Filme

BDSM-Special

Dark Circus

BRD 2016, 86 Min., OF (englisch), digital, R.: Julia Ostertag, D.: Namjira As-Sefid, Angela Maria Romacker, Annika Strauss

„Johanna ist 20 Jahre alt und leidet unter ihrer langweiligen und ziellosen Existenz. Schon bald verschlägt es sie in eine andere Welt unter der Stadt, wo Menschen in einer Art Parallelwelt voller Dunkelheit und magischen Ritualen leben. Die Bewohner dieser Welt werden angeführt von einer mysteriösen Frau. Mit ihrem Beitritt zur Sekte durch eine extravagante Aufnahmezeremonie trifft Johanna auf faszinierende Charaktere. Als sie tiefer ins Okkulte abtaucht bricht ihre alte Welt langsam zusammen. „Dark Circus“ ist eine Geschichte über Transformation, über die Reise zu sich selbst, von tiefsten Verlangen bis zu dunkelsten Albträumen.“ (Filmfest Braunschweig)

Ein faszinierender, sorgfältig inszenierter deutscher Underground-Film zwischen Horror und abgründigen SM-Fantasien. Regie führte Julia Ostertag, von der das KommKino bereits erfolgreich die Punk-Doku „Noise & Resistance“ zeigte.

 

BDSM-Special

Im Garten der Qualen

OT: Le Jardin des Supplices, Frankreich 1976, 93 Min., dF, 35mm, R.: Christian Gion, D.: Roger van Hool, Jacqueline Kerry, Tony Taffin

„Ein junger Arzt, der in eine Rauschgiftaffäre verwickelt ist, kommt in den 30er Jahren nach China und gerät durch eine schöne exzentrische Frau in einen Kreis dekadenter Europäer, deren Zeitvertreib in grausamen Folterungen Einheimischer besteht. Formal ambitionierte Romanverfilmung, die jedoch weitgehend aus einer Aneinanderreihung von Sexszenen und infernalischen Quälereien besteht. - Wir raten ab.“ (katholischer Filmdienst)

Tatsächlich gewinnt diese Kino-Adaption Octave Mirbeaus berühmten Roman interessante neue Akzente ab, überzeugt aber auch als eigenständiges Werk. Ein Film aus einer Zeit, in der tabubrechende Streifen bisweilen noch sehr hochwertig und mit beachtlichem Aufwand in Szene gesetzt wurden. Inzwischen auch eine echte Rarität, die bislang weltweit nicht auf DVD oder Blu-Ray erschienen ist.

 

Cinema Futures

A 2016, 126 Min., OmdU, digital, R.: Michael Palm, D.: Martin Scorsese, Christopher Nolan, Tacita Dean, David Bordwell

Es ist der Albtraum eines jeden cinephilen Archivars: Beim Öffnen der Filmdose steigt ihm der beißende Gestank von Essig in die Nase! Dahinter steckt viel mehr als eine kurze Geruchsbelästigung, kündigt das sogenannte „Essigsyndrom" doch nicht weniger als das bevorstehende Ende einer 35-Millimeter-Filmkopie an. Unzählige Leinwand-Klassiker sind aufgrund unsachgemäßer Lagerung oder schlicht aufgrund ihres Alters so schon ins ewige Nirwana zerbröselt, wie der österreichische Dokumentarfilm verdeutlicht. Er beschäftigt sich mit den einschneidenden Veränderungen, die das Kino im digitalen Zeitalter transformieren. So rattern in den allermeisten Lichtspielhäusern längst keine Projektoren mehr; stattdessen wird die Festplatte als Filmträger mit einem leisen Mausklick aus ihrem Schlaf geweckt - die Zukunft ist eben digital!

Der Dokumentarfilmer Michael Palm meldet mit „Cinema Futures“ berechtigte Zweifel an diesem unter Technologiejüngern weit verbreiteten Dogma an. Schließlich ist die Digitalisierung mit zahlreichen Problemen behaftet. Unter anderem eignet sie sich nicht zur Langzeit-Archivierung von Filmen, da digitale Dateien schneller verloren gehen als Informationen auf Zelluloid. Auch Filmemacher wie Christopher Nolan schwören auf die Vorzüge des klassischen Films. Er kommt in Michael Palms spannender Reflexion über die Zukunft des Kinos ebenso zu Wort wie Museumskuratoren, Historiker und Techniker.   

 

Schugada – a bayrische Mafiakomödie

D 2017, 101 Min., dF, digital, R: Benedikt Klaus, D.: Christian Stock, Maximilian Allgeier, Rosetta Pedone, Ulf Lehner

Es klingt unglaublich, aber die Mafia ist hier, in Bayern. Der 27-jährige Lukas hat damit nichts zu tun. Er lebt das friedliche Leben eines Geowissenschaft-Studenten. Das Einzige vor der er sich fürchtet, ist die drohende Langeweile der Semesterferien, doch das wird sich bald ändern ...

Das neue Filmprojekt von Benedikt Klaus bringt uns alte Filmklassiker in einer ganz neuen Form zurück. In „Schugada“ prallen Welten aufeinander, die nicht unterschiedlicher sein könnten: das moderne 21. Jahrhundert, bayerische Traditionen und Traditionen der italienischen Mafia. Alles in einen Weißwursttopf geschmissen, ergibt die urkomische und hochexplosive Mischung einen Film, der es in sich hat.

Am 27. November in Anwesenheit des Regisseurs Benedikt Klaus!