Fritz the Cat

USA 1972, 78 Minuten, deutsche Fassung, 35mm, Regie: Ralph Bakshi

„Wäre er nicht ein Kater, wäre er eindeutig ein Schwein“, meinte seinerzeit die deutsche Verleihwerbung. Tatsächlich vertreibt sich Fritz die Zeit vor allem mit Drogenexzessen und Sexorgien. Doch mangelt es ihm nicht an politischem Bewusstsein. Seine Kontakte mit linken Politaktivisten führen ihn schließlich sogar zu einer Terroristengruppe …
Der große Klassiker des Zeichentrickfilms für Erwachsene – endlich wieder auf der großen Leinwand in der ungeschnittenen Fassung zu sehen! Als legale deutsche DVD nur gekürzt erhältlich.

Ralph Bakshi setzte die Vorlage, die Kultcomics von Robert Crumb, technisch sehr versiert, sehr wild und mit einer angemessen psychedelischen Ästhetik um. In der Vermarktung des ersten Animationsstreifens, der in den USA ein X-Rating (strengstes Jugendverbot) erhielt, wurden gerne die erotischen Elemente in den Vordergrund gestellt. Doch „Fritz the Cat“ hat viel mehr zu bieten, insbesondere bissige Politkritik. Dabei wird auch keineswegs auf böse Seitenhiebe gegen die 68er selbst, die wenig von ihren Idealen umsetzen konnten, verzichtet.

 

Sie nannten ihn El Lute

USA 1976, 88 Minuten, deutsche Fassung, 35mm, Regie: Mark L. Lester, Darsteller: Marjoe Gortner, Jesse Vint, Lynda Carter

„Lyle Wheeler ist der Schnellste, wenn es darum geht, bei den Wild-West-Rodeos der Südstaaten mit dem Revolver zu brillieren. Doch die satte Überheblichkeit der Bürger ekelt ihn an. Wie sein großes Vorbild, der spanische Freiheitskämpfer „El Lute“, möchte er die Gesellschaft verändern – notfalls mit Gewalt und seinem Revolver. Bobbie Jo, seine Freundin, und sein Freund Flick begleiten ihn in sein „neues Leben“, das bald genug nur noch aus Mord und Totschlag besteht. Als Mörder von der Polizei gejagt, erkennt Lyle den grundlegenden Irrtum, dem er erlegen ist ...“ (Covertext ITT)

Drehbuchschwächen in Mark L. Lesters („Die Klasse von 1984“, „Phantom-Kommando“) Actionfilm um die Suche nach Freiheit und sich selbst fallen kaum ins Gewicht, denn die pausenlosen Actionszenen werden allenfalls von Onelinern unterbrochen – und damit das philosophische Thema des Films als „McGuffin“ enttarnt. Und dieser „McGuffin“ dient dazu, nachdem jede Ernsthaftigkeit über Bord geworfen wurde, mit hemmungslosem Geballer, ins Absurde gesteigerter Action und erheiternden Sprüchen das Publikum zu unterhalten.

 

Filme

Wild Style!

USA 1983, 82 Minuten, Originalversion mit deutschen Untertiteln, 35mm, Regie: Charlie Ahearn, Darsteller: „Lee“ Georges Quiñones, Frederick Brathwaite, Sandra „Pink“ Fabara, Grandmaster Flash

Der Soundtrack wurde dutzendfach gesampelt: Nas, die Beastie Boys, Cypress Hill, Mos Def, Talib Kweli – ... alle arbeiteten sich ab an „Wild Style!“. Kein Wunder, schließlich war Charlie Ahearns Dokudrama der erste Film, der Hip-Hop auf Zelluloid bannte und damit zum Geburtshelfer einer künstlerischen Weltrevolution avancierte. So andauernd die Nachwehen, so einfach der Plot: Zorro, der heißeste Graffitisprayer der Stadt, muss den Spagat zwischen seiner Leidenschaft für Sprühlacke und dem Ernst des Lebens meistern – geschenkt. Viel beeindruckender sind die unzähligen U-Bahn-Shots, das Breakdancing, Freestyle-MCing, das Wummern der Bassbox in der Nordbronx. Und natürlich ein blutjunger Grandmaster Flash an den Turntables – episch!

POPcore! - Musikfilme im KommKino

Unter dem Label „POPcore!“ zeigen wir einmal im Monat einen Musikfilm in unserem Saal. Dabei flimmern sowohl klassische Konzertfilme als auch Dokus und Spielfilme über die Leinwand. Und auch hinsichtlich der Musikgenres setzen wir uns keine Grenzen. Metaller kommen ebenso auf ihre Kosten wie Freunde elektronischer Musik, Punks treffen aus Hip-Hopper, Mods auf Rocker.