoltz, Julie Delpy, Jean-Hugues Anglade, Gary Kemp

Paris! Welch reichhaltiges Füllhorn kultureller Höhepunkte du über deine Besucher ausschüttest: Versailles, Panthéon, Le Louvre ... Safeknacker Zed interessiert das alles nicht die Bohne. Statt Sightseeing steht für den talentierten Tresorexperten ein Bankraub mit Jugendfreund Eric und dessen Kumpels auf dem Programm. Letztgenannte entpuppen sich leider als völlig chaotischer Haufen mit einem Hang zum drogenindizierten Amoklauf. So kommt's wie's kommen muss: Die illegale Bargeldbeschaffung läuft völlig aus dem Ruder, zumal sich jetzt auch noch Zeds Liebschaft Zoe unter den Geiseln befindet ...

„Killing Zoe“ ist nichts für Zartbesaitete. Im Jahr seine Erscheinens geriet er aufgrund seiner expliziten Gewaltdarstellungen ins Kreuzfeuer der Kritik, was den spannenden und intensiven Kinogenuss freilich nicht schmälert. Regisseur Roger Avary („Die Regeln des Spiels“) schrieb vor „Killing Zoe“ das Drehbuch zu „Pulp Fiction“, woraufhin sich Quentin Tarantino mit der Produktion des Bankraub-Streifens revanchierte.

 

Zum Gasthof der spritzigen Mädchen

BRD 1979, 87 Min., dF, 35 mm, R.: Franz Marischka, D.: Sylvia Engelmann, Peter Steiner, Fred Stillkrauth, Rosl Mayr

„Beim Kirchenwirt Alois geht der Gerichtsvollzieher ein und aus, die Brauerei will nicht mehr liefern, kurz: Es muss etwas geschehen. Hochwürden und der Lehrer sind dafür, im Stadl des Kirchenwirtes ein frommes Ritterspiel aufzuführen, damit sich der Umsatz hebt. Doch dort hat Annemirl, die Tochter des Wirts, die vier Musikerinnen einer vorübergehend gestrandeten Damen-Combo untergebracht. Und Annemirl denkt, dass der Auftritt einer Damenkapelle mehr Umsatz bringt als ein frommes Ritterspiel. Das Dorf spaltet sich in zwei Lager. Und gekämpft wird mit allen Mitteln ...“ (Covertext der raren alten VHS-Cassette)

Franz „Manche sagen, wir haben den deutschen Film gerettet“ Marischka, der Großmeister der deutschen Sexkomödie („Liebesgrüße aus der Lederhose“, „Lass jucken, Kumpel“), führte Regie, Peter Steiner spielt die Hauptrolle und der Alemannia-Verleih („Zombies unter Kannibalen“, „Ein Zombie hing am Glockenseil“) brachte den Streifen in die Filmtheater. Und Rosl Mayr ist auch dabei. Braucht es noch mehr Argumente für einen Kinobesuch? Na also …

La Cicciolina – Göttliche Skandalnudel

D/F 2016, 56 Min, digital, R.: Alessandro Melazzini

- „Das Fräulein Staller ist eine Art Callas des Sex, besser gesagt: Sie hat eine Stimme, die so … unverwechselbar ist und von vielen Bewunderern geschätzt wird, so heißt es. Stimmt das?“
- „Ja; sagen wir, ich bin Missionarin der Liebe, hm, ja …“
- „Sagen Sie mal, kann es sein, dass Sie aus Ungarn nach Italien gekommen sind, um zu stöhnen?“
(Ilona Staller aka Cicciolina in einem Interview mit Enzo Biagi - berühmtester Journalist Italiens)
Der Lebenslauf der Ilona Staller, besser bekannt als Cicciolina, ist künstlerisch und menschlich wohl einmalig in der Welt. Nach ihrer Ausreise aus dem kommunistischen Ungarn folgte sie dem Lockruf des Dolce Vita nach Italien und fand dort ein fruchtbares Terrain für ein Leben im Zeichen des Skandals. Neckische Fotos als leichtbekleidete Nymphe wurden zum Sprungbrett für eine steile Karriere, die sie nach und nach zum Radio, zum Fernsehen und zum Erotik- bzw. Pornofilm brachte. Als bislang einzige in der Geschichte der Demokratie hat Ilona Staller es geschafft, vom Pornostar zur Abgeordneten gewählt zu werden und erlangt mit ihrem unerwarteten Sieg entsprechend Weltruhm. Ihre turbulente Ehe mit Jeff Koons, dem sie Ehefrau und Muse war, sicherte ihr schließlich endgültig ihren ikonischen Status in der zeitgenössischen Popkultur. Auf der Basis reichhaltigen Archivmaterials erzählt „La Cicciolina – Göttliche Skandalnudel“ mit Leidenschaft und Ironie vom Phänomen Ilona Staller in seinen vielen Facetten und ordnet es in den politischen Kontext des damaligen Italiens ein. (arte/Alpenway)

 

Bra Wars – Hollywoods Affäre mit dem BH

BRD 2014, 88 Min., dF, digital, R.: Hermann Vaske

„BH und Film haben sich gemeinsam entwickelt – von den frühen Stummfilmen bis hin zum heutigen 3D-Spektakel. Hermann Vaske veranschaulicht in seinem Dokumentarfilm, wie Hollywood und der BH sich gegenseitig pushten. „Bra Wars“ entdeckt die spannenden Wechselwirkungen zwischen der Traumfabrik Hollywoods und dem Kleidungsstück, das das Bild der Frau wohl am nachhaltigsten geprägt hat.“ (Raban Ruddigkeit)

 

Wild Style - Graffiti

USA 1982, 82 Min., OmdU, 35mm, R.: Charlie Ahearn, D.: 'Lee' George Quinones, Sandra Fabara, Andrew Witten, Patti Astor, Carlos Morales

Die Story kreist um eine weiße Journalistin, die eine Reportage über Graffiti-Writer, DJs, Rapper und Breakdancer im legendären New Yorker Dixie Club machen will. Im Mittelpunkt steht das Schicksal von Raymond (Graffiti-Künstler „Lee“ Quinones) und dessen Umgang mit der steigenden Anerkennung seiner eigenen Kunst in Kenner-Kreisen. Der Film wirft grundsätzliche Fragen über die Vermarktung der schwarzen Subkultur durch die weißen Medien auf.

Charlie Ahearn hielt 1982 die noch damals sehr junge HipHop-Kultur in seinen vier ursprünglichsten und wichtigsten Elementen fest und brachte diese so der ganzen Welt nahe. Die (natürlich aus heutiger Sicht) Oldschool-Beats und die entsprechenden Raps versprühen einen umwerfenden nostalgischen Charme und machen Spaß. Gleiches gilt für die die Einlagen von legendären Tänzern wie der Rocksteady Crew oder dem kurzen Gastauftritt von Grandmaster Flash.

„Als kleine, unabhängige Produktion von Regisseur Charlie Ahearn war Wildstyle der erste Film, der die vier Elemente der HipHop-Kultur: Dee-Jaying, MC-ing, B-Boying und Graffiti-Writing miteinander verband und gleichzeitig den Startschuss für globale HipHop-Szenen setze. Längst ist der Film legendär und bis heute in seiner Bedeutung wohl als wichtigster HipHop-Film aller Zeiten anzusehen!“ (OFDb)

 

Filme

Slap Shot

USA 1977, 123 Min., OV, DCP, R: George Roy Hill, D: Paul Newman, Michael Ontkean, Lindsay Crouse

Das unterirdisch schlechte Provinz-Eishockeyteam der „Charleston Chiefs“
hat ein Problem: Es verliert einfach jedes Spiel. Auch Coach Reggie Dunlop, ein ehemaliges Eishockey-Ass, schafft es nicht, der Mannschaft aus dem Keller der Tabelle zu helfen. Der erhoffte Erfolg stellt sich erst ein, als die drei Hanson-Brüder mit ihrem Kampfgeist das Blatt in die Hand nehmen. Mit ihrer brutalen Taktik kämpfen sie sich nach vorne, was den Gegnern natürlich gar nicht gefällt. Vor allem nicht dem ebenbürtigen Gegner aus Syracuse, ein erbarmungsloser Schlägertrupp.
Doch wie sich schon bald herausstellt, scheint das nicht das größte Problem der „Charleston Chiefs“ zu sein.

Nicht umsonst schafft es dieser Meilenstein des Eishockeyfilms auf Platz
1 von Maxims 100 besten Filmen für Kerle, die je gedreht wurden. „Slap Shot“ hat einfach alles: Sport, Bier, Humor, Gewalt, Männerfreundschaften und für die Handlung nicht unbedingt notwendige nackte Tatsachen, aber auch durchaus noch mehr …

„Hills Film demonstriert sehr schön, dass hehre Grundsätze von Fair Play nur allzu gern über Bord geworfen werden, wenn sie dem Erfolg im Wege stehen. Diese Kritik zielt längst nicht nur auf Sport und Entertainment ab, denn diese sind auch nur Ausdruck einer kapitalistischen Philosophie. (…) Ich liebe diesen Film und entdecke immer noch etwas Neues, obwohl ich ihn nun schon seit 25 Jahren kenne.“ (Oliver Nöding, Remember It for Later)

 

SPECIAL ZU "ZEIGEN WAS MAN LIEBT":

Die Kapitulation (Kurzfilm)

BRD 1967, 10 Min., s/w, 35mm, R: Martin Müller, D: Klaus Lemke, Katja Borsche und Marran Gosov

Lemke sagte einmal voller Attitüde: „Im Leben geht es eigentlich nur darum, wie lässig man am Abgrund steht, in den man unweigerlich stürzen wird.“ - Martin Müller inszeniert Lemke. Hier die Heirat als Abgrund; die Schlacht, welche ein Mann wohl nie gewinnen kann. In verzweifelt heroischer Pose unterschreibt er mit Verve sein Urteil ...
„Einer meiner absoluten Schwabinger Lieblingsfilme!“ – Bernhard Marsch

Henker Tom (Kurzfilm)

D 1966, 10 Min., dt. OV, 35mm, R.: Klaus Lemke, D.: Werner Enke

Ach, wär' das Leben doch so unbeschwert wie in einem Werbefilm. Morgens mit einem Lächeln im Gesicht aufwachen, dynamisch durch den Tag spurten und am Abend glücklich ins traute Familiennest zurückkehren. In Klaus Lemkes „Henker Tom“ versucht ein junger Mann genau das: Er will das Glücklichsein eines Werbefilms leben, streift mit seinem Mädchen durch das München der 60er-Jahre, geht raus ins Grüne, vertreibt sich die Zeit mit rasanten Autofahrten. Am Ende steht freilich die Erkenntnis, dass die Wirklichkeit schlicht nicht zum Werbefilm taugt.
„Henker Tom“ ist Klaus Lemkes zweiter Kurzfilm. Der Regisseur drehte meist mit Laiendarstellern, gerne auch im bayerischen Dialekt. Sein Credo: kein Geld vom Staat, keine Schauspieler, kein Drehbuch.

48 Stunden bis Acapulco

D 1967, 81 Min., dt. OV, 35mm, R.: Klaus Lemke, D.: Dieter Geissler, Christiane Krüger, Monika Zinnenberg

Frank Murnau träumt von einem unbeschwerten Leben, das ihm die Heirat mit der reichen Fabrikantentochter Laura Gruner ermöglichen könnte. Doch Frank will mehr. Mit seiner Geliebten Monika schmiedet er einen Plan und setzt sich nach Acapulco ab, um sein Wissen über die dunklen Geschäfte seines designierten Schwiegervaters Gruner zu Geld zu machen.
In Mexiko angekommen, stößt der mehrgleisig fahrende junge Mann allerdings schnell an seine Grenzen, da er sich im Vorfeld nicht ausmalen konnte, mit welchen Leuten er sich anlegt. Innerhalb von 48 Stunden wird sich sein Schicksal, und das einiger Anderer, entscheiden ...

Klaus Lemke lieferte mit seinem subtilen Thriller „48 Stunden bis Acapulco“ ein bemerkenswertes Spielfilmdebüt ab. Der Verlauf wird dabei in auffälliger Weise von eingängiger Musik, exzellenten Bildern und außergewöhnlichen Typen getragen. Die Geschichte orientiert sich offensichtlich an amerikanischen Vorbildern, ohne sich jedoch dabei als lose Kopie abzuqualifizieren. (…)

Klaus Lemke ebnet einen Weg bei dem es von vorne herein eigentlich außer Frage steht, dass groß angelegte Überraschungen auftauchen könnten. Die Geradlinigkeit der Geschichte offenbart eine Effizienz, bei der es den Anschein hat, dass sie von vorne herein en détail geplant gewesen sein wird. Somit ist ein sehr schönes und noch viel mehr aussagekräftiges Exemplar des Jungen Deutschen Films entstanden, das viele Stärken ohne halsbrecherische Kapriolen zu bieten hat und mit einer beinahe genialen Einfachheit auftrumpfen möchte. Die These, dass man Ideen auch ohne ein Mammut-Budget in eine besondere Gestalt bringen kann, wird von Klaus Lemke mit „48 Stunden bis Acapulco“ in eindrucksvoller Manier belegt.
Ein edles Sehvergnügen! (Prisma/Dirty-Pictures.de)

SPECIAL ZU "ZEIGEN WAS MAN LIEBT":

Detektive – Ihr erster Fall war eine Frau

BRD 1969, 91 Min, dF, 35mm, R.: Rudolf Thome, D.: Ulli Lommel, Marquard Bohm, Uschi Obermeier, Iris Berben, Elke Haltaufderheide

„Sie nennen sich Detektive. Sie sind charmant, zäh und rücksichtslos. Sie arbeiten für Geld, doch ihren Auftraggeberinnen erfüllen sie auch ohne Bezahlung jeden Wunsch. Jeden!
Detektive: Sie sind hart im Nehmen, und zärtlich im Geben! Wenn ihre Fäuste versagen, versuchen sie’s mit Liebe.“ (Text aus dem Originaltrailer)
Andy und Sebastian träumen vom schnellen Geld. Mit Spaß beschafft. Und als selbst ernannte Detektive in München sollte sich das schon irgendwie anstellen lassen. Als die beiden jungen Schnüffler ihren ersten Auftrag erhalten und die bildhübsche Annabella vor ihrem aufdringlichen Liebhaber erfolgreich beschützen können, scheint ihr Plan aufzugehen. Doch schon der nächste Fall wendet das Blatt und aus Kollegen werden schnell Kontrahenten. Dass der Grund hierfür das Spiel ihres Auftraggebers sein soll, können beide zunächst nicht erahnen …
Gespickt mit Action und Erotik porträtiert Rudolf Thome in seinem ersten Langfilm – in welchem zudem Uschi Obermeier debütierte – das Ende der 60er Jahre und vermittelt dabei das einzigartige Feeling jener Zeit, einer Zeit des Aufbruchs.

 

SPECIAL ZU "ZEIGEN WAS MAN LIEBT"

Der lange Marsch (Kurzfilm)

D 1970, 10 Min., dt. OV, 35mm, R: Marran Gosov, D: Dieter Augustin, Helmut Hanke, Marran Gosov

Lebenskünstler Gustl lebt auf der Straße. Er borgt sich beim Kostümverleih eine Wachtmeisteruniform aus, um Parksünder abzukassieren, mit Folgen.

Die Liebes-Abenteuer eines Schwerenöters

BRD 1968, 88 Min.

G. ist ein Schürzenäger, wie er im Buche steht: Wo er geht und steht, er lässt keine Gelegenheit zu flirten aus. Seine unverschämte Unbeirrbarkeit führt bei der Damenwelt auch meist zum Erfolg. Doch seinem spießigen Bruder ist G.s Leichtlebigkeit schon lange ein Dorn im Auge: Um dem als „rufschädigend“ empfundenen Lotterleben ein Ende zu bereiten, müsste er ihn verheiraten und lässt nichts unversucht, den lüsternen Bruder mit seiner jüngsten Errungenschaft festzunageln. Leichter gesagt als getan ...

SPECIAL ZU "ZEIGEN WAS MAN LIEBT":

Häschen in der Grube

BRD/Italien 1969, 94 Min., 35mm, R.: Roger Fritz, D.: Helga Anders, Françoise Prévost, Anthony Steel, Ray Lovelock

„Eines Engagements wegen reist der Stardirigent Maurice Pouliard mit seiner Geliebten Francine und deren Tochter Leslie zum Klassik-Festival von Spoleto. Schon auf dem Weg kommt es zu Spannungen: Maurice nötigt Leslie immer wieder, was Francine schweigend hinnimmt – aus Angst, Maurice zu verlieren. In Spoleto trifft Leslie auf eine Gruppe von Hippies und verliebt sich in den gleichaltrigen Brian. Maurice setzt alles daran, das Mädchen wieder unter seine Kontrolle zu bringen ...
„Erst zögerlich, dann erleichtert verliert die junge Helga Anders im Dämmerlicht der umbrischen Abendsonne ihre Unschuld an Ray Lovelock, irgendwo in den Hügeln vor Spoleto, in Roger Fritz' elegischer Coming-of-Age-Ballade „Häschen in der Grube“ (1969). Umbrien ist hier ein Sehnsuchtsort, der ein anderes Leben verspricht, zumindest im Augenblick des Abschieds. So groß und so greifbar ist diese Utopie, dass ihr Inneres unweigerlich schon von der Melancholie des Flüchtigen gezeichnet sein muss. (...) Ein bittersüßer Sommerfilm zwischen erregter Neugierde und Spasmen von Weltschmerz, hier und da einen Hauch von Pietrangeli und Antonioni versprühend.“ (Christoph Draxtra, eskalierende-traeume.de)

IN ANWESENHEIT DER REGISSEURE:

Zeigen was man liebt

BRD 2016, 129 Min., dt. OV, digital, R.: Frank Göhre, Borwin Richter, Torsten Stegmann

„Die deutsche Filmgeschichte ist eine vieler Missverständnisse. Etwa, dass der deutsche Film dröge sei. Dass es ihm an Sinnlichkeit mangele. Und dass Genreunterhaltung nicht so sein Ding sei. Das mag stimmen für einige Filme - aber für viele eben auch nicht. Ein weiteres Missverständnis besagt, dass die alten deutschen Filme noch viel schlimmer seien als die aktuellen. Diesen Irrtümern liegt zugrunde, dass die „alten“ Filme, die Unterhaltung und Anspruch, Lockerheit und Leidenschaft, Energie und Lust verbinden, heute kaum mehr zu sehen sind. Was es auf DVD nicht gibt, was im Fernsehen nicht läuft, gerät in Vergessenheit. Doch es gibt Abhilfe: Nach Dominik Grafs „Verfluchte Liebe Deutscher Film“, der die Genrevariationen des Neuen Deutschen Films durchdeklinierte, blicken Frank Göhre, Borwin Richter, Torsten Stegmann nun mit ihrem Dokumentarfilm „Zeigen was man liebt“ dezidiert auf die Münchner Filmszene Ende der 1960er Jahre: Da, wo Klaus Lemke und Rudolf Thome herkamen, wo May Spils und Werner Enke Erfolge feierten. (…)
Viele dieser Filme sind gar nicht mehr verfügbar heute. Das ist umso bedauerlicher, wenn man hier in Filmausschnitten eine Kraft und Energie spürt, die so gar nicht das ist, was man von einem deutschen Film der 1960er Jahre erwartet. Und ganz nebenbei hat man bei diesem Film auch das heimelige Gefühl eines Klassentreffens, bei dem sich alte Freunde wiederbegegnen, die, die damals auf den Putz hauten und sich dann auseinanderentwickelt haben. Auch wenn Thome nur aus dem Archiv zu uns spricht. Und Lemke seine Rotzigkeit beim Interview in einer Tiefgarage auslebt.“
(Harald Mühlbeyer, www.kino-zeit.de)

„Es ist ein eher unbekanntes Kapitel des deutschen Films, das in dem enorm kurzweiligen Dokumentarfilm „Zeigen was man liebt“ aufgeblättert wird. Sozusagen standesgemäß ist er ganz ohne Förderung oder Fernsehbeteiligung entstanden, einfach, weil die Macher Lust auf ihn hatten und die Zeit reif war. Ein Film, der nicht nur gute Laune, sondern auch Lust auf das Sprengen von allerlei inneren Ketten macht. (…) „Zeigen was man liebt“ ist mehr als ein Film der guten Laune, ist weit mehr als eine filmhistorische Exkursion. Er ist und zeigt trotzige, lässige Selbstbehauptung, lacht der Welt ins Gesicht, ist Herzblut pur in hoher Dosis. Nach diesem Film fühlt man sich – egal, wie alt man ist – für eine ziemliche Weile ziemlich verdammt jung. Und lässig. Und cool.“ (Alf Mayer, www.culturmag.de)

Zu dieser sehenswerten Doku präsentiert das KommKino vom 5.-13.5. ein umfangreiches Programm mit seltenen alten Originalstreifen.

 

SPECIAL ZU "ZEIGEN WAS MAN LIEBT":

Frühstück in Rom

D 1965, 17 Min., dF, 35mm, R.: Max Zihlmann, D.: Ingrid Caven, Lutz Bajohr, Eckhardt Schmidt, Klaus Lemke

Drum prüfe, wer sich ewig bindet: In Frühstück in Rom trifft sich ein Münchner Filmkritiker mit seiner Freundin und schlägt vor, zu heiraten. Eine schwierige Entscheidung, die reiflich überlegt sein will. So wägen die beiden an verschiedenen Orten die Vor- und Nachteile des Ehelebens ab und beschließen am Ende ... eben, unverheiratet zu bleiben.
Mit Frühstück in Rom wandelt Regisseur Max Zihlmann auf den Spuren der Nouvelle Vague. Neben flapsigen Sprüchen über die Ehe und Diskussionen über Filmkritik fesselt er den Zuschauer mit herrlichen Aufnahmen des 60-Jahre-Münchens – inklusive seiner lebendigen Cafés, Kinos und Kneipen.

Rote Sonne

D 1970, 87 Min., dt. OV, 35mm, R: Rudolf Thome, D: Marquard Bohm, Uschi Obermaier, Sylvie Kekulé

Thomas trampt von Hamburg nach München. Dort trifft er im Nachtclub seine Ex-Freundin Peggy. Thomas hat noch kein Bett für die Nacht, und Peggy findet Thomas noch immer sympathisch. So nimmt sie ihn nach Feierabend - die Sonne geht gerade auf - mit nach Hause. Die Mitbewohnerinnen ihrer aus vier Frauen bestehenden Wohngemeinschaft sind jedoch nicht erfreut, als sie merken, dass Thomas sich bei Peggy einnistet. Denn die vier haben eine mörderische Vereinbarung.
Ein unsterblicher Kultklassiker des Neuen deutschen Films. Jetzt endlich wieder im Kino zu sehen!

 

Überraschungstrash

Da es sich um einen Überraschungsfilm handelt, soll an dieser Stelle nicht allzu viel von der Handlung preisgegeben werden. Ohnehin besteht weder die Notwendigkeit noch die Möglichkeit, einen erkennbaren Handlungsverlauf zu beschreiben. Ein roter Faden, der sich durch die nicht immer wahllose Aneinanderreihung verschiedener blödsinniger Sketche zieht, ist dennoch auf jeden Fall vorhanden. Wahrscheinlich ist aber ein Knoten drin. Dieser Film wartet auf mit dämlichen Witzen, politischer Unkorrektheit und unsagbarem Klamauk. Schauspieler, die heute als hochkarätige Stars gehandelt werden, schienen sich in den 80ern für nichts zu Schade gewesen zu sein, um an den ein oder anderen Dollar zu kommen. Wer nicht auf Blödsinn steht, sollte zu Hause bleiben.

Der Rest: unbedingt verzaubern lassen!

 

Filme

Achterbahn

OT: Rollercoaster, USA 1977, 118 Min., dF, 35 mm, R.: James Goldstone, D.: George Segal, Richard Widmark, Timothy Bottoms, Henry Fonda

„Ein Bombenleger sorgt für Angst und Schrecken in Amerikas Vergnügungsparks. Seine Vorliebe gilt Achterbahnen, in welchen er kleine Sprengsätze versteckt, die die Wagen zur Entgleisung bringen. Als Gegenspieler erwählt er sich den Sicherheitsinspektor Harry Caulder, der für ihn den Geldboten spielt, ihn jedoch nicht stoppen kann und darüber hinaus auch noch Probleme mit dem ermittelnden FBI-Agenten hat. Auch bei der Neueröffnung einer besonders wilden Achterbahn will der Saboteur wieder zuschlagen und Harry hat in dem bunten Trubel alle Hände voll zu tun ...“ (www.ofdb.de)

Ein ganz auf Hochspannung getrimmter US-amerikanischer Sensationsstreifen, der den damals populären Katastrophenfilm mit Thriller-Elementen mischt. Die „New York Times“ verglich das Resultat gar mit Alfred Hitchcock. „Ein herrlicher Nervenzerrer, den ich liebe, seit ich ihn in meiner Kindheit im Fernsehen sah und man mich noch Monate später nicht in eine Achterbahn gekriegt hat. Heute gefällt mir sein sarkastischer Humor am besten, den es in dieser Form im heutigen Kino nicht mehr gibt. Ach, die 70er…“ (www.retro-film.info) „Dank starker Kamera, Lalo Schifrins Kompositionen und munteren Akteuren auch heute noch großes Kino.“ (www.handlemedown.de)

 

Der Rasenmäher-Mann

The Lawnmower Man, USA 1992, 107 Min., dF, digital, R.: Brett Leonard, D.: Pierce Brosnan, Jeff Fahey, Jenny Wright, Austin O'Brien

Der perfekte Soldat! Das ist das Ziel, das der Wissenschaftler Dr. Lawrence Angelo manisch verfolgt. Mit dem Segen der Regierung schreckt er dabei auch nicht vor dem Einsatz von Drogen und einer brandneuen Innovation zurück: Virtual Reality! Doch wie wir spätestens seit unseren „versehentlichen“ Ausflügen ins Darknet wissen, hat der digitale Firlefanz durchaus seine Tücken. Dr. Angelos Gärtner Jobe Smith kann ein Lied davon singen: Zwar verbessern sich seine geistigen Fähigkeiten durch Dr. Angelos Behandlung rasant, doch steigt seine Mordlust mindestens genauso schnell. Das Experiment gerät außer Kontrolle ...
Zugegeben: 25 Jahre nach Erscheinen wirken die computergenerierten Sequenzen in Brett Leonards „Der Rasenmähermann“ ein wenig lächerlich und wenig würdevoll gealtert. Die Kernthemen des Sci-Fi-Horrorfilms sind hingegen aktueller denn je: Wird die Künstliche Intelligenz über das menschliche Hirnkastl siegen? Verschmelzen Mensch und Maschine zu perfekt optimierten Androiden? Antworten auf die drängenden Fragen der Menschheit gibt's im KommKino – vielleicht ...

 

Evil Dead – Special zur Aufhebung des jahrzehntelangen Verbots

Tanz der Teufel

USA 1981, 88 Min., dF, digital, R: Sam Raimi, D: Bruce Campbell, Ellen Sandweiss, Richard DeManincor

Was für eine fabelhafte Idee: Um ein paar Tage auszuspannen, fährt Ash mit seinen Freunden in eine abgelegene Waldhütte in Tennessee. Im Keller finden sie beim Stöbern ein mysteriöses, verstaubtes Buch und ein altes Tonbandgerät mit Beschwörungsformeln. Es kommt, wies kommen muss, nichts ahnend erwecken die Jugendlichen böse Kräfte und müssen sich fortan unter anderem mit besitzergreifenden Dämonen und lüsternen Bäumen herumschlagen.
Nachdem der Film mehreren Jahrzehnte in Deutschland auf dem Index stand und sogar für Erwachsene strengstens verboten war, gab es dieses Jahr endlich die langerwartete Aufhebung von Indizierung und Beschlagnahme. Aus diesem Anlass zeigen wir euch den Kultschocker in ungekürzter Fassung auf großer Leinwand.
Im Anschluss zeigen wir die Fortsetzung!

 

Evil Dead – Special zur Aufhebung des jahrzehntelangen Verbots

Tanz der Teufel 2

Evil Dead II, USA 1987, 84 Min., dF, digital, R: Sam Raimi, D: Bruce Campbell, Sarah Berry, Dan Hicks

Nahezu nahtlos führt der zweite Teil der „Evil Dead“-Trilogie die Handlung des ersten Films fort. Ash, der sich gerade von Teilen seiner Freundin Linda trennen musste, erwacht im Wald und sieht sich nach kurzer Pause erneut dämonischen Kräften gegenüber, die ihm und einigen neuen Mitstreitern den Tag gehörig versauen wollen.

„Die handwerklich routinierte Anhäufung von drastischen Szenen des Horrorfilms, einer Vielzahl von einschlägigen Zitaten und Anflügen makabren Humors kostet Zuschauerängste genüßlich aus und spielt nekrophil und süffisant mit Unappetitlichkeiten und Schreckmomenten.“ (Lexikon des internationalen Films)

 

Filme

Evil Dead – Special zur Aufhebung des jahrzehntelangen Verbots

Evil Dead

USA 2013, 91 Min, dF., digital, R: Fede Alvarez, D: Jane Levy, Shiloh Fernandez, Lou Taylor Pucci

Ein paar Tage in der absoluten Abgeschiedenheit einer Waldhütte ohne jeglichen Zugang zu Alkohol, das soll das bewährte Mittel für die gebeutelte Mia sein, die sich nach dem langsamen Tod ihrer Mutter in den Suff geflüchtet hatte. Ihr Bruder David hat drei gute Freunde um Mia versammelt: Olivia, Eric und Nathalie, die helfen sollen, die Zeit und den Entzug nicht zu lang werden zu lassen. Was sie jedoch nicht wissen, ist, dass die Hütte vor kurzem von einem Professor benutzt wurde, der dort das sogenannte „Buch der Toten“, das in Menschenhaut gebundene „Necronomicon“ untersucht hat und spurlos verschwunden ist. Doch das Buch ist noch dort und als Eric einige der mit Blut geschriebenen Passagen übersetzt, befreit er die Dämonen, die sich der jungen Leute nach und nach bemächtigen. (ofdb.de)

„Das Remake von „Evil Dead“ stieß unter Fans anfänglich auf Skepsis. Doch der Regiedebütant Fede Alvarez hat den Horror-Kultfilm kongenial modernisiert. […] „Evil Dead“ erfüllt mit seinen realistischen Gewalttätigkeiten alle Anforderungen des modernen Horrorfilms […]“ (Die Zeit)
Erstmals in der fast fünf Minuten längeren Unrated-Fassung im Kino zu sehen!

 

Evil Dead – Special zur Aufhebung des jahrzehntelangen Verbots

Armee der Finsternis

Army of Darkness, USA 1992, 85 Min., dF, R: Sam Raimi, D: Bruce Campbell, Embeth Davidtz, Marcus Gilbert

Ash ist zurück! Diesmal verschlägt es ihn mittels eines Zeittunnels ins Mittelalter, wo er prompt wieder auf Dämonen trifft. Geübt wie er ist, kann er sich quasi mit links verteidigen und wird daraufhin als Auserwählter erkannt, der das Land von den umherstreifenden Untoten befreien soll.
Der dritte Teil kommt weitaus humorvoller und weniger gewalttätig daher, büßt aber dennoch nichts von seinem kultigen Charakter ein.
„Mit bemerkenswerter Tricktechnik gedreht, findet der Film zwar keine Distanz zu seinem paranoiden Helden, steigert sich aber durch die comic-artige Inszenierung fast zu einer surrealen Komödie voll von makabrem Humor.“ (Lexikon des internationalen Films)

 

The Dark Half

USA 1993, 121 Min, OV, 35mm, R.: George A. Romero, D.: Timothy Hutton, Amy Madigan, Michael Rooker, Chelsea Field

Thad Beaumont ist ein Autor, dessen Unterbewusstsein ein mörderisches Alter Ego erschafft, George Stark, unter dessen Pseudonym Beaumont schreibt. Doch als er sich von seiner dunklen Hälfte trennen will, stellt er fest, dass diese sich nicht so einfach abschütteln lässt …

The Dark Half ist ein Horrorfilm, den George A. Romero nach einer Vorlage von Stephen King inszenierte und dabei auch als Drehbuchautor fungierte. An diesem Film fasziniert insbesondere nicht nur, dass das Unheimliche zum ersten Mal seit Shining von Stanley Kubrick von der ersten bis zur letzten Minute im Film präsent ist, sondern dass er die „Dr. Jeckyll und Mr. Hyde“-Geschichte so variiert, dass sie einen interessanten und sehr düsteren Kommentar zum kreativen Prozess eines Autors darstellt. Ein alptraumhaft-guter Film!