Filmfabrik - Kino im Komm e.V. - Filme

WOLFSMOND – DAS 1. FESTIVAL DES LYKANTHROPISCHEN FILMS

Der Werwolf als mythologische Figur und Sagengestalt dürfte in etwa so alt sein wie die menschliche Zivilisation an sich.

Darstellungen von Menschen, die die Gestalt von Wölfen bzw. Wolfsmenschen annehmen können, finden sich spätestens seit dem Gilgamesch-Epos regelmäßig in antiken Dichtungen.

Steinzeitliche Höhlenmalereien lassen sich ebenso als lykanthropische Darstellungen interpretieren (unter Lykantrophie versteht man die Verwandlung eines Menschen in einen Werwolf), und seit dem Mittelalter wurden zahlreiche Holzschnitte mit Werwolf-Darstellungen angefertigt.

Innerhalb der Populärkultur ist er ebenso in allen Medien ein fester Bestandteil des Repertoires, und natürlich fletscht er seit geraumer Zeit im Film seine Zähne,.

Der vermutlich erste Werwolf-Film ist nach heutigem Wissensstand der Stummfilm „The Werwolf“ von Henry MacRae aus dem Jahr 1913.

Dennoch stand die Figur immer ein wenig im Schatten all der Vampire und Zombies, die einen großen Teil des Horror-Genres für sich beanspruchen. Gerade der nur selten stattfindende Wandel vom Mensch zum Monster macht den Werwolf aber enorm interessant. Um ihn stärker ins (Vollmond-)Licht zu rücken, hat

sich des KommKino nun entschlossen hat, ihm unter dem Titel WOLFSMOND – DAS 1. FESTIVAL DES LYKANTHROPISCHEN FILMS ein eigenes Filmfest zu widmen.

Natürlich versuchen wir, eine möglichst große Bandbreite dieses so komplexen Sub-Genres abzudecken, weshalb neben den gewohnten Schockern auch Coming-Of-Age-Dramen, Retro-Klassiker, Trash-Granaten und sogar eine 80er-Teenie-Komödie zu sehen sein wird.

Das KommKino lädt zum FILMFEST DER HAARSTRÄUBENDEN HEULER!

 

Das Programm in der Übersicht:

 

Freitag, 7. September

Ginger Snaps - Das Biest in Dir (21:15 Uhr)

Wolf Guy: Enraged Lycantrophe (23:15 Uhr)

 

Samstag, 8. September

Frankenstein meets the Wolfman (14 Uhr)

Teen Wolf (16 Uhr)

Das Tier (21:15 Uhr)

Wolfen (23:15)

 

Sonntag, 9. September

Die Todeskralle des grausamen Wolfes (14 Uhr)

Zeit der Wölfe (16 Uhr)

Ginger Snaps

OT: Ginger Snaps, Kanada/USA 2001, 104 Min., dF, digital, R.: John Fawcett, D.: Emily Perkins, Katharine Isabelle, Kris Lemche, Mimi Rogers

Blut ist dicker als Wasser: Die beiden Teenager-Schwestern Brigitte und Ginger Fitzgerald bringt nichts auseinander. Gemeinsam gefallen sie sich in ihren Rollen als Außenseiterinnen. Ihr Bund gerät jedoch ins Wanken, als Ginger von einem wilden Tier angefallen wird, hinter dem sich nichts weniger als ein Werwolf verbirgt. Von dem angriffslustigen Monster infiziert, mutiert sie bald selbst zur blutrünstigen Bestie. Jetzt kann nur Schwesterchen Brigitte noch helfen, die gemeinsam mit Drogendealer Sam versucht, Gingers Wandlung rückgängig zu machen …

Der kanadische Streifen „Ginger Snaps“ schlägt die Brücke zwischen Teen-Drama und Horror-Reißer und mauserte sich schnell zum Kultfilm. Er unterhält mit lakonischer Ironie, weiblichen Reizen und sehenswerten Effekten.

 

Wolf Guy: Enraged Lycanthrope

OT: Urufu gai: Moero ôkami-otoko, Japan 1975, 86 Min., OmeU, digital, R.: Kazuhiko Yamaguchi, D.: Shin‘ichi Chiba, Kyôsuke Machida, Yuriko Azuma

„Shinichi ‚Sonny‘ Chiba ist ein Martial-Arts-„Manimal“ in einer ultra-70er-artigen, 100% bizarren Mischung aus Horror, Action und Science-Fiction. Einer der rarsten und gefragtesten Kultfilme des japanischen Studios Toei. Basierend auf einem Manga von Kazumasa Hirai (Schöpfer von „8 Man“) und nie zuvor außerhalb Japans veröffentlicht, ist er ein Genre-Filmklassiker, der darauf wartet, entdeckt zu werden, und eine völlig unklassifizierbare Reise in phantasmagorische Funk-Gefilde.

Kultdarsteller Chiba („Streetfighter“) spielt Akira Inugami, den einzigen Überlebenden eines uralten Clans von Werwölfen, der sich seiner übernatürlichen Kräfte bedient, um mysteriöse Verbrechen aufzuklären. Nach einer Serie von blutigen Morden, die von einer geheimen Gesellschaft verübt wurden, deckt Inugami eine Verschwörung auf, an der ein ermordeter Kabarettsänger und korrupte Politiker beteiligt sind. Hinzu kommt ein Komplott des japanischen Geheimdienstes, der es auf sein Blut abgesehen hat, um in den Besitz seiner lykanthropischen Kräfte zu gelangen. Gleichzeitig entdeckt Inugami auch die Wahrheit hinter dem Vermächtnis seiner Familie und dass er möglicherweise nicht der Letzte seiner Art ist.

Inszeniert von B-Movie-Genie Kazuhiko Yamaguchi („Sister Streetfighter“, „Wanderung Ginza Butterfly“, „Karate Bear Fighter“) ist „Wolf Guy“ wirklich einzigartig. Mit Chiba in höchster Vollendung als Halb-Mensch, Halb-Wolf, aber ganzer Karate-Action-Held, und einer Ansammlung bekannter Toei-Schauspieler aus den 70ern. Gewalt, Action, nacktes Fleisch, echte chirurgische Filmaufnahmen und ein psychedelischer Soundtrack arbeiten Hand in Hand, um einen unvergesslichen Trip in die Abgründe japanischer Filmverrücktheiten zu schaffen.“ (Gary Tooze, dvdbeaver.com)

 

Frankenstein meets the Wolfman

USA 1943, 74 Min, eng. OV, 16mm, R.: Roy William Neill, D.: Ilona Massey, Lionel Atwill, Patric Knowles

Der Werwolf Larry Talbot wird wiedererweckt und sucht sucht Baron Frankenstein auf, um sein Dasein als Monster zu beenden. Doch er erfährt, dass Frankenstein tot ist. Larry kann sich selbst bei Vollmond nicht kontrollieren und wird in die Ruinen des Frankenstein-Schlosses gehetzt. Dort findet er in einer Eishöhle das Geschöpf des Arztes konserviert vor und macht sich an dessen Tochter Elsa heran. Das hat enorme Folgen …

„Frankenstein meets the Wolfman“ ist der bereits 5. Teil der Universal-Frankenstein-Saga und ein Crossover mit „Der Wolfsmensch“ von 1941. Obwohl Regisseur Roy William Neill einige großartige Sherlock-Holmes-Filme drehte, fehlt es dieser Fortsetzung an Sinn und Stringenz in der Storyentwicklung – die Reihe zeigt Alterserscheinungen. Auch dies hat freilich seinen Reiz, denn rasche Wendungen und Einschübe greller Kolportage unterhalten ungemein. Gleichzeitig zum Werwolf-Wochenende ist der Film Start einer Reihe zum 200. Geburtstag von Mary Shelleys Frankenstein-Roman im KommKino.

 

Filme

Teen Wolf

USA 1985, 91 Min., dF35mm, R.: Rod Daniel, D.: Michael J. Fox, James Hampton, Susan Ursitti

„Scotti (Michael J. Fox) ist wie jeder Teenager! Er liebt Mädchen und Basketball. Doch andererseits ist Scotti nicht wie andere, denn er ist der einzige Teenager-Werwolf der Welt! Kein bestialisches Werwolf-Monster wie seine „Brüder“. Er ist das unerfahrene, verspielte und liebenswerte „Schwarze Schaf“ der Werwölfe! Und das muss natürlich zu vielen netten und verrückten Situationen führen!

Doch von all dem ahnt Scotti nichts, denn all das Verrückte fängt ganz harmlos an. Eines Abends spielt er und seine Beacon-Town-Rangers gegen eine stärkere Mannschaft. Sie liegen haushoch zurück. Sie haben keine Sieg-Chancen mehr. Scotti bekommt den Ball und wird bös gefoult. Plötzlich beginnen seine Augen rot zu leuchten, die Haare wachsen… American Teen-Wolf, Superstar Scotti ist geboren. Der netteste, kraftstrotzendste und liebenswürdigste Teen-Wolf, den es je gab!“ (nach moviepilot.de)

„Ein mittelmäßiger High-School-Schüler und Basketballspieler entdeckt, daß er sich in einen Werwolf verwandeln kann. Die ihm zuwachsenden Kräfte bringen ihn zu Ansehen und seine Mannschaft zum Erfolg. Gagreicher und auch musikalisch ansprechender Teenagerfilm um die Suche eines Heranwachsenden nach seiner Identität. Ein unterhaltsamer Film, der dem Genre durch die Einbeziehung des Werwolf-Motivs eine neue Variante zugesellt.“ (Filmdienst)

 

Filme

Das Tier

OT: The Howling, USA 1981, 91 Min., dF, 35mm, R.: Joe Dante, D.: Dee Wallace, Karen White, Patrick Macnee

Als Fernsehjournalistin Karen (Dee Wallace-Stone) den Lockvogel für einen Serienkiller spielen soll, verwandelt sich ihr Leben in einen bizarren Alptraum. In der Videokabine eines schmierigen Sexshops fällt „Eddie, der Verstümmler“ über sie her und wird im letzten Moment von der Polizei erschossen. Doch da beginnt das Grauen für Karen erst. Plötzlich kann sie sich nicht mehr daran erinnern, was sich in der Kabine tatsächlich zugetragen hat. Als ihre nächtlichen Alpträume zunehmend grotesker werden, bittet sie den Psychologen Waggner (Patrick McNee) um Rat, der sie mitsamt Ehemann umgehend an ein abgelegenes Sanatorium verweist. Umgeben von idyllischer Natur und liebenswerten Nachbarn, scheint Karen endlich Ruhe zu finden. Wären da nur nicht diese unheimlichen Geräusche, die nachts aus dem Wald dringen …

„The Howling“, so der Originaltitel des Films, ist ein Fest. Ein rauschendes Fest der Bilder und Assoziationen, mit denen Kult-Regisseur Joe Dante („Piranhas“, „Gremlins“) nicht nur die B-Movie-Kultur zelebriert, sondern auch im selben Atemzug den Werwolf-Film reanimiert und neu erfindet. Mit spitzbübischem Augenzwinkern schickt Dante seine Figuren auf eine groteske Tour de Force, an deren Ende nur die Erkenntnis bleibt, dass es kaum einen Schafspelz ohne Wolf gibt. Gespickt mit Cameo-Auftritten von Genre-Größen wie Roger Corman oder Jonathan Kaplan („Night Call Nurses“),ist „The Howling“ nicht nur eine liebevolle Hommage an die kleinen Filme mit den großen Monstern, sondern auch eine psychologische Annäherung an das Werwolf-Motiv, die auch heute noch gleichermaßen innovativ und erfrischend anmutet. Dank der eindrucksvollen Masken-Effekte von Rob Bottin und Rick Baker werden darüber hinaus Schauwerte geboten, die so ziemlich jedem Genre-Fan ein seliges Lächeln auf die Lippen zaubern sollten. Ein Klassiker des modernen Horrorfilms!

 

Filme

Wolfen

USA 1981, 115 Min., eng. OV, 35mm, R.: Michael Wadleigh, D.: Albert Finney, Diane Venora, Edward James Olmos, Gregory Hines

Wölfe mitten in New York? Gibt’s das? Die übel zugerichteten Leichen von Bauspekulant Christopher Vanderveer und seiner Gattin legen die Vermutung nahe, schließlich pappen an den blutigen Überresten allerhand Tierhaare. Besonders pikant dabei: Der Immobilienhai wollte mit aufwendigen Sanierungen in der South Bronx Millionen scheffeln, zum Missfallen der von Gentrifizierung geplagten Bewohner. Detective Dewey Wilson und Polizeipsychologin Rebecca Neff stoßen bei ihren Ermittlungen außerdem auf eine mysteriöse indianische Legende über ein Rudel gefährlicher Wölfe …

„Wolfen“ von „Woodstock“-Regisseur Michael Wadleigh ist ein spannender Horrorthriller, der nicht an Zivilisationskritik spart. Besonders sehenswert sind die Steadycam-Kamerafahrten, die den Zuschauern das Gefühl geben, sie seien mit den Wölfen auf Beutezug.

 

Die Todeskralle des grausamen Wolfes

OT: El Retorno de Walpurgis, Mexiko/Spanien 1973, 78 Min., dF, 35mm, R.: Carlos Aured, D.: Paul Naschy, Fabiola Falcón, Mariano Vidal MolinaMaritza Olivares

„Weil sie im Mittelalter die Anführerin eines Satanistenkults auf den Scheiterhaufen gebracht haben, lastet ein Fluch auf den Daninskys. Nur wann er in Kraft tritt, steht in den Sternen. Es trifft dann ein paar hundert Jahre später den braven Waldemar (Paul Naschy): Eine Frau versetzt ihm einen Biss mit einem Wolfsschädel und beim nächsten Vollmond verwandelt sich der Arme in einen Werwolf. Die anderen Dorfbewohner glauben an das Werk eines Irren und Waldemar selbst hat keine Erinnerung an seine nächtlichen Streifzüge … (..) Eine gewisse Atmosphäre kann man ihm nicht absprechen, das Wolfs-Make-up finde ich super und eigentlich sogar besser als spätere, weitaus realistischere Varianten, gewisse Unzulänglichkeiten versprühen zentnerweise Charme, etwa das Wölfe hier von Schäferhunden verkörpert werden. Man fährt definitiv besser, wenn man in diesen Film mit der Erwartung einer bestimmten Stimmung und Bildwelt geht, als mit der Hoffnung auf spannende Unterhaltung.“ (Oliver Nöding, Remember It for Later)

Der Spanier Paul Naschy alias Jacinto Molina Álvarez, ehemaliger Gewichtheber, bemühte sich vor allem in den wilden 70ern die klassischen Kinomonster mit zeitgemäßen Splatter- und Sexeinlagen wiederzubeleben. Und hatte dabei beachtlichen Erfolg in den Schmuddel- und Grindhouse-Kinos. Besonders lag ihm die Figur des Werwolfs Waldemar Daninsky am Herzen, den er in etlichen Filmen verkörperte. „Die Todeskralle des grausamen Wolfes“ gilt dabei als einer der besten.

 

Zeit der Wölfe

OT: The Company of the Wolves, Großbritannien/USA 1984, 93 Min, dF, 35mm, R.: Neil Jordan, D.: Sarah Patterson, Angela Lansbury, David Warner

Die 14-jährige Rosaleen durchlebt eine von den Märchen ihrer Großmutter angeregte Vorstellungswelt von attraktiven Männern und Wölfen; eine Fantasiewelt, die in die Wirklichkeit hereinbricht und bedrohliche Züge annimmt.

Vom Setdesign erinnert „Zeit der Wölfe“ oft an den sprichwörtlichen Grimmschen Märchenwald, auch die Kostümierung Rosaleens ist beabsichtigt an das „Rotkäppchen“ der Brüder Grimm angelehnt. Ohne in aufdringliche psychologische Deutungen und Erklärungen zu verfallen verwendet der Film das Rotkäppchen-Motiv rein ikonologisch: Rot als Farbe von Liebe und Tod – aufkeimende Liebe als etwas für sie noch Neues, Unbekanntes, das sie in Verkörperung eines Mannes mit für sie nicht nachvollziehbaren männlich-aggressiven Verwandlungen zu vernichten droht – ist in „Zeit der Wölfe“ mehr: die Farbe weiblicher Sexualität, die Leidenschaft und Macht, aber auch Verwundbarkeit und Tod birgt.

 

Virgin Psychics

OT: Eiga: minna! Esupaa da yo! Japan 2015, 115 Min, dF?/OmdU?, digital, R.: Sion Sono, D.: Shota Sometani, Mika Akizuki, Tokio Emoto, Motoki Fukami

Nachdem der Teenager Yoshiroo eines Tages von seiner Klassenkameradin Asami fantasiert und dabei die Himmelskörper eine schicksalshafte Position einnehmen, erwachen in ihm telepathische Superkräfte. Als er entdeckt, nicht der einzige "Virgin Psychic" zu sein, schließt er sich mit den anderen zusammen und macht sich auf, die Welt von bösen Mächten zu befreien.

Manga-Verfilmung des berühmten Regisseurs Sion Sono (Love Exposure, Tokyo Tribe, Antiporno u.v.a.).

 

Reflections of Evil

USA 2002, 138 Min, eng. OV, digital, R.: Damon Packard, D.: Damon Packard, Tony Curtis, Nicole Vanderhoff, Beverly Miller

„'Reflections of Evil', die One-Man-Show des Filmemachers Damon Packard, ist das wahrscheinlich erste moderne, digitale Äquivalent zum klassischen Underground-Kultfilm. Komplett in Eigenregie entstanden, erzählt der No-Budget-Streifen die Geschichte von Bob (Damon Packard), einem Zucker-abhängigen und übergewichtigen Straßenverkäufer von Armbanduhren, der vom Geist seiner in den 1970er Jahren an einer PCP-Überdosis gestorbenen Schwester gesucht wird. Der Regisseur liefert damit eine verstörende und visuell ungewöhnliche Parabel auf die hässlichen Seiten der zeitgenössischen Gesellschaft ab.“

(www.moviepilot.de)

 

Endless Poetry

OT: Poesía sin fin, Frankreich/Chile 2016, 128 Min, OmdU, digital, R.: Alejandro Jodorowsky, D.: Adan Jodorowsky, Jeremias Herskovits, Alejandro Jodorowsky, Brontis Jodorowsky, Pamela Flores

Im Chile der 1940er Jahre verbringt der junge Alejandro seine Jugend damit, im Laden seines Vaters auszuhelfen und heimlich von einer Zukunft als Dichter zu träumen. Heimlich, weil sein Vater für ihn eine Laufbahn als Arzt vorgesehen hat. Ein „Verweichlichter“ zu werden dagegen, wie er Dichter, ja im Allgemeinen Künstler bezeichnet, dürfe für seinen Sohn nicht in Frage kommen. Doch der Ruf der Kunst ist stärker, und schon bald trifft der junge Mann auf inspirierende und schillernde Gestalten, wie die extravagante und leidenschaftliche Stella, die ihn initiieren und seinen Ausbruch aus den elterlichen Erwartungen katalysieren werden.

Diese surreale und bildgewaltige Fortsetzung der autobiografischen Trilogie Alejandro Jodorowskys schildert auf beeindruckende Weise die prägende Jugend und die ersten Jahre künstlerischer Tätigkeit des heute weltweit gefeierten Regisseurs der Meisterwerke „Der heilige Berg“, „El Topo“ und „Fando und Lis“.

 

Filme

Lost Treasures of Cinema

Raritäten im originalen 35mm-Kinoformat!

 

Der Gorilla

OT: Vai Gorilla, Italien 1975, 100 Min., dF, 35mm, R: Tonino Valerii, D: Fabio Testi, Renzo Palmer, Claudia Marsani, Luciano Catenacci, Al Lettieri

Marco Sartori, ein ehemaliger Stuntman, verdient seinen Lebensunterhalt als Bodyguard des millionenschweren Bauunternehmers Gaetano Sampione. Als reicher Mann lebt es sich gefährlich im Italien der Siebziger-Jahre. Schon seit geraumer Zeit wird Sampione, wie viele andere Mitglieder der „High Society“ von einer unbekannten Verbrecherbande erpresst. Er soll einen bestimmten Betrag zahlen, damit ihm und seiner Familie nichts zustößt. Bei jeder Weigerung Sampiones, sich auf die Forderungen der Erpresser einzulassen, wird der Betrag erhöht und die Drohungen und Einschüchterungsversuche immer furchteinflößender. Marco, der von Sampione ziemlich herablassend behandelt wird lässt sich von nichts und niemandem davon abbringen, herauszufinden, wer die Verbrecher sind. Da die Polizei unfähig scheint, den Erpressungen Einhalt zu gebieten, versucht Marco (u. a. mithilfe seines Bruders Piero) selbst, die Ganoven zu stoppen…

Der Gorilla ist ein sehr actionlastiger Film, in dem der ehemalige Stuntman Fabio Testi in der Rolle des ehemaligen Stuntmans Marco zeigen konnte, was er wirklich drauf hatte. Das Drehbuch und die Charaktere sind eher oberflächlich, Letztere dennoch nicht so platt als dass sie kein Identifikationspotential bieten würden. Die wirklichen Highlights sind (neben sexy Fabio) die Schießereien und Stunts. Besonders hervorzuheben ist dabei die klaustrophobische Szene in einem kleinen Lift, in dem Marco festgehalten wird und im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen verliert und minutenlang in der Luft hängt. Egal, ob rasante Motorradfahrten, Autoverfolgungsjagden, Explosionen oder der Versuch, eine Geiselnahme in einem fahrenden Zug zu stoppen – FreundInnen von temporeichem Italo-Kino kommen bei „Der Gorilla“ bestimmt auf ihre Kosten. Ein sehenswerter, äußerst unterhaltsamer und kurzweiliger Poliziottesco aus der „zweiten Reihe“, für den sich womöglich auch eure Frauen begeistern könn(t)en.“ (Mauritia Mayer, Schattenlicher)

Diese deutsche Kinofassung ist eine besondere Seltenheit, da sie zwar erstellt wurde, aber seinerzeit nie in den Kinos zum Einsatz kam.

 

Lost Treasures of Cinema

Zwei Raritäten im originalen 35mm-Kinoformat!

 

Das Schiff der gefangenen Frauen

OT: La Maison des Filles Perdues, Frankreich/Italien 1974, 75 Min., dF, 35mm, R: Pierre Chevalier, D: Sandra Julien, Silvia Solar, Magda Mundari

„Pseudo-Pornos französischer Herkunft findet man relativ selten im Programm einschlägiger Kinos. Der Unterschied zu den meisten inländischen Produktionen liegt hier allerdings lediglich in der Präsentation hierzulande neuer Gesichter und einer wenn auch nur um Nuancen weniger holprigen Inszenierung. Immerhin kann man der Geschichte einer Mädchenhändlerbande, die von Interpol gejagt und zur Strecke gebracht wird, leidlich folgen. Zwar ist die Polizei oft dümmer als erlaubt, aber schließlich braucht man ja auch ihr Versagen, um schnell noch ein paar billige Sex-Szenen mit brutalem Einschlag einzubauen. Der Dialog übertrifft dabei in seiner Vulgarität noch die ordinären Bilder. – Wir raten ab.“ (katholischer Filmdienst)

Obwohl der Filmdienst folgen konnte, handelt es sich um einen aus verschiedenen Materialien zusammengestoppelten Schundfetzer der berüchtigten Produktionsfirma Eurocine.

„Summa summarum ist „Das Schiff der gefangenen Frauen“ ein Streifen, der es speziell heutzutage, wo man sich ja vorab über jeden Schmuddelklopper informieren kann, schwer haben wird, sein Publikum zu finden. Eurospy-Fans, die am Mittelpart um Jack Taylor als Ex-Agent-Sigma 3 ihre Freude haben könnten, werden möglicherweise durch die ausufernden Vergewaltigungsexzesse des neuen Materials vergrätzt werden, im Umkehrschluss dürften die Sexploitation-Freaks, die vom reißerischen Titel angelockt wurden, sich über die Agentenstory und ihre Prügelszenen langweilen. Wer allerdings an beiden Genres seine Freude hat und sich schon immer gewünscht hat, die Kommissar-X-Filme würden, was T&A angeht, etwas mehr aus sich herausgehen, dürfte hier auf seine Kosten kommen – sind halt praktisch wirklich zwei Filme zum Preis von einem.“

(www.badmovies.de)

 

37. Tuesday Trash Night:

Zombie Ass

Japan 2011,85 Min., dF, digital, R.: Noboru Iguchi, D.: Tadayoshi Kubo

Auf geht es zu einem Camping-Ausflug in die Wälder. Dabei sind die junge Karateschülerin Megumi (Arisa Nakamuri), deren Schwester neulich Selbstmord begangen hat, die schlaue Aya mit ihrem Drogenfreund Také, Supermodel Maki und der nerdige Naoi. Beim Essen findet Maki einen Wurm in einem Fisch, den sie aus der Überzeugung heraus, er würde ihr beim Schlankbleiben helfen, sofort herunterschlingt. Üblicherweise zieht eine solche Verhaltensweise Folgen von ungeahntem Ausmaß nach sich. In diesem Fall legt der Parasit Eier in Makis Körper ab, bevor er diesen auf besonders elegante Weise verlässt. Wenig später wird die Gruppe von fäkalienbeschmierten Untoten verfolgt.

Auf ihrer Flucht treffen die Jugendlichen auf den seltsamen Dr. Tanaka, der Experimente an den Zombies und Parasiten durchführt und ganz eigene Pläne verfolgt. Kann Megumi den bestuhlten Schrecken mit ihrer Karatekunst aufhalten oder müssen die Verfolgten auf die befreiende Wirkung ihrer Winde vertrauen?

In diesem Klassiker des japanischen Kuso-Films zieht Noboru Iguchi („Machine Girl“, „Robo Geisha“) alle Register des schlechten Geschmacks gleichzeitig und schafft so ein episches Werk, das an Witz und Charme kaum zu unterbieten ist. Dieses Kunstwerk ist sicher nichts für schwache Mägen und Freunde von blank geputzten, klinisch reinen Sanitäranlagen. Es ist eher eklig, grotesk, minderwertig und vereint dabei auch noch alle möglichen japanischen Klischees, die man sich nur vorstellen kann.

„Ein Großteil der Leute wird ihn wohl abstoßend finden und es als Zeitverschwendung interpretieren.“ – Elaine W.

 

Hellbound: Hellraiser II

Großbritannien 1988, 99 Min, dF, digital, R.: Tony Randel, D.: Clare Higgins, Ashley Laurence, Kenneth Cranham

„Kirsty, die einzige Überlebende des Massakers im Hause ihrer Eltern (siehe „Hellraiser“), wird wegen ihrer unglaubwürdigen Aussagen in die Klinik des Psychiaters Doktor Channard gesteckt, der hierin seine Chance sieht, auch endlich hinter das Geheimnis des geheimnisvollen Würfels zu kommen. Doch leider verläuft die erste Begegnung mit den Cenobiten anders als erwartet: Sämtliche Beteiligten werden durch das Tor zur Hölle geschleudert und sind den mörderischen Martern von Pinhead und Co. ausgeliefert.“ (Frank Trebbin, Die Angst sitzt neben dir)

„War Clive Barkers „Hellraiser“ im Jahr zuvor ein trotz seiner teilweise bizarren Bilder – allen voran natürlich die Cenobiten – in konkreten menschlich-psychischen Dispositionen gegründeter Film, so kappen Barker und Randel für das Sequel alle noch bestehenden Verbindungen mit der Realität und konzentrieren sich ganz darauf, auf der Leinwand eine Vision der Hölle zu entfachen, den Zuschauer mit direkt aus dem Unbewussten gezogenen Schreckensbildern zu konfrontieren.

Es gibt nur wenige Horrorfilme – kommerzielle zudem –, denen es ähnlich gut gelungen ist, eine Atmosphäre des totalen Wahnsinns und eine Welt zu kreieren, die vollkommen außerweltlichen Ursprungs scheint. (…) Ähnlich radikal und ambitioniert in der Darstellung einer Hölle war danach wahrscheinlich kein Film mehr.“ (Oliver Nöding, Remember It for Later)

Wegen seiner radikalen Darstellungen wurde „Hellraiser II“ damals in vielen Ländern stark zensiert, besonders extrem natürlich in Deutschland. Nun wurde er endlich vom Index gestrichen und ist in der absolut unzensierten Fassung zu sehen.

 

Das Schlitzohr mit dem Dampfhammer

OT: Tong San Ng Foo, Hongkong 1979, 90 Min., dF, 35mm, R.: Lo Mar, D.: Kuan Feng, Hau Chiu-Sing, Austin Wai, Wu Yuan-Chun

Meister Ma ist in seinem Dorf der King – wo er auftaucht, hagelt es Backpfeifen. Doch eines Tages kommt der berüchtigte Kung-Fu-Kämpfer Yuan in das Dorf und verabreicht Ma eine gehörige Tracht Prügel. Von der Schmach getrieben, verlassen die drei Schüler Meister Ma, um Ihr Kung-Fu bis zum nächsten Geburtstag des Meisters zu trainieren und sich an Yuan zu rächen. So finden die drei Schüler im Norden, Osten und Süden ihre neuen Meister und trainieren deren ganz spezielle Form des Kung-Fu. Eine Kanne Reiswein darf hier natürlich nicht fehlen.

„Das Schlitzohr mit dem Dampfhammer“ ist Lo Mar‘s zweiter Streich für das bekannte Eastern-Studio Shaw Brothers, direkt nach „Hurra, die Knochenbrecher sind da“.

Obgleich die Geschichte auf einen Bierdeckel passt, glänzt „Das Schlitzohr mit dem Dampfhammer“ durch eine hohe Dichte an hochwertig choreografierten Kämpfen und herausragenden Trainingssequenzen. Die rasante Action gespickt mit allzeit spritzigem Humor macht „Das Schlitzohr mit dem Dampfhammer“ zu einem überaus unterhaltsamen Spektakel dass dem Drunken Master in nichts nachsteht.

 

Der Geheimbund der Todeskralle

OT: Da Sha Si Fang, Hongkong 1980, 86 Min., dF, 35mm, R.: Chang Cheh, D.: Philip Kwok, Sun Chien, Chiang Sheng, Lo Meng, Lu Feng, Wang Li

China im 17. Jahrhundert: Das chinesische Land ist zerrissen – Die brutalen Ming-Generäle unterdrücken die einfachen Leute und bieten sich erbitterte Kämpfe mit anderen Clans. Die drei Flüchtlinge Wong Shu, Yu Han und Jin Cheng sind zwar herausragende Kämpfer, doch müssen sie sich der aktuellen Lage bedingt durch weniger attraktive Arbeit den Lebensunterhalt verdienen. Als die drei Freunde für einen Mord büßen sollen, den sie nicht begangen haben, stehen sie mit dem Rücken zur Wand – Der einzige Ausweg ist der Kampf auf Leben und Tod gegen ihre Unterdrücker. „Blutrot lodert die Fackel der Freiheit.“

Der Meisterregisseur Chang Cheh schuf mit „Der Geheimbund der Todeskralle“ und den Shaw-Brothers-Studios einen weiteren Kung-Fu-Reißer, der durch seine damalige Stammdarsteller den „Five Venoms“ (Philip Kwok, Sun Chien, Chiang Sheng, Lo Meng und Lu Feng) choreografisch hervorragende Kung-Fu-Akrobatik bietet. Chang Cheh, der vielleicht beste Eastern-Regisseur aller Zeiten, thematisiert Freundschaft, Zusammenhalt und die Ästhetik des chinesischen Kung-Fu im blutroten Gewand.

Der gnadenlose Vollstrecker

OT: Man Yan Jam, Hongkong 1980, 89 Min., dF, 35mm, R.: Kuei Chih-Hung, D.: Chen Kuan-Tai, Ku Feng, Jason Pai Piao

Diebe haben die kaiserliche Schatzkammer beraubt – Goldbarren im Wert von zwei Millionen Tael wurden gestohlen. Der für seine gnadenlose Art bekannte General Leng Tian-Ying wird beauftragt die Diebe zu fassen und das Gold an den Kaiserhof zurückzubringen. Gemeinsam mit fünf ausgewählten Kämpfern macht sich Leng auf den gefährlichen mit Blut getränkten Weg.

„Der gnadenlose Vollstrecker“ ist ein düsterer und blutiger Eastern mit dem Shaw-Brother-Star Chen Kuan-Tai in der Hauptrolle. Ungewöhnlich für eine Shaw-Brothers-Produktionen sind hier viele Außenaufnahmen geboten, welche durch strömenden Regen und brennende Körper die gnadenlose Härte des Films untermalen. „Der gnadenlose Vollstrecker“ ist definitiv ein außergewöhnlicher Eastern-Film, den man so schnell nicht vergessen wird.

 

Die 36 Kammern der Shaolin

OT: Shao Lin San Shi Liu Fang, Hongkong 1978, 87 Min., dF, 35mm, R.: Liu Chia-Liang, D.: Gordon Liu, Lo Lieh, Lau Kar-Wing, Norman Tsui Siu-Keung 

China im 17. Jahrhundert: Die Manchus beherrschen das Reich – wer sich ihnen widersetzt, wird öffentlich hingerichtet. Der junge Student Yu Te gerät zwischen die Fronten und muss mit ansehen, wie sein Vater brutal ermordet wird. Yu Te gelingt die Flucht in das Kloster der Shaolin, welche ihn bei sich aufnehmen und im Kung-Fu ausbilden. Doch das Training hat sich Yu Te ganz anders vorgestellt. Um zu bestehen, muss er die 35 Kammern des Shaolin-Klosters abschließen. Eine weitere 36. Kammer wird eröffnet – Mit ihr soll die Unterdrückung für immer beendet werden …

Ohne jeden Zweifel ist „Die 36 Kammern der Shaolin“ einer der weltweit bekanntesten Eastern-Hits. So verdankt der Film der Rapgruppe „Wu Tang-Clan“, welche weite Teile ihrer Texte auf den besagten Filminhalt beziehen, einen Großteil seiner Popularität.

Besonders die Trainingseinheiten in „Die 36 Kammern der Shaolin“ sind ein Meilenstein der Eastern-Geschichte und konnten dank der Shaw-Brothers-Studios in malerischer Studio-Kulisse kunstvoll mit einer Prise Humor umgesetzt werden. Hier gilt ganz klar: „Die 36 Kammern der Shaolin“ ist ein absoluter Pflichtfilm nicht nur für Eastern-Fans.

 

Der Todesschrei des gelben Panthers

OT: Ying Han, Taiwan 1972, 88 Min., dF, 35mm, R.: Joseph Kong, D.: Chen Sing, Henry Yu Yung, Cheung Lik, Fung Hak-On

Der Opium-Handel blüht in voller Pracht – Der Polizist Chen Cheng lässt sich ins Gefängnis sperren um undercover Freundschaft mit einem Bandenmitglied des größten Opium-Händlers zu schließen. Nachdem beiden die Flucht aus dem Gefängnis gelingt, schließt sich Chen Cheng der Bande seines neuen Freundes an, um diese von innen heraus zu zerschlagen – Doch der Plan geht nicht auf.

Chen Sing in Bestform – Zwar benötigt man für die Story weniger als einen Bierdeckel, doch schlägt „Der Todesschrei des gelben Panthers“ gnadenlos zu. Super-harte Kung-Fu-Action in gnadenlosen Fights garantieren einen würzigen Actionkracher ohne jede Gnade - Laut und brutal.

Das Schweigen im Walde

BRD 1976, 94 Min, dF, 35mm, R.: Alfred Vohrer, D.: Marius Aicher, Walter Buschhoff, Sky Du Mont

Der Lebemann Graf Ettlingen reist inkognito in seine heimatlichen Gefilde zurück, wo sein Verwalter Raubbau am gräflichen Forst begeht, um das Leben des Grafen zu finanzieren. Dort zieht er sich in eine Hütte in den Wäldern zurück, wo der der Sennerin Lore begegnet; die Art der Begegnung erinnert ihn an Arnold Böcklins „Das Schweigen des Waldes“. Ettlingen verliebt sich in Lore, die Ettlingen warnt, dass die Waldrodungen drohen, einen Bergrutsch zu verursachen…

Mit „Waldrausch“ schuf Ludwig Ganghofer 1907 einen frühen ökologischen Roman der Literaturgeschichte, „Das Schweigen im Walde“ enthält in seiner Romanfassung im Gegensatz zu Alfred Vohrers Film die Tendenz, vor menschengemachten Naturkatastrophen zu warnen, noch nicht. Stattdessen bietet der 1899 geschriebene Roman ausgehend von Böcklins Gemälde und in Gegenüberstellung eines Trivialromans, den der hiesige Förster liest, sehr prätentiöse Diskussionen über Kunst. Diese fehlen selbstverständlich in der Verfilmung, die ihren Schwerpunkt auf eine außerordentlich edle Bebilderung setzt und die Handlung, die aus Liebe, Intrige und Katastrophe besteht, in den Vordergrund stellt. Ein Beispiel für einen späten deutschen Heimatfilm, inszeniert von Alfred Vohrer, der längst als einer der interessantesten und eigenwilligsten deutschen Trivialregisseure gilt.

 

Dream Demon – Traumdämon

Dream Demon, Großbritannien 1988, 86 Min., dF, 35mm, R.: Harley Cokeliss, D.: Jemma Redgrave, Kathleen Wilhoite, Jimmy Nail, Timothy Spall

Ob es wirklich eine gute Idee von Diana war, kurz vor ihrer Hochzeit noch einmal auf dem alten Familienanwesen zu nächtigen? Immerhin wirkt das Bates Motel im Vergleich zu dieser Spuk-Scheune wie Disneyland. Selbst der Blick in den Spiegel vermag die sonst so selbstverliebte High-Class-Lady nicht aufzuheitern, stellen sich daraufhin doch schreckliche Albträume ein. Die angehende Braut wird mit ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft konfrontiert und lernt die düstersten Ecken ihrer Seele kennen. Als sie schließlich einige Zeit später Besuch von der amerikanischen Touristin Jenny erhält, entführt Diana diese in eine dämonische Welt …

Der britische „Dream Demon“ entfaltet sein Grauen langsam, aber effektiv. Zu danken ist dies nicht zuletzt den überzeugenden Spezialeffekten des albtraumhaften Schockers.

 

Griechische Feigen

BRD 1976, 95 Min., dF, 35mm, R.: Siggi Götz, D.: Betty Vergès, Olivia Pascal, Claus Richt

Ein Film von Trash-Ikone Siggi Götz, dem mittlerweile sogar ein eigenes Filmmagazin gewidmet wurde. Er erzählt von den Abenteuern eines durch Griechenland trampenden Mädchens. Sex, Liebe, Spaß, viel Musik und tolle Aufnahmen von griechischen Inseln und Stränden - hier ist alles drin, was es für ein sommerliches Trashfilm-Vergnügen braucht. Die Sexkomödie mit Betty Vergès und Olivia Pascal in den Hauptrollen gehörte zu den Filmen, mit denen der Fernsehsender RTL plus Anfang der 90er Jahre auf Quotenfang ging. Diese Streifen liefen spätabends und hatten erstaunliche Marktanteile. Olivia Pascal wurde später vor allem durch die Musikshow „Bananas“ und die Krimiserie „SOKO 5113“ bekannt. Mittlerweile ist der Streifen zum begehrten Kultfilm geworden, der bei uns als exzellent erhaltene Kinokopie zu sehen ist.

Patricia (Betty Vergès) ist ein freizügiges und hemmungsloses Mädchen, das auf einer erotischen Odyssee durch Griechenland reist. Ihre Eltern geben ihr ein Flugticket, um nach München zurückzukehren, wo sie ihr Studium fortsetzen soll. Stattdessen gibt sie das Ticket weg und bleibt in Griechenland. In dieser Zeit lernt sie viele Männer und Frauen kennen, mit denen sie Streiche spielt und erotische Abenteuer erlebt. Irgendwann trifft sie in einem Hafen auf den Segler Tom, mit dem sie eine Tour durch die Ägäis macht, im Stehen urinieren lernt und sich in Tom verliebt. Sie spricht ihre Erlebnisse auf ein Tonband. Tom verlässt sie nach einem Streit, woraufhin Patricia sich in eine Affäre mit Amanda (Olivia Pascal) stürzt, sich schließlich aber doch wieder auf die Suche nach Tom macht.

Thomas Fritsch hatte in dem Film einen Cameo-Auftritt. „Griechische Feigen“ spielte laut dem Branchenblatt der Filmförderungsanstalt „kinopress“ in nur 49 Tagen über 639.000 $ ein und war auch im Ausland, besonders in England, sehr erfolgreich. In Russland wurde der Film bereits zu Zeiten des Kommunismus als illegale Videokopie zum Kult und ist dort auch heute noch sehr bekannt.

Im Jahr 1999 entstand in Hongkong unter dem Titel „The Fruit is Ripe“ ein auf dem deutschen Original basierendes Remake mit mehreren Fortsetzungen.

"Die griechischen Gestade, reiseprospektreif fotografiert von Heinz Hölscher, geben eine entsprechend dekorative Kulisse und die gut gewachsene Betty Verges in der Hauptrolle ist ein rundherum deliziöser Anblick."

(Filmecho/Filmwoche)

 

Zorro's Geisterreiter

OT: Zorro's Fighting Legion, USA 1939, 146 Min., dF, 35mm, R.: John English, William Witney, D.: Reed Hadley, Sheila Darcy, William Corson, Leander De Cordova, Edmund Cobb

„Zweiteiliger Abenteuerfilm (1. „Zorros Geisterreiter; 2. „Zorros Rache), der an den Zorro der Stummfilmzeit anknüpft: Im Auftrage der jungen mexikanischen Republik tritt der degengewandte Kämpfer für Recht und Frieden gegen Schurken in Aktion, die eine Goldmine ausbeuten und Indios für einen Staatsstreich bewaffnen wollen. Zusammenschnitt aus einer Republic-Serie der späten 30er Jahre. (TV-Titel: „Zorros Legion reitet wieder)“ (filmdienst)

„Charmantes „Zorro“-Abenteuer aus der legendären Serie der Republic-Studios. - Mexiko, um 1824: Machtgierige Ratsherren wollen die Herrschaft über das Land erlangen und stacheln die Indianer zu Überfällen auf die staatlichen Goldtransporte an. Doch Zorro und seine Geisterreiter nehmen den Kampf gegen die Schurken auf.“ (TV.de)