Das letzte Land

Deutschland 2019, 113 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: Marcel Barion, Darsteller: Torben Föllmer, Milan Pesl

Ein fremder Planet jenseits unseres Sonnensystems: Zwei wortkarge Männer stoßen in einem gestrandeten Raumschiff aufeinander. Adem (Torben Föllmer) ist gerade aus dem Gefängnis ausgebrochen und hat sich durch einen starken Sandsturm gekämpft, bis er auf dieses vermeintliche Wrack gestoßen ist. Sein Verfolger Novak (Milan Pesl) soll ihn wieder zurückbringen. Als der aber erkennt, dass das Schiff keineswegs fluguntauglich ist, desertiert er. Gemeinsam entkommen sie mit ihrer Rostlaube ins Weltall und machen sich auf die Suche nach einem neuen Zuhause – bis sie plötzlich ein Signal empfangen ...

Marcel Barions Filmdebüt ist ein packendes Sci-Fi-Abenteuer, das weltweit auf zahlreichen Festivals mit Preisen ausgezeichnet wurde. „Das letzte Land“ ist ,,atmosphärisch dicht, eine Art ‚Das Boot‘ im Weltall" (Tagesspiegel). Ein klaustrophobisches Setting, handgemachte Effekte und ein durchdachtes Drehbuch überzeugen in diesem Weltraum-Opus, das durchaus an Genre-Meisterwerke wie Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ und Scotts „Alien“ erinnert.

 

PRE-PREMIERE:

Trans – I Got Life

Deutschland, Russland, USA 2021, 95 Minuten, Deutsch und Englisch mit deutschen Untertiteln, digital, Regie: Imogen Kimmel, Doris Metz

Der Film „Trans – I Got Life“ bietet selten gesehene, ehrliche Einblicke in das häufig zerrissene Lebensgefühl von Trans-Menschen und in die komplexen psychischen, hormonellen und chirurgischen Aspekte ihrer Transition.

Die Regisseurinnen Imogen Kimmel und Doris Metz haben das Vertrauen von sieben Menschen gewonnen, die sich dazu entschlossen haben, ihren Weg zu gehen. „Trans – I Got Life“ destilliert aus den Lebensgeschichten von sieben charismatischen Menschen das weite Spektrum der Transidentität. Der Film ist eine sinnliche Reise in die Zwischenwelten jenseits festgeschriebener Geschlechternormen, in intime Lebensräume und in die Chirurgie, die zum Kreißsaal für eine zweite Geburt wird. Subtil und vielschichtig wird dabei das Transerleben auch auf die Bild- und Tonebene übertragen. Damit eröffnet er zugleich die gesellschaftliche Debatte über eine Welt, in der die Geschlechter nicht mehr schwarz-weiß festgeschrieben sind, sondern als fluide aufgefasst werden.

 

Sohn der weißen Stute

Originaltitel: Fehérlófia, Ungarn 1981, 85 Minuten, ungarische Originalversion mit deutschen Untertiteln, digital, Regie: Marcell Jankovics

„Es war einmal vor langer Zeit, da stand in einem Land so weit von hier, fast schon am Höllentor, eine alte Zerreiche. Sie hatte 77 Wurzeln und 77 Äste. Auf den 77 Wurzeln standen 77 Drachen. Auf den 77 Ästen saßen 77 Raben … Hör lieber zu, mein Sohn“, sprach die Weiße Stute, „auf dass die Drachen dir nicht die Seele stehlen und dir die Raben nicht die Augen aushacken! Es waren einmal ein König und eine Königin, die hatten drei Söhne, alle groß und stark. Sie lebten glücklich und zufrieden, bis sie die Warnungen des Königs missachteten und die Kette des Drachen zerbrachen. Und über uns brach die Hölle herein …“

Der in seiner Heimat als „ungarischer Walt Disney“ gefeierte Marcell Jankovics arbeitete drei Jahre an der Umsetzung von „Sohn der weißen Stute“, der 1981 die Herzen von Filmliebhabern eroberte. Jankovics brennt in seinem psychedelischen Märchen ein wahres Feuerwerk an Farben, Formen und Geräuschen ab, und er schuf damit einen bis heute einzigartigen Animationsfilm, bei dem den Zuschauern immer noch Augen und Ohren übergehen.

 

Dogs Don‘t Wear Pants

Originaltitel: Koirat eivät käytä housuja, Finnland, Lettland 2019, 106 Minuten, deutsche Fassung/finnische Originalfassung mit deutschen Untertiteln, digital, Regie: J.-P. Valkeapää, Darsteller: Krista Kosonen, Pekka Strang, Oona Airola, Jani Volanen

Juha ist mit seiner Frau und Tochter an einem idyllischen See zum erholsamen Retreat, muss jedoch einen erschütternden Schicksalsschlag erleben: Seine Frau ertrinkt auf tragische Weise. Die emotionale Leere und der aufkeimende Selbsthass lassen Juha nicht mehr los. Als er Jahre später seiner Tochter ein Zungenpiercing erlaubt und sie begleitet, trifft er im SM-Studio auf Mona, eine Domina. Bei ihrer ersten Begegnung geschieht das Unglaubliche. Mona schnürt ihm den Atem ab. Die Asphyxie löst eine trostspendende Halluzination bei Juha aus. Sein Leben bekommt einen neuen Sinn, der sich jedoch nur in absoluter Nähe zum Tod einstellt. Dazu muss er sich jedoch jedes Mal aufs Neue seiner Domina unterwerfen.

Der BDSM-Skandalfilm „Dogs Don‘t Wear Pants“ ist ,,eine fantastische Ode an den Schmerz als existenzielles Gefühl" (Slash Filmfestival). Auf zahlreichen Festivals als ,,Bester Film" ausgezeichnet, erinnert das nicht bloß zum Selbstzweck verkommende BDSM-Setting ,,an Szenen aus ‚Hellraiser‘“ (Cineuropa). Der sehenswert bebilderte Film zeigt eine wechselseitige Machtstruktur zwischen Juha (Pekka Strang aus „Tom of Finland“) und Mona (Krista Kosonen aus „Blade Runner 20149) und geht dabei auch an die Schmerzgrenze.

 

KARACHO geht allen Widrigkeiten zum Trotz (und mit dem Vorteil der eingeschworenen Kleinveranstaltung) in die sechste Runde und präsentiert wieder einen vielseitigen Streifzug durch diverse Subgenres, Länder und Jahrzehnte des Actionkinos im engeren und weiteren Sinn. Von beliebten Klassikern bis zu obskuren Raritäten, von der lockeren Actionkomödie bis zum knallharten Söldnerfilm, von Hongkong quer durch Europa bis in die USA, von 1937 bis 1999 reicht das Programm, das alle Filme in 35mm-Kopien präsentiert.

 
Das gesamte Programm:
 
CLIFFHANGER
USA 1993. R: Renny Harlin
113 Min, 35mm, dF
Fr 24.9. um 16:00 Uhr
 
THE MISSION
Hongkong 1999. R: Johnnie To
84 Min, 35mm, OmU
Fr 24.9. um 21:15 Uhr
 
KATANGA
Großbritannien 1968. R: Jack Cardiff
100 Min, 35mm, dF
Fr 24.9. um 23:15 Uhr
 
CONDOTTIERI
Deutschland/Italien 1937. R: Luis Trenker, Werner Klingler
97 Min, 35mm, dF
Sa 25.9. um 14:00 Uhr
 
NIKITA
Frankreich/Italien 1990. R: Luc Besson
117 Min, 35mm, OmeU
Sa 25.9. um 16:00 Uhr
 
GODZILLA, DER DRACHE AUS DEM DSCHUNGEL
Japan 1966. R: Shigeo Tanaka
92 Min, 35mm, dF
Sa 25.9. um 21:15 Uhr
 
RED HEAT – UNSCHULD IN KETTEN
BRD/Ö/USA 1985. R: Robert Collector, Ernst Ritter von Theumer
92 Min, 35mm, dF
Sa 25.9. um 23:15 Uhr
 
DIE GRAUSAMEN SIEBEN
USA 1968. R: Richard Rush
92 Min, 35mm, dF
So 26.9. um 14:00 Uhr
 
 
DEAD HEAT
USA 1988. R: Mark Goldblatt.
86 Min, 35mm, OV
So 26.9. um 20:45 Uhr
 
ENDGAME - DAS LETZTE SPIEL MIT DEM TOD
Italien 1983. R: Joe D'Amato
96 Min, 35mm, dF
So 26.9. um 22:45 Uhr
 
 
 
Ticketinfos:

Einzelticket: 6,- €

Dauerkarte: 45,- €

Dauerkartenreservierung unter: reservierung [at] kommkino.de

Cliffhanger – Nur die Starken überleben

Originaltitel: Cliffhanger, USA 1993, 113 Minuten, deutsche Fassung, 35mm, Regie: Renny Harlin, Darsteller: Sylvester Stallone, John Lithgow, Michael Rooker

Nach seinem großbudgetierten Hollywood-Action-Einstand „Die Hard 2“ (1990) durfte sich der Finne Renny Harlin mit „Cliffhanger“ 1993 gleich an einer weiteren eisig-verschneiten „Stirb langsam“-Variation versuchen: In den Rocky Mountains jagen die Bergführer Gabe (Sylvester Stallone) und Hal (Michael Rooker) einer Gruppe kaltblütiger Bankräuber hinterher, denen nach einem missglückten Flugzeug-Überfall mehrere Geldkoffer über dem Gebirgsmassiv abhandengekommen sind. Harlins zu großen Teilen in den norditalienischen Dolomiten gedrehter kompromisslos harter Hochgebirgs-Actionthriller beeindruckt mit spektakulären Gebirgs- und Luftaufnahmen und kostet seine eng umrissenen Locations – ganz nach Art der „Die Hard“-Formel – filmisch virtuos aus. Als bis dato teuerster Luftstunt der Geschichte (an deren Kosten sich sogar Sylvester Stallone mit seinem Privatvermögen beteiligt haben soll) schaffte es eine der Stuntsequenzen sogar ins Guinness-Buch der Rekorde.

 

The Mission – Ihr Geschäft ist der Tod

Hongkong 1999, 84 Minuten, kantonesische Originalversion mit deutschen Untertiteln, 35mm, Regie: Johnnie To, Darsteller: Anthony Wong, Francis Ng, Si-mon Yam

Ein Triadenboss engagiert nach einem Anschlag auf ihn eine Leibwächtergruppe, die ihn vor zukünftigen Attentaten beschützen soll. Nur wenige Tage später ereignet sich schon ein nächster Versuch – nicht der letzte der äußerst hartnäckigen Gegner.

Zu hypnotischer Musik zeigt der von einem der zumindest in Deutschland unterschätztesten Regisseure Hongkongs, Johnnie To, gedrehte Action- und Hongkong-Noir-Film brillante Set-Pieces, die so überstilisiert wie schön sind.

 

Filme

Katanga

Originaltitel: The Mercenaries, Großbritannien 1968, 100 Minuten, deutsche Fassung, 35mm, Regie: Jack Cardiff, Darsteller: Rod Taylor, Yvette Mimieux, Peter Carsten, Jim Brown

Nachdem der Kongo seine Unabhängigkeit erlangte, kommt es dort zu gefährlichen Unruhen. Der kongolesische Präsident beauftragt einen Söldnertrupp, weiße Zivilisten aus einem umkämpften Gebiet zu retten. Der Auftrag gerät zum Himmelfahrtskommando. Dass sich unter den Söldnern höchst dubiose Figuren befinden, macht die Angelegenheit nicht einfacher.

Die Mutter aller modernen Söldnerfilme. Ein brillant inszeniertes Meisterwerk, das im Gegensatz zu vielen Nachfolgeproduktionen überraschend düster geriet und durchaus kritische Töne gegenüber Krieg und Kolonialismus aufweist. Der völlig zu Unrecht etwas in Vergessenheit geratene Klassiker wurde für das deutsche Heimkino nur vor langer Zeit auf Video ausgewertet, gehört aber ohnehin unbedingt auf die große Leinwand. Zu sehen in einer raren, zeitgenössischen 35mm-Kopie!

„Dies ist ein Lieblingsfilm von Martin Scorsese und Quentin Tarantino, für beide hat er eine besondere Bedeutung. Bei Tarantino ging der Einfluss so weit, dass er die Filmmusik in seinen Film ‚Inglourious Basterds‘ einarbeitete und Rod Taylor eine Gastrolle erhielt.“ (Wikipedia)

 

Filme

Condottieri

Deutschland/Italien 1937, 97 Minuten, deutsche Fassung, 35mm, Regie: Luis Trenker, Werner Klingler, Darsteller: Luis Trenker, Ethel Maggi, Carla Svega, August Eichhorn

Eine Koproduktion zwischen dem faschistischen Italien und dem NS-Staat, ein glorifizierendes Historienspektakel über das kurze Leben des titelgebenden Söldnerführers Giovanni de’ Medici, eine monumentale Selbstinszenierung des Südtirolers Luis Trenker. All das (und so manches mehr) ist „Condottieri“. Ein überbordender Bilderrausch, ein gewaltiges Tableau, ein mosaikartiges Fresko. Diese Manie Trenkers, der Hauptfigur des Films, welche sich in einer „ununterbrochenen Aneinanderreihung von großartigen Bildern“ mit der Wucht früher Ausstattungsorgien à la Griffith und DeMille über den staunenden Zuschauer ergießt. Irgendwo zwischen dem lyrischen Brutalismus von „Alexander Newski“ (1938) und dem sentimentalen Pathos von „Braveheart“ (1995). Von fern erinnert das alles an die bahnbrechende Monstrosität der Inszenierung in „Rambo II – Der Auftrag“ (1985). Vor allem ist „Condottieri“ jedoch ein Wiedergänger und gespenstischer Zwilling von „Conan, der Barbar“ (1982). Film als Aneinanderreihung symbolschwangerer Momente, Kunst und Geschichte als Mythosmaschine.

Filme

Nikita

Originaltitel: La Femme Nikita, Frankreich/Italien 1990, 117 Minuten, Originalversion mit englischen Untertiteln, 35mm, Regie: Luc Besson, Darsteller: Anne Parillaud, Tchéky Karyo, Jeanne Moreau

Die drogenabhängige Nikita (Anne Parillaud) erschießt während eines Einbruchs einen Polizisten und wird gefasst. Verurteilt zu lebenslanger Haft tut sich plötzlich ein Ausweg in Form eines unmoralischen Angebots auf: Bob (Tchéky Karyo), Agent einer verdeckten Geheimdienstabteilung, ermöglicht ihr eine neue Identität – im Gegenzug soll Nikita eine harte Spezialausbildung absolvieren und fortan auf Befehl Regierungsgegner beseitigen. Ganz im Sinne des „Cinéma du Look“ der ausgehenden 80er-Jahre zeigt „Nikita“ sich maßgeblich beeinflusst von Musikvideo- und Werbeästhetik, Hongkong-Action und französischen Policiers und wurde als stylisher Vorbote eines neuen französischen Actionkinos gefeiert. Die Figur der Auftragskillerin wider Willen avancierte zum Kultobjekt und zog diverse Neuinterpretationen (bereits 1993 folgte die deutlich schwächere US-Version mit „Codename: Nina“) und Serienadaptionen nach sich. Jean Renos Gastauftritt als unterkühlter „Cleaner“ inspirierte Besson mit „Léon – Der Profi“ zu einem weiteren Kultklassiker der 1990er-Jahre.

 

Panik – Dinosaurier bedrohen die Welt

Originaltitel: Daikaiju Ketto – Gamera Tai Barugon, Japan 1966, 92 Minuten, deutsche Fassung, 35mm, Regie: Shigeo Tanaka, Darsteller: Kojiro Hongo, Kyoko Enami, Koji Fujiyama

Die Handlung ist wohl eher nebensächlich, aber …: Die Rakete, mit der das Monster Gamera auf den Mars geschossen werden sollte, kollidiert mit einem Meteor, wodurch Gamera auf die Erde und nach Japan zurückgelangen kann. Zeitgleich entdecken vier Abenteurer auf einer Insel im Südpazifik einen Opal, den sie mit nach Japan nehmen. Dort angekommen entpuppt sich der Edelstein jedoch als Eidechsenei, dem das Reptil Barugon entweicht, das rasch wächst und die Städte Kobe und Osaka zerstört. Das lockt natürlich Gamera an. Und was daraufhin in Japan geschieht, wenn die beiden beliebten Top-Monster aufeinandertreffen, lässt sich mit Worten nur unzureichend beschreiben…

Auch als „Gamera gegen Barugon“ bekannt, ist „Godzilla, der Drache aus dem Dschungel“ absolutes Pflichtprogramm für alle Freunde des Kaiju Eiga, des japanischen Monsterfilms. Eine perfekt inszenierte Trickfilm-Show. Es ist der zweite Film der „Gamera“-Reihe – und der erste in Farbe.

 

Red Heat – Unschuld in Ketten

Deutschland/Österreich/USA 1985, 104 Minuten, deutsche Fassung, 35mm, Regie: Robert Collector, Ernst Ritter von Theumer, Darsteller: Linda Blair, Sylvia Kristel, Elisabeth Volkmann

Die Amerikanerin Christine (Linda Blair) besucht ihren als Soldat in Westdeutschland stationierten Freund, wo sie unschuldig in die Fänge der Stasi gerät und in ein Frauengefängnis verschleppt wird. „Red Heat“ – drei Jahre vor Walter Hills gleichnamigen Film entstanden, mit dem er sonst jedoch wenig gemeinsam hat – changiert zwischen reißerischem Women-In-Prison- und eisigem Politthriller und präsentiert Komödiantin und Fassbinder-Darstellerin Elisabeth Volkmann in der Rolle einer monströsen Gefängnisdirektorin. Ernst Ritter von Theumer, Co-Regisseur der deutsch-amerikanischen Produktion, inszenierte in den 70er- und 80er-Jahren eine Reihe ausgelassener Exploitation- und Pulp-Stoffe, teils vor exotischer Kulisse und auf populäre Subgenres wie WiP- oder Söldnerfilm rekurrierend. Der recht prominent besetzte „Red Heat“ – neben dem Rassismusdrama „Die Totenschmecker“ wohl Theumers bekannteste Regiearbeit – nutzt dabei den Ost-West-Konflikt für eine finstere Dämonisierung des Ostblocks, die den reaktionärsten US-Produktionen ihrer Zeit in nichts nachsteht.

 

Die grausamen Sieben

Originaltitel: The Savage Seven, deutsche Fassung, 35mm, USA 1968, 92 Min., R.: Richard Rush, D.:Robert Walker Jr., Joanna Frank, John Garwood

"Corman-Schule, American International Pictures, exploitation. Die Hölle losmachen. Kalifornische Rocker - die kein soziales Problem sind, sondern Ausgeburten des kommerziellen Kinos, apokalyptische Erfindungen für die letzten Kinogänger.

Ein Biker Western. Eine gewalttätige Rockerbande überfällt ein Indianerreservat. Ein Indianermädchen wird geschändet; ein Rocker gehängt. Am Schluß liegt alles in Trümmern - Cops und Geschäftemacher bleiben als Gewinner zurück. Mit Duane Eddy. Themamusik ANYONE FOR TENNIS ist von den CREAM." (Frieda Grafe)

"Der Film ist von einer Wildheit, wie man sie bisher noch nicht gesehen hat." (VARIETY)

 

Filme

Dead Heat

USA 1988, 82 Minuten, Originalversion, 35mm, Regie: Mark Goldblatt, Darsteller: Treat Williams, Joe Piscopo, Lindsay Frost, Vincent Price

Die draufgängerischen Cops Roger Mortis (Treat Williams) und Doug Bigelow (Joe Piscopo) haben schon einiges erlebt. Doch Gangster, die sich bei einem Überfall auf ein Juweliergeschäft als nahezu unverwundbar erweisen, das ist auch für sie verblüffend. Dass sich herausstellt, dass die Räuber schon vor dem Überfall tot waren, macht die Angelegenheit endgültig zum Mysterium. Doch schließlich gelingt Roger und Doug die Aufklärung der Hintergründe: Ein Pharma-Unternehmen hat eine Maschine entwickelt, die totes Gewebe wieder zum Leben erwecken kann. Als Roger getötet wird, beschließt Doug, ihn auf diese Weise ins Leben zurückzuholen. Eine Entscheidung mit fatalen Konsequenzen …

Eine kleine Perle des 80er-Jahre-Kinos, inszeniert von Mark Goldblatt, der mit dem Dolph-Lundgren-„Punisher“ nach Ansicht vieler Fans die beste Verfilmung der Comicserie vorgelegt hat. „Eine äußerst kurzweilige Genremischung aus Cop-, Zombie- und ‚Re-Animator‘-Motiven.“ (Frank Trebbin, Die Angst sitzt neben dir) „Immer liebevoll und mit sichtbarem Spaß inszeniert und gespielt.“ (Oliver Nöding, Remember It For Later)

 

Endgame – Das letzte Spiel mit dem Tod

Originaltitel: Endgame – Bronx Lotta Finale, Italien 1983, 96 Minuten, deutsche Fassung, 35 mm, Regie: Joe D’Amato, Darsteller: Al Cliver, Laura Gemser, George Eastman, Gabriele Tinti, Gordon Mitchell, Nello Pazzafini

„Der Atomkrieg hat seine Spuren hinterlassen. Einige der Überlebenden traf es besonders hart, da ihr Genom geschädigt wurde. Diese neue Spezies, die Mutanten, wird von der „alten Herrenrasse“ erbarmungslos gejagt. Doch um das Volk bei Laune zu halten, inszeniert die Führungsschicht ein Spiel namens „Manhunt“ (Killen für Kohle, live im TV). Dessen Abo-Sieger, Ron Shannon, bekommt von einer mysteriösen Frau das Angebot, sie und ihre Leute aus der Stadt zu schaffen.

Wie alle postapokalyptischen Italo-Exploiter konzentriert sich auch „Endgame“ auf eine alles entscheidende, finale Schlacht. Simultan dazu ist bei den friedliebenden Menschenkindern seit jeher die Rede vom „gelobten Land“, wo alle glücklich und zufrieden leben können. Die Verwirklichung dieser Wünsche liegt auf den Schultern eines einzigen Mannes. Diese lakonischen Endzeit-Eremiten sind uns längst kein Rätsel mehr, und es verblüfft uns nicht, dass (auch) Ron Shannon das Angebot, mitzukommen in eine bessere Welt, ablehnt.“ (Frank Faltin, italo-cinema.de, gekürzt)

 

Hunted – Waldsterben

Belgien, Frankreich, Irland 2020, 87 Minuten, deutsche Fassung, digital, Regie: Vincent Paronnaud, Darsteller: Lucie Debay, Arieh Worthalter, Christian Bronchart, Dianne Weller

Eve (Lucie Debay) flirtet in einer Bar mit einem charmanten Mann (Arieh Worthalter), der sich schnell als mörderischer Psychopath entpuppt. Gemeinsam mit einem Handlanger entführt er Eve. Doch nach einem Autounfall kann sie sich befreien und in ein Waldstück fliehen. Im Kampf um Leben und Tod geht Eve an ihre Grenzen und darüber hinaus. Der Wald ist auf ihrer Seite. Während die zwei Männer die Verfolgung aufnehmen, wird die Gejagte zur Jägerin. Überleben ist nicht genug – sie will Rache!

Mit „Hunted – Waldsterben“ ist dem oscarnominierten Regisseur Vincent Paronnaud („Persepolis“, „Huhn mit Pflaumen“) ein kompromissloser Survival-Thriller gelungen, der genüsslich mit Geschlechterkonventionen, #MeToo und Rotkäppchen-Motiven spielt. Mit bitterbösem Humor und klugen Beobachtungen bekommt die Rape & Revenge-Formel ein zeitgemäßes Update verpasst.