Filme

The Endless

USA 2017, 111 Min., OmdU (17.10.) / dF (22.10.), digital, R: Justin Benson, Aaron Moorhead, D.: Justin Benson, Aaron Moorhead, Lew Temple, Tate Ellington

Zehn Jahre sind vergangen, seit die Brüder Aaron und Justin den Klauen des religiösen Kults entkommen sind, in dem sie einst aufwuchsen. Doch nun taucht ein Videoband in ihrer Post auf, dessen Botschaft die Vergangenheit wieder auferstehen lässt. Und nur kurze Zeit später finden sich Aaron und Justin wieder auf dem Weg in die kärglich-mysteriöse Abgeschiedenheit ihrer einstigen Heimat im südkalifornischen Hinterland. Bei ihrer Ankunft werden sie unvermutet herzlich empfangen. Doch schon wenig später mehren sich die Vorzeichen, dass an diesem Ort, an dem die Zeit scheinbar spurlos vorüberzog, so einiges ganz und gar nicht in Ordnung ist: Keiner scheint gealtert, Vögel fliegen in seltsamen Formationen und bizarre Hügel markieren ein unwirkliches Territorium. Als die Ereignisse sich zuspitzen, müssen Aaron und Justin erkennen, dass die Wahrheit selbst ihre kühnsten Vorstellungen bei weitem übertrifft …

Nach den provokanten Genremixes „Resolution“ und „Spring“ kehren die Regisseure Justin Benson und Aaron Moorhead erneut in die unterbewusste Ungemütlichkeit ihres raubeinigen Indie-Horrors zurück. Das Ergebnis ist eine intensiv gespielte Okkult-Horror-Sensation, deren traumgeschwängerte Exzentrik in der Tradition Lynch’scher Bilderwelten und Lovecraft-Erzählungen steht und zutiefst beunruhigend stets aufs Neue die Erwartungshaltung des Zuschauers in Frage stellt. Schockierendes Psycho-Kino vom Allerfeinsten.

 

Frankensteins Haus

USA 1944, 70 Min., OV, 16mm, R: Erle C. Kenton, D.: Boris Karloff, Lon Chaney Jr., John Carradine

Nach der Flucht aus dem Gefängnis, will der böse Professor Dr. Niemann (Boris Karloff) und sein buckliger Assistenten (J. Carrol Naish) drei böse Kreaturen wiederbeleben: Graf Dracula (John Carradine), den Wolfsmenschen (Lone Chany Jr.) und das Frankenstein-Monster (Glenn Strange). Nachdem Graf Dracula weniger Hilfreich war, findet Dr. Niemann mit der Hilfe des Wolfsmenschen das Buch von Frankenstein, mit dem er hinter dessen Geheimnis kommt und das Frankenstein-Monster wiederbeleben kann. Als Gegenleistung verspricht er ihn wieder zu einem normalen Menschen zu machen. Doch es läuft nicht nach Plan. Vollmond beginnt und der Wolfsmensch sieht sich seiner mit einer silbernen Kugel bewaffneten Geliebten Ilonka (Elena Verdugo) entgegen. Doch das ist nicht alles; Frankensteins Monster erwacht zum Leben und flüchtet mit Dr. Niemann vor einem wütenden Mob von Bürgern (nach www.ofdb.de)

 

200 Jahre Frankenstein

2018 jährt sich das Erscheinen von Mary Shelleys Roman „Frankenstein“ zum 200. mal. 1910 erstmals verfilmt, ist bis heute die Darstellung Boris Karloffs aus dem Jahr 1931 ikonisch und Ziel zahlreicher Parodien. Doch neben dem klassischen Gruselcharme schwebte Shelley sehr Gehaltvolles vor: 1815 brach der Vulkan Tambora aus und veränderte das Weltklima, es gab Ernteausfälle und viele Europäer flüchteten nach Amerika. Ein Jahr später, im „Jahr ohne Sommer“ verbrachte Mary Shelley unter anderem mit ihrem Mann und Lord Byron den Juni am Genfer See. Wegen der frostigen Sommertemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt beschlossen die Dichter, in der Villa Deodati, ihrem Feriensitz, Drogen zu nehmen und Gespenstergeschichten zu schreiben. Polidori, Byrons Arzt, schrieb „Der Vampyr“, teils Byron zugeschrieben, und begründete den bis heute wirkenden Mythos des Dandy-Vampirs mit erotischer Ausstrahlung (vgl. neuerdings Angel in „Buffy“, 1997, „Twilight“, 2008, „Dracula untold“, 2014). Byron schuf ein Gedicht „Finsternis“ über die letzten beiden Menschen in einer apokalyptischen Welt, die sich gegenseitig umbringen. Und Mary Shelley den Urvater des Mad-Scientists, der die Kontrolle über seiner Schöpfung verliert.

Inhaltlich geht das tiefer: In einer Zeit, in der gerade erst Napoleon besiegt wurde – der einen Weltkrieg führte, wenn man so Kriege, die in mehreren Kontinenten ausgetragen werden, bezeichnet – und demokratische Kräfte bereits seit einem halben Jahrhundert immer mehr die alte Adelsordnung bedrohten (Unabhängigkeit Amerikas 1776, Französische Revolution 1789) ist Frankenstein das Symbol revolutionärer Kräfte einer Sturm-und-Drang-Epoche. Kräfte, die ohne Vernunft und Maß das Alte zerstören wollen, um Neues zu erschaffen und schließlich daran scheitern, da sich das Neue im Gegensatz zum Alten als mindestens ebenso gefährlich, aber darüber hinaus als unkontrollierbar erweist.

Damit erreicht „Frankenstein“ eine politische Dimension, die durchaus beabsichtigt ist: Victor Frankenstein aus Genf studiert und erschafft sein Monster in Ingolstadt, und Mary Shelley siedelte ihr Werk deswegen in der kleinen Universitätsstadt an, da in Ingolstadt Adam Weishaupt den Illuminatenorden gründete, einen Geheimbund, der den Adel stürzen und demokratische Prinzipien an dessen Stelle installieren wollte. - Wobei auch die werkgetreueren Verfilmungen in ihrer Tendenz kaum als demokratiefeindlich einzuordnen sind, auch wenn sie sich aus einer solchen Quelle speisen – vielmehr aber fortschrittsfeindlich sind - und damit seit eh und je ein Politikum.

Retaliator

USA 1987, 90 Min, dF, 35mm, R.: Allan Holzman, D.: Robert Ginty, Sandahl Bergman, James Booth

Die palästinensische Terroristin Samira wird bei dem Versuch, sie gefangenzunehmen, so schwer verletzt, dass sie zu sterben droht. Doch einem Ärzte-Team des CIA gelingt es, ihr Leben zu retten und ihr einen Mikrochip im Gehirn einzupflanzen, der sie zur willenlosen Kampfmaschine machen soll. Während eines Kampfeinsatzes brennt jedoch ein Schaltkreis durch und so wendet sich die Menschmaschine gegen ihre „Schöpfer“… (Quelle: www.ofdb.de)

Allan Holzman schuf 1982 das SF-B-Film-Meisterwerk „Mutant – Das Grauen im All“, und so wie er dort einen gelungenen Alien-Klon schuf, zeigt er in „Retaliator“ eine trashig-unterhaltsame Frankenstein-Variante. Während B-Actionfilme der 80er Jahre meist reaktionär und revanchistisch sind (Rambo II, 1986), geht in diesem Film das Böse vom US-Militär aus. Damit wird die Bedrohung des heimatlichen und bürgerlichen Lebens durch Wissenschaft und Technik gelungen und kritisch in die damalige Gegenwart der Reagan-Ära übertragen.

 

200 Jahre Frankenstein

2018 jährt sich das Erscheinen von Mary Shelleys Roman „Frankenstein“ zum 200. mal. 1910 erstmals verfilmt, ist bis heute die Darstellung Boris Karloffs aus dem Jahr 1931 ikonisch und Ziel zahlreicher Parodien. Doch neben dem klassischen Gruselcharme schwebte Shelley sehr Gehaltvolles vor: 1815 brach der Vulkan Tambora aus und veränderte das Weltklima, es gab Ernteausfälle und viele Europäer flüchteten nach Amerika. Ein Jahr später, im „Jahr ohne Sommer“ verbrachte Mary Shelley unter anderem mit ihrem Mann und Lord Byron den Juni am Genfer See. Wegen der frostigen Sommertemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt beschlossen die Dichter, in der Villa Deodati, ihrem Feriensitz, Drogen zu nehmen und Gespenstergeschichten zu schreiben. Polidori, Byrons Arzt, schrieb „Der Vampyr“, teils Byron zugeschrieben, und begründete den bis heute wirkenden Mythos des Dandy-Vampirs mit erotischer Ausstrahlung (vgl. neuerdings Angel in „Buffy“, 1997, „Twilight“, 2008, „Dracula untold“, 2014). Byron schuf ein Gedicht „Finsternis“ über die letzten beiden Menschen in einer apokalyptischen Welt, die sich gegenseitig umbringen. Und Mary Shelley den Urvater des Mad-Scientists, der die Kontrolle über seiner Schöpfung verliert.

Inhaltlich geht das tiefer: In einer Zeit, in der gerade erst Napoleon besiegt wurde – der einen Weltkrieg führte, wenn man so Kriege, die in mehreren Kontinenten ausgetragen werden, bezeichnet – und demokratische Kräfte bereits seit einem halben Jahrhundert immer mehr die alte Adelsordnung bedrohten (Unabhängigkeit Amerikas 1776, Französische Revolution 1789) ist Frankenstein das Symbol revolutionärer Kräfte einer Sturm-und-Drang-Epoche. Kräfte, die ohne Vernunft und Maß das Alte zerstören wollen, um Neues zu erschaffen und schließlich daran scheitern, da sich das Neue im Gegensatz zum Alten als mindestens ebenso gefährlich, aber darüber hinaus als unkontrollierbar erweist.

Damit erreicht „Frankenstein“ eine politische Dimension, die durchaus beabsichtigt ist: Victor Frankenstein aus Genf studiert und erschafft sein Monster in Ingolstadt, und Mary Shelley siedelte ihr Werk deswegen in der kleinen Universitätsstadt an, da in Ingolstadt Adam Weishaupt den Illuminatenorden gründete, einen Geheimbund, der den Adel stürzen und demokratische Prinzipien an dessen Stelle installieren wollte. - Wobei auch die werkgetreueren Verfilmungen in ihrer Tendenz kaum als demokratiefeindlich einzuordnen sind, auch wenn sie sich aus einer solchen Quelle speisen – vielmehr aber fortschrittsfeindlich sind - und damit seit eh und je ein Politikum.

Jesse James Meets Frankenstein's Daughter

USA 1966, 88 Min, OV, 16mm, R.: William Beaudine, D.: John Lupton, Narda Onyx, Cal Bolder

50 Jahre, nachdem Victor Frankenstein sein Monster schuf, lebt dessen Enkelin Maria in einem Schloss in Mexiko und wandelt auf Großvaters Spuren. Jesse James und sein Freund Hank Tracy geraten in ihre dubiosen Pläne, und schon bald verwandelt Maria Frankenstein Hank in ein zombieähnliches Monster namens Igor

„Jesse James meets Frankenstein´s Daughter“ ist ein Fest des unfreiwillig Komischen und legt schon im Titel alles Inhaltliche fest. Bei so großem Unterhaltungswert kann der Film nur besser sein als „Billy the Kid vs. Dracula“!

 

200 Jahre Frankenstein

2018 jährt sich das Erscheinen von Mary Shelleys Roman „Frankenstein“ zum 200. mal. 1910 erstmals verfilmt, ist bis heute die Darstellung Boris Karloffs aus dem Jahr 1931 ikonisch und Ziel zahlreicher Parodien. Doch neben dem klassischen Gruselcharme schwebte Shelley sehr Gehaltvolles vor: 1815 brach der Vulkan Tambora aus und veränderte das Weltklima, es gab Ernteausfälle und viele Europäer flüchteten nach Amerika. Ein Jahr später, im „Jahr ohne Sommer“ verbrachte Mary Shelley unter anderem mit ihrem Mann und Lord Byron den Juni am Genfer See. Wegen der frostigen Sommertemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt beschlossen die Dichter, in der Villa Deodati, ihrem Feriensitz, Drogen zu nehmen und Gespenstergeschichten zu schreiben. Polidori, Byrons Arzt, schrieb „Der Vampyr“, teils Byron zugeschrieben, und begründete den bis heute wirkenden Mythos des Dandy-Vampirs mit erotischer Ausstrahlung (vgl. neuerdings Angel in „Buffy“, 1997, „Twilight“, 2008, „Dracula untold“, 2014). Byron schuf ein Gedicht „Finsternis“ über die letzten beiden Menschen in einer apokalyptischen Welt, die sich gegenseitig umbringen. Und Mary Shelley den Urvater des Mad-Scientists, der die Kontrolle über seiner Schöpfung verliert.

Inhaltlich geht das tiefer: In einer Zeit, in der gerade erst Napoleon besiegt wurde – der einen Weltkrieg führte, wenn man so Kriege, die in mehreren Kontinenten ausgetragen werden, bezeichnet – und demokratische Kräfte bereits seit einem halben Jahrhundert immer mehr die alte Adelsordnung bedrohten (Unabhängigkeit Amerikas 1776, Französische Revolution 1789) ist Frankenstein das Symbol revolutionärer Kräfte einer Sturm-und-Drang-Epoche. Kräfte, die ohne Vernunft und Maß das Alte zerstören wollen, um Neues zu erschaffen und schließlich daran scheitern, da sich das Neue im Gegensatz zum Alten als mindestens ebenso gefährlich, aber darüber hinaus als unkontrollierbar erweist.

Damit erreicht „Frankenstein“ eine politische Dimension, die durchaus beabsichtigt ist: Victor Frankenstein aus Genf studiert und erschafft sein Monster in Ingolstadt, und Mary Shelley siedelte ihr Werk deswegen in der kleinen Universitätsstadt an, da in Ingolstadt Adam Weishaupt den Illuminatenorden gründete, einen Geheimbund, der den Adel stürzen und demokratische Prinzipien an dessen Stelle installieren wollte. - Wobei auch die werkgetreueren Verfilmungen in ihrer Tendenz kaum als demokratiefeindlich einzuordnen sind, auch wenn sie sich aus einer solchen Quelle speisen – vielmehr aber fortschrittsfeindlich sind - und damit seit eh und je ein Politikum.

Casanova Frankenstein

OT: Frankenstein all'italia, IT, 1975, 96 Min., dF, 35mm, R: Armando Crispino, D: Gianrico Tedeschi, Aldo Maccione, Jenny Tamburi

Auf der Hochzeit von Professor Frankenstein freuen sich nicht alle Gäste über die Wahl seiner Ehefrau. Als während der Trauung plötzlich Frankensteins Sohn, das von ihm erschaffene Monster, auftaucht, fallen die meisten anwesenden Personen beim Anblick seiner Hässlichkeit in Ohnmacht. Zwar gelingt es Frankenstein, sein Geschöpf zu retten, doch er hat nicht mit der List der eifersüchtigen Nebenbuhlerin gerechnet. Mit einer großen Spritze injiziert siedem Monster ein Sex-Serum in sein Hinterteil, sodass das Geschöpf fast nur noch an das Eine denken muss. Als das geile Monster sogar mit der Frau von Professor Frankenstein im Bett landet, scheint ihr Plan aufzugehen ...

Armando Crispino drehte zwar auch den hervorragenden Giallo „Das Geheimnis des gelben Grabes“. Aber „Frankenstein auf italienisch“, so der Originaltitel, ist eher der Versuch, ein klassisches Horrorthema mit infantilem Sexklamauk wieder publikumsträchtiger zu machen. „Sex also auf Zotenniveau und dazu eine gehörige Portion antikirchlichen Witzes mit geschmackloser Verspottung von Priester, Messe und Ehesakrament. Das alles dümmlich primitiv und so unappetitlich, daß man auf weite Strecken versucht ist, die Augen zu schließen.“ (katholischer Filmdienst)

200 Jahre Frankenstein

2018 jährt sich das Erscheinen von Mary Shelleys Roman „Frankenstein“ zum 200. mal. 1910 erstmals verfilmt, ist bis heute die Darstellung Boris Karloffs aus dem Jahr 1931 ikonisch und Ziel zahlreicher Parodien. Doch neben dem klassischen Gruselcharme schwebte Shelley sehr Gehaltvolles vor: 1815 brach der Vulkan Tambora aus und veränderte das Weltklima, es gab Ernteausfälle und viele Europäer flüchteten nach Amerika. Ein Jahr später, im „Jahr ohne Sommer“ verbrachte Mary Shelley unter anderem mit ihrem Mann und Lord Byron den Juni am Genfer See. Wegen der frostigen Sommertemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt beschlossen die Dichter, in der Villa Deodati, ihrem Feriensitz, Drogen zu nehmen und Gespenstergeschichten zu schreiben. Polidori, Byrons Arzt, schrieb „Der Vampyr“, teils Byron zugeschrieben, und begründete den bis heute wirkenden Mythos des Dandy-Vampirs mit erotischer Ausstrahlung (vgl. neuerdings Angel in „Buffy“, 1997, „Twilight“, 2008, „Dracula untold“, 2014). Byron schuf ein Gedicht „Finsternis“ über die letzten beiden Menschen in einer apokalyptischen Welt, die sich gegenseitig umbringen. Und Mary Shelley den Urvater des Mad-Scientists, der die Kontrolle über seiner Schöpfung verliert.

Inhaltlich geht das tiefer: In einer Zeit, in der gerade erst Napoleon besiegt wurde – der einen Weltkrieg führte, wenn man so Kriege, die in mehreren Kontinenten ausgetragen werden, bezeichnet – und demokratische Kräfte bereits seit einem halben Jahrhundert immer mehr die alte Adelsordnung bedrohten (Unabhängigkeit Amerikas 1776, Französische Revolution 1789) ist Frankenstein das Symbol revolutionärer Kräfte einer Sturm-und-Drang-Epoche. Kräfte, die ohne Vernunft und Maß das Alte zerstören wollen, um Neues zu erschaffen und schließlich daran scheitern, da sich das Neue im Gegensatz zum Alten als mindestens ebenso gefährlich, aber darüber hinaus als unkontrollierbar erweist.

Damit erreicht „Frankenstein“ eine politische Dimension, die durchaus beabsichtigt ist: Victor Frankenstein aus Genf studiert und erschafft sein Monster in Ingolstadt, und Mary Shelley siedelte ihr Werk deswegen in der kleinen Universitätsstadt an, da in Ingolstadt Adam Weishaupt den Illuminatenorden gründete, einen Geheimbund, der den Adel stürzen und demokratische Prinzipien an dessen Stelle installieren wollte. - Wobei auch die werkgetreueren Verfilmungen in ihrer Tendenz kaum als demokratiefeindlich einzuordnen sind, auch wenn sie sich aus einer solchen Quelle speisen – vielmehr aber fortschrittsfeindlich sind - und damit seit eh und je ein Politikum.

Frankenstein Meets the Space Monster

USA 1965, 79 Min, OV, 16mm,, R.: Robert Gaffney, D.: Marilyn Hanold, James Karen, Lou Cutell

Als nach einem Atomkrieg auf dem Mars alle Frauen unfruchtbar geworden sind, macht sich Prinzessin Marcuzan mit ihrer rechten Hand Dr. Nadir auf den Weg zur Erde. Dort will sie Frauen kidnappen, die den Fortbestand der marsianischen Rasse gewährleisten sollen. Bei ihrer Landung in Puerto Rico, schießen die Marsianer eine Weltraumkapsel von der NASA ab, in der sich ein Android befindet. Als dessen elektronisches Gehirn dabei beschädigt wird, läuft der Roboter Amok, während die Marsmenschen auf die Jagd nach irdischen Frauen gehen ... (Quelle: www.ofdb.de)

Der Film hat bis auf einen Androiden namens Frank nichts mit Frankenstein zu tun, stellt aber wegen seines Sixties-Designs, Surf Music und seines unübertrefflichen B-Film-Humors beste Unterhaltung dar.

 

200 Jahre Frankenstein

2018 jährt sich das Erscheinen von Mary Shelleys Roman „Frankenstein“ zum 200. mal. 1910 erstmals verfilmt, ist bis heute die Darstellung Boris Karloffs aus dem Jahr 1931 ikonisch und Ziel zahlreicher Parodien. Doch neben dem klassischen Gruselcharme schwebte Shelley sehr Gehaltvolles vor: 1815 brach der Vulkan Tambora aus und veränderte das Weltklima, es gab Ernteausfälle und viele Europäer flüchteten nach Amerika. Ein Jahr später, im „Jahr ohne Sommer“ verbrachte Mary Shelley unter anderem mit ihrem Mann und Lord Byron den Juni am Genfer See. Wegen der frostigen Sommertemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt beschlossen die Dichter, in der Villa Deodati, ihrem Feriensitz, Drogen zu nehmen und Gespenstergeschichten zu schreiben. Polidori, Byrons Arzt, schrieb „Der Vampyr“, teils Byron zugeschrieben, und begründete den bis heute wirkenden Mythos des Dandy-Vampirs mit erotischer Ausstrahlung (vgl. neuerdings Angel in „Buffy“, 1997, „Twilight“, 2008, „Dracula untold“, 2014). Byron schuf ein Gedicht „Finsternis“ über die letzten beiden Menschen in einer apokalyptischen Welt, die sich gegenseitig umbringen. Und Mary Shelley den Urvater des Mad-Scientists, der die Kontrolle über seiner Schöpfung verliert.

Inhaltlich geht das tiefer: In einer Zeit, in der gerade erst Napoleon besiegt wurde – der einen Weltkrieg führte, wenn man so Kriege, die in mehreren Kontinenten ausgetragen werden, bezeichnet – und demokratische Kräfte bereits seit einem halben Jahrhundert immer mehr die alte Adelsordnung bedrohten (Unabhängigkeit Amerikas 1776, Französische Revolution 1789) ist Frankenstein das Symbol revolutionärer Kräfte einer Sturm-und-Drang-Epoche. Kräfte, die ohne Vernunft und Maß das Alte zerstören wollen, um Neues zu erschaffen und schließlich daran scheitern, da sich das Neue im Gegensatz zum Alten als mindestens ebenso gefährlich, aber darüber hinaus als unkontrollierbar erweist.

Damit erreicht „Frankenstein“ eine politische Dimension, die durchaus beabsichtigt ist: Victor Frankenstein aus Genf studiert und erschafft sein Monster in Ingolstadt, und Mary Shelley siedelte ihr Werk deswegen in der kleinen Universitätsstadt an, da in Ingolstadt Adam Weishaupt den Illuminatenorden gründete, einen Geheimbund, der den Adel stürzen und demokratische Prinzipien an dessen Stelle installieren wollte. - Wobei auch die werkgetreueren Verfilmungen in ihrer Tendenz kaum als demokratiefeindlich einzuordnen sind, auch wenn sie sich aus einer solchen Quelle speisen – vielmehr aber fortschrittsfeindlich sind - und damit seit eh und je ein Politikum.

Filmfestivals

Halloween-Double-Feature

Wenn im KommKino das Blut von der Decke tropft, Kinositze im Gedärm versinken und aus den hintersten Reihen leises Wimmern erklingt, ist es wieder soweit: Halloween steht vor der Tür! Wie jedes Jahr präsentieren wir euch auch diesmal zwei Horror-Highlights, die euch tagelang den Schlaf rauben werden. Überlegt euch gut, ob eure Nerven stark genug für das Schreckensinferno auf unserer Leinwand sind. Denn auch diesmal gilt: Süßes gibt’s woanders, wir servieren Saures!

Zu bestaunen gibt es zwei wahrhaft kultige Überraschungsfilme auf 35 Millimetern: Der erste zeigt das Böse in Form eines „Tall Man“, mit Killerzwergen und messerscharfen Silberkugeln. Ein enorm abgedrehtes, alptraumhaftes und manchmal auch schwarzhumoriges Werk. Im Deutschland der 80er wurde es unglaublicherweise verboten, aber mittlerweile wieder freigegeben. Der Schocker fand noch mehrere Fortsetzungen. Der zweite lässt „Toys R Us“ wie die neun Kreise der Hölle wirken. Schließlich treibt in diesem Streifen ein Bösewicht sein Unwesen, der direkt aus den Regalen des Spielzeugladens springt und sich gnadenlos ins nächstbeste Kinderzimmer schmuggelt. Das übrigens höchst erfolgreich, schließlich war der bei uns gezeigte Schocker ebenfalls damals der Auftakt zu einer der beliebtesten Horrorreihen.

Frankensteins Braut

OT: Bride of Frankenstein, USA 1935, 75 Min, OV, 16mm, R.: James Whale, D.: Boris Karloff, Colin Clive, Valerie Hobson

In einer stürmischen Nacht spinnt die vom Erfolg ihres eigenen Romans überraschte Mary Shelley ihre Geschichte vor Freunden weiter: Das Monster hat im mit Wasser gefüllten Keller der Mühle den Brand überlebt und zieht nun im Land umher. Frankenstein selbst will sich geläutert aus der Wissenschaft zurückziehen, doch Dr. Praetorius zwingt ihn mittels Entführung seiner Braut, für das Monster ein Weib zu erschaffen. Mit ungeahnten Folgen ...

„Frankensteins Braut“ ist der zweite der sieben Frankensteinfilme, die in den 30er- und 40er Jahren für Universal produziert wurden – die Kritik ist fast einhellig der Meinung, dass diese erste Fortsetzung der beste Teil der Reihe ist. Noch besser als im Vorgänger geht James Whale hier mit düsteren Stimmungen um, und anders, als man von einem Horrorfilm der 30er vermutet, ist der Film ernsthaft und tragisch. Schließlich zeigt er, wie ein Wissenschaftler gegen seinen Willen von den Mächtigen dazu gezwungen werden kann, etwas Gefährliches, Verderbenbringendes zu erschaffen.

 

200 Jahre Frankenstein

2018 jährt sich das Erscheinen von Mary Shelleys Roman „Frankenstein“ zum 200. mal. 1910 erstmals verfilmt, ist bis heute die Darstellung Boris Karloffs aus dem Jahr 1931 ikonisch und Ziel zahlreicher Parodien. Doch neben dem klassischen Gruselcharme schwebte Shelley sehr Gehaltvolles vor: 1815 brach der Vulkan Tambora aus und veränderte das Weltklima, es gab Ernteausfälle und viele Europäer flüchteten nach Amerika. Ein Jahr später, im „Jahr ohne Sommer“ verbrachte Mary Shelley unter anderem mit ihrem Mann und Lord Byron den Juni am Genfer See. Wegen der frostigen Sommertemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt beschlossen die Dichter, in der Villa Deodati, ihrem Feriensitz, Drogen zu nehmen und Gespenstergeschichten zu schreiben. Polidori, Byrons Arzt, schrieb „Der Vampyr“, teils Byron zugeschrieben, und begründete den bis heute wirkenden Mythos des Dandy-Vampirs mit erotischer Ausstrahlung (vgl. neuerdings Angel in „Buffy“, 1997, „Twilight“, 2008, „Dracula untold“, 2014). Byron schuf ein Gedicht „Finsternis“ über die letzten beiden Menschen in einer apokalyptischen Welt, die sich gegenseitig umbringen. Und Mary Shelley den Urvater des Mad-Scientists, der die Kontrolle über seiner Schöpfung verliert.

Inhaltlich geht das tiefer: In einer Zeit, in der gerade erst Napoleon besiegt wurde – der einen Weltkrieg führte, wenn man so Kriege, die in mehreren Kontinenten ausgetragen werden, bezeichnet – und demokratische Kräfte bereits seit einem halben Jahrhundert immer mehr die alte Adelsordnung bedrohten (Unabhängigkeit Amerikas 1776, Französische Revolution 1789) ist Frankenstein das Symbol revolutionärer Kräfte einer Sturm-und-Drang-Epoche. Kräfte, die ohne Vernunft und Maß das Alte zerstören wollen, um Neues zu erschaffen und schließlich daran scheitern, da sich das Neue im Gegensatz zum Alten als mindestens ebenso gefährlich, aber darüber hinaus als unkontrollierbar erweist.

Damit erreicht „Frankenstein“ eine politische Dimension, die durchaus beabsichtigt ist: Victor Frankenstein aus Genf studiert und erschafft sein Monster in Ingolstadt, und Mary Shelley siedelte ihr Werk deswegen in der kleinen Universitätsstadt an, da in Ingolstadt Adam Weishaupt den Illuminatenorden gründete, einen Geheimbund, der den Adel stürzen und demokratische Prinzipien an dessen Stelle installieren wollte. - Wobei auch die werkgetreueren Verfilmungen in ihrer Tendenz kaum als demokratiefeindlich einzuordnen sind, auch wenn sie sich aus einer solchen Quelle speisen – vielmehr aber fortschrittsfeindlich sind - und damit seit eh und je ein Politikum.

Frankenstein and the Monsters from Hell

GB 1974, 95 Min, OV, 16mm, R.: Terence Fisher, D.: Peter Cushing, Shane Briant, Madeline Smith

Der junge Arzt Dr. Helder wandelt auf Victor Frankensteins Spuren und betätigt sich als Leichendieb. Von der Polizei geschnappt und in die Irrenanstalt verwahrt, lernt Dr. Helder dort den Anstaltsleiter Dr. Victor kennen – niemand anderes als Dr. Frankenstein höchstpersönlich. Und der freut sich, als Helder sein Assistent werden möchte – der Horror beginnt von Neuem

Nachdem die Frankenstein-Reihe der Hammer Films zuletzt etwas an Qualität zu wünschen übrig ließ („Frankensteins Schrecken, 1970), überzeugte Ur-Frankenstein-Regisseur Terence Fisher mit einem fulminanten letzten Teil. Nach wie vor ist er ein Meister der stimmungsvollen und geschmackvoll-farbigen Kulissen; doch aufgrund der Entstehungszeit 17 Jahre nach dem ersten Teil und mitten in den Siebzigerjahren balanciert „Frankenstein and the Monsters from Hell“ gelungen zwischen dem britischen Gentlemen-Horror der 50erjahre und den Splatterreißern der 70erjahre. Für Fisher sollte dieser gelungene Film auch der letzte sein, er starb kurz nach Ende der Fertigstellung.

 

200 Jahre Frankenstein

2018 jährt sich das Erscheinen von Mary Shelleys Roman „Frankenstein“ zum 200. mal. 1910 erstmals verfilmt, ist bis heute die Darstellung Boris Karloffs aus dem Jahr 1931 ikonisch und Ziel zahlreicher Parodien. Doch neben dem klassischen Gruselcharme schwebte Shelley sehr Gehaltvolles vor: 1815 brach der Vulkan Tambora aus und veränderte das Weltklima, es gab Ernteausfälle und viele Europäer flüchteten nach Amerika. Ein Jahr später, im „Jahr ohne Sommer“ verbrachte Mary Shelley unter anderem mit ihrem Mann und Lord Byron den Juni am Genfer See. Wegen der frostigen Sommertemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt beschlossen die Dichter, in der Villa Deodati, ihrem Feriensitz, Drogen zu nehmen und Gespenstergeschichten zu schreiben. Polidori, Byrons Arzt, schrieb „Der Vampyr“, teils Byron zugeschrieben, und begründete den bis heute wirkenden Mythos des Dandy-Vampirs mit erotischer Ausstrahlung (vgl. neuerdings Angel in „Buffy“, 1997, „Twilight“, 2008, „Dracula untold“, 2014). Byron schuf ein Gedicht „Finsternis“ über die letzten beiden Menschen in einer apokalyptischen Welt, die sich gegenseitig umbringen. Und Mary Shelley den Urvater des Mad-Scientists, der die Kontrolle über seiner Schöpfung verliert.

Inhaltlich geht das tiefer: In einer Zeit, in der gerade erst Napoleon besiegt wurde – der einen Weltkrieg führte, wenn man so Kriege, die in mehreren Kontinenten ausgetragen werden, bezeichnet – und demokratische Kräfte bereits seit einem halben Jahrhundert immer mehr die alte Adelsordnung bedrohten (Unabhängigkeit Amerikas 1776, Französische Revolution 1789) ist Frankenstein das Symbol revolutionärer Kräfte einer Sturm-und-Drang-Epoche. Kräfte, die ohne Vernunft und Maß das Alte zerstören wollen, um Neues zu erschaffen und schließlich daran scheitern, da sich das Neue im Gegensatz zum Alten als mindestens ebenso gefährlich, aber darüber hinaus als unkontrollierbar erweist.

Damit erreicht „Frankenstein“ eine politische Dimension, die durchaus beabsichtigt ist: Victor Frankenstein aus Genf studiert und erschafft sein Monster in Ingolstadt, und Mary Shelley siedelte ihr Werk deswegen in der kleinen Universitätsstadt an, da in Ingolstadt Adam Weishaupt den Illuminatenorden gründete, einen Geheimbund, der den Adel stürzen und demokratische Prinzipien an dessen Stelle installieren wollte. - Wobei auch die werkgetreueren Verfilmungen in ihrer Tendenz kaum als demokratiefeindlich einzuordnen sind, auch wenn sie sich aus einer solchen Quelle speisen – vielmehr aber fortschrittsfeindlich sind - und damit seit eh und je ein Politikum.

Die lange Nacht der Schweinereien

16 mm, 35 mm

Der Mensch erschuf den Film. Und das Erste, was er filmte, war Pornografie. Nun, nicht ganz, aber fast.

Denn schon in der frühen Filmgeschichte wurde sogenannte Burlesque-Streifen gedreht. Und schon in den 20ern kursierten im Untergrund heimlich gedrehte Hardcore-Porno-Filmchen. Und beides zeigen wir … in der langen Nacht der (stummen) Schweinereien. Mit Live-Musik.

Im Anschluss gibt es ab ca. 0 Uhr dann noch 70er-Schmuddel-Filme im Schatten dieser prickelnden November-Nacht zu bestaunen.

Fly, Rocket, Fly! – Mit Macheten zu den Sternen

Deutschland 2018, dF, digital, 90 Min., R.: Oliver Schwehm

„Elon Musk mit seiner Firma Space X ist nicht der erste, der auf privater Basis in den Weltraum will. Dies ist die erstaunliche Geschichte von Lutz Kayser, einem schwäbischen Ingenieur, der gemeinsam mit einer eingeschworenen Gruppe Ingenieure mit der OTRAG die weltweit erste private Raumfahrtfirma gründet (OTRAG = Orbital Transport und Raketenaktiengesellschaft). Beraten von Wernher von Braun entwickelt dieses frühe Start-Up-Unternehmen in den 1970er-Jahren eine kostengünstige Rakete: „Low Cost statt High Tec“ lautet das Prinzip – und so kommt auch schon mal ein Scheibenwischermotor für die Ventilsteuerung zum Einsatz. Auf der Suche nach einem geeigneten Startplatz schließt die OTRAG einen Vertrag mit dem afrikanischen Diktator Mobutu Sese Seko ab, der der Firma ein Gebiet von der Größe der ehemaligen DDR im kongolesischen Dschungel verpachtet. Hier errichtet die OTRAG einen eigenen Weltraumbahnhof – ein „German Cape Canaveral“ mitten im Herzen Afrikas, inklusive eigener Metzgerei und Marihuana-Plantage. Doch als die OTRAG Mitte der 1970er-Jahre erfolgreich mehrere Raketen in den Himmel schießt, kommt es zur weltpolitischen Krise. Denn deutsche Raketen – auch wenn sie nur den afrikanischen Regenwald überfliegen – werden 30 Jahre nach Kriegsende nicht gerne gesehen. Was als Abenteuer begann, verwandelt sich allmählich in einen Albtraum… Oliver Schwehms Dokumentarfilm ist eine irrwitzige Mischung aus Abenteuergeschichte und Politthriller, aus Lausbubenstreich und Wirtschaftskrimi.“ (Filmfest München)