KEINEN DOLLAR FÜR DEIN LEBEN
UN DÒLAR DE FUEGO
ITA|ESP 1969 – DF – 79 Min. – 35mm – CS
Regie Nick Nostro
Buch Mario Colucci, Ignacio F. Iquino, Astrain Bada
Kamera Victor Monreal, Julian Rosenthal
Musik Enrique Escobar
Mit Miguel de la Riva, Alberto Farnese, Gaspar Gonzales, Dada Gallotti, Alberto Gadea
In Fartown müssen die Bürger in Angst und Schrecken leben, weil ein fieser Unbekannter mit aller Macht versucht, deren Grundbesitz billigst an sich zu reißen und für sein Vorhaben auch nicht davor zurückschreckt, bezahlte Meuchler einzusetzen, die jeden eliminieren sollen, der dennoch Widerstand leistet und an seinem Hab und Gut festhalten mag. Nun liegt es an Sheriff Brady, wieder für Recht und Ordnung zu sorgen, aber die Schurken haben mit dem angeheuerten Pistolero Sam Dollar noch ein sadistisches As im Ärmel…
Nick Nostro war die erste Hälfte seiner knapp 16 Jahre andauernden Karriere Regieassistent bei Leuten wie Giorgio Simonelli und Roberto Bianchi Montero, also zu jener Zeit absolut gestandenen Inszenatoren im Filmgeschäft, die bis dahin schon einige Einträge in ihrer Regie-Vita vorweisen konnten. Sechs Jahre später und um einige Erfahrungen reicher, finalisierte Nostro mit dem Mantel- und Degendrama »Il sangue e la sfida« (1962) seinen ersten eigenen Spielfilm, zu dem er auch das Drehbuch beisteuerte, was einigen seiner zukünftigen Werke auch so beibehalten wurde. In seiner Ausübung als Regisseur, bediente Nostro dann die gängigen Filmgenres der 60er Jahre: Peplum, Eurospy und Western. Mit »Spartacus und die zehn Gladiatoren« (Gli invincibili dieci gladiatori,1964), »Das rote Phantom schlägt zu« (Superargo contro Diabolikus,1966) sowie »Von Django - mit den besten Empfehlungen!« (Uno dopo l'altro,1968), gelangen ihm darüber hinaus sogar sensationelle Beiträge, welche sich vom damaligen Einheitsbrei im Wust der verschiedenen Filmgattungen definitiv abhoben.
Wie sieht es allerdings mit »Keinen Dollar für Dein Leben« aus? Nun ja, gerne würde ich Euch beruhigen und von einem sensationellen Genre-Kleinod berichten, welches sein bisheriges Dasein unberechtigterweise im Schatten anderer Hochkaliber fristen musste, aber das wäre dann doch etwas zu arg geflunkert. In diesem Fall können wir nur auf eine fesche Synchronisation hoffen, die hier allerdings gehörige Aufpolierungsarbeit leisten muss, denn die verfilmte Geschichte erfindet das Rad beileibe nicht neu. Zudem wirken einige Darsteller recht hölzern in der Verkörperung ihrer Rollen – aber wie so oft, entfalten solche schnell herunter gekurbelten Billigheimer im Kinosaal dennoch ihre wahre Pracht und in diesem Fall ist es zudem eine seit Jahren nicht mehr gezeigte Filmkopie, deren Betrachten momentan wohl die einzige Möglichkeit darstellt, um in den Genuss der seltenen deutschen Vertonung kommen zu dürfen. Also, optimistisch bleiben – wird schon gut gehen!
Tobias Reitmann