SEINE KUGELN PFEIFEN DAS TODESLIED

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Freitag, 24. April 2026 23:15
                                           Einzelticket: 6 Euro                           

SEINE KUGELN PFEIFEN DAS TODESLIED

IL PISTOLERO DELL`AVE MARIA

ITA|ESP 1969 – DF – 83 Min. – 35mm – BW

Regie Ferdinando Baldi

Buch Ferdinando Baldi, Piero Anchisi, Vincenzo Cerami, Mario Di Nardo, Federico De Urrutia

Kamera Mario Montuori

Musik Roberto Pregadio

Mit Leonard Mann, Peter Martell, Luciana Paluzzi, Alberto de Mendoza, Pilar Velàzquez

Mit Ende des Bürgerkriegs kehrt General Carrasco auf seine Hazienda zurück und wird mit einem prunkvollen Fest empfangen. Doch die Wiedersehensfreude ist von kurzer Dauer, denn Carrascos Ehefrau (Anna) hat gemeinsam mit ihrem Liebhaber (Tomas) einen niederträchtigen Plan ausgetüftelt, um die Herrschaft über die Hazienda an sich zu reißen. Im Zuge dessen werden der General und seine Gäste erbarmungslos niedergemetzelt. Carrascos Sohn Sebastian kann mithilfe seiner Amme dem Massaker entfliehen. Viele Jahre später erhält (der mittlerweile zum Mann gereifte) Sebastian Besuch von einem mysteriösen Fremden, der sich Rafael Garcia nennt und der…

Ferdinando Baldi speiste für »Seine Kugeln pfeifen das Todeslied« an »Orestie«. Eine Tragödie aus der Feder des Dichters Aischylos, und verortete seine Interpretation in die Zeit der Díaz-Diktatur (Gegenwart) sowie in das Mexiko des Jahres 1867 (Vergangenheit). Jenes Jahr, welches das Ende des mexikanischen Bürgerkriegs als auch das Ende Maximilians I. besiegelt.

Aus den klassischen Figuren des Aischylos: Agamemnon, Klytämnestra, Elektra, Orest und Aigisthos kreierte Baldi General Carasco, seine Frau Anna, ihre Kinder Isabel und Sebastian sowie Annas Liebhaber Tomas.

Auf Basis der gegebenen Rahmenbedingungen und mit Blick auf die optimalen Rollenbesetzungen bewiesen die Verantwortlichen mit ihrer Auswahl sowohl das gute Händchen als auch das viel zitierte Fingerspitzengefühl. So treffen coole Typen (Leonard Mann, Peter Martell) auf hübsche Frauen (Luciana Paluzzi, Pilar Velázquez) sowie genreübliche Hackfressen (Piero Lulli, José Manuel Martín). Und manch einer hat emsig mit den langen Schatten seiner Vergangenheit zu ringen.

Um die Schatten der Vergangenheit und die zentralisierte Aufhellung eines Geheimnisses scharen sich Frustration, Hass sowie Angst. Und Letztgenannte kann bereits durch Glockengeläut aktiviert werden und simultan auf die An- oder Abwesenheit Gottes hinweisen. Und eine solche oder ähnliche Metapher gewinnt bisweilen gar den Charakter einer Symbolik. Schauen Sie aufmerksam auf die Leinwand, und sie werden manches Beispiel entdecken, das diese Theorie bekräftigt.

Der Glanzpunkt unter den vielen großen Momenten, die »Seine Kugeln pfeifen das Todeslied« zu bieten hat, ist das Finale auf der Hazienda. Kraft einer hervorragenden Fotografie wie Beleuchtung sowie dem harmonischen Zusammenspiel von Bildkompositionen und Musik wird eine Faszination auf den Rezipienten übertragen, die ihn suggestiv in das von furioser Dramaturgie sowie technischer Detailbesessenheit eskortierte Geschehen hineinzieht. Ob schlussendlich die Abwesenheit Gottes wider- oder belegt wird? Oder ob die Katharsis triumphiert? Finden Sie es selbst heraus!

Frank Faltin

 
 

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